Zwei Drittel der Energie eines Verbrennungsmotors geht als Wärme verloren. Beim neuesten Elektromotor sind es nicht einmal zwei Prozent. Trotzdem will die konservative Politik am Verbrenner festhalten. Ein technologischer Irrweg


Der neue Elektromotor weist „glasähnliche“ Eigenschaften auf

Foto: Horse Powertrain


Schon deshalb hat der Verbrenner keine Zukunft: Benzinmotoren weisen einen Wirkungsgrad zwischen 25 und 35 Prozent auf. Das bedeutet: 75 bis 65 Prozent der eingesetzten Energie gehen als Abwärme über den Auspuff und als Motorwärme im Kühlsystem verloren.

Motoren in Elektroautos sind dagegen deutlich effizienter, sie können 85 bis 95 Prozent der eingesetzten Energie in nutzbare Bewegung umwandeln.

In Großbritannien hat jetzt ein Motorbauer ein Modell entwickelt, das es auf einen Wirkungsgrad von 98,2 Prozent bringt. Das ist ein neuer Rekord: Lediglich noch 1,8 Prozent der eingesetzten Energie gehen verloren.

Die Entwickler nutzten „metallisches Glas“, das auch als amorpher Stahl bezeichnet wird: In dieser Metalllegierung sind die Atome nicht regelmäßig (kristallin) angeordnet, sondern wie im Glas „zufällig“. Der amorphe Stahl besitzt nur einen kleinen Eisenanteil, weshalb er auch „glasähnliche“ Eigenschaften aufweist: Das Material ist sehr fest und korrosionsbeständig.

Ein extrem dünner Stator

Die Entwickler mussten für diesen Motor deshalb nur sehr wenig davon einsetzen: Der Stator dieses Elektromotors besteht aus nur 0,025 Millimeter dicken Lagen aus amorphem Stahl. Der Stator bildet ein konstantes Magnetfeld, das den Rotor anzieht und abstößt und so die Bewegungsenergie herstellt.

Durch den Einsatz des amorphen Stahls sinken die Verluste im Vergleich zu einem herkömmlichen Stator aus Stahl um rund 50 Prozent – was den Elektromotor insgesamt um ein weiteres Prozent effektiver macht.

Ursprünglich hatte die EU beschlossen, dass ab dem Jahr 2035 keine neuen Verbrenner-Autos mehr zugelassen werden sollten. Dagegen waren in Deutschland vor allem konservative Politiker Sturm gelaufen, die mit dem „Verbrenner-Aus“ Ängste im Wahlvolk schürten: Es ging nie darum, Verbrennerautos zu verbieten, das „Aus“ sollte lediglich für Neuwagen gelten. Mit ihrem Druck setzte sich die Union in Brüssel schließlich durch.

Der CSU-Politiker Markus Söder hält es „für dringend notwendig, ein klares Signal für den Hightech-Verbrenner zu setzen“. Damit der irgendwann wenigstens mal halb so leistungsfähig wird wie ein E-Antrieb?

Dieser Artikel wurde erstmals am 27. März 2026 veröffentlicht.

Grünes Wissen to go

Welche Themen rund um Umweltschutz und Klimakrise werden gerade diskutiert? Unser Überblick über die jüngsten Erkenntnisse gibt Ihnen Gelegenheit, am Küchentisch zu glänzen.

Zum Inhalt



Source link