Die materialistische Veräußerlichung des Weihnachtsfestes, die wir Jahr für Jahr erleben, zeigt, dass seine spirituelle Substanz aus dem Gemüt der Menschen entschwunden ist. An ihre Stelle sind das Festhalten an gefühlverbundener Tradition, Sentimentalität und Kitsch getreten. Die innere Hohlheit ermöglicht es auch andersgläubigen aggressiven Migranten, durch zunehmende Terrorakte auf Weihnachtsmärkte und Kirchen die christliche Kultur in ihrem eigenen Lande anzugreifen und lächerlich zu machen. Die Abwehr geht nur gegen die äußere Gewalt. Aus der inneren geistigen Substanz des Christentums erfolgt keine wirkliche Gegenwehr, denn es wird keine Substanz mehr erlebt. Wie sie wieder errungen werden kann, ist die existenzielle Frage.
Raphaels Bild der jungen Madonna mit dem Jesuskind entstammt einer ganz anderen Welt- und Menschenanschauung als der heutigen materialistischen. Maria trägt das Kind aus einer geistigen Welt heraus, aus der im Hintergrund noch viele ungeborene Menschen ihnen nachschauen, und betritt zunächst die Wolken der irdischen Welt, die Sphäre der elementaren Lebenskräfte, bevor das Kind dann im irdischen Leibe geboren