Der US-Präsident Donald Trump kann die iranische Führung weder in den Untergang noch an den Verhandlungstisch bomben. Vorläufig hat er keine Alternative, als abzuwarten. Ein Kompromiss wird kein „Deal“ sein
US-Präsident Donald Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran verlängert
Foto: Anna Moneymaker/Getty Images
Immerhin keine Eskalation: Donald Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran verlängert. Vizepräsident JD Vance bleibt zu Hause und muss erst einmal nicht nach Islamabad. Neue Verhandlungen mit dem Iran sind vorerst nicht vorgesehen. Solange die US-Marine dessen Häfen weiter blockiert, dürfte sich in dieser Hinsicht wenig ergeben. Das militärisch zuständige US Central Command hat mitgeteilt, man unterbreche fortgesetzt den Verkehr auf See von und nach dem Iran.
Allzu viel Konkretes lässt sich nicht dazu sagen, wie es mit diesem Krieg weitergehen soll. Die USA und Israel haben ihn vom Zaun gebrochen, nun will und kann Präsident Trump auf keinen Fall zugestehen, dass die iranische Führung daraus funktionsfähig oder gar gestärkt hervorgeht.
Er hat dazu getreu seinem Stil Widersprüchliches von sich gegeben, dem Gegner mit Vernichtung gedroht, sollte der nicht klein beigeben oder keinen „Deal“ schließen, und dann wieder versichert: „Ich denke, wir haben gewonnen. Militärisch gesehen sind sie am Ende.“
Für Donald Trump ist ein Sieg, etwas das wie ein Sieg aussieht
Trumps Problem resultiert aus der Tatsache, dass aus seiner Sicht ein Sieg irgendwie nach Sieg aussehen muss, wie bei Venezuela, wo man Staatschef Nicolás Maduro in Handschellen und mit schwarzer Maske in die USA verschleppt hat. „Was wir in Venezuela getan haben, denke ich, war perfekt, das perfekte Szenario“, hatte Trump zu Beginn des Krieges der New York Times gesagt.
Beinahe zwei Monate sind vergangen. Und als „Sieg“ lässt sich das Geschehen im Iran trotz einer den Himmel beherrschenden Luftwaffe, Tausender von Toten und enormer Zerstörung nach den Luftschlägen vom Juni 2025 schwer verkaufen.
Der Kostenaufwand ist riesig und kein Ende in Sicht. In den USA steigen die Benzin- und Dieselpreise, Bauern sorgen sich um Düngerkosten und Absatzmärkte, Fluggesellschaften wollen Steuernachlässe. Trump kontrolliert das Narrativ seines Krieges nicht mehr, bei dem es für ihn diesmal nicht reichen könnte, seinen Leuten alternative Wahrheiten anzubieten. Der Präsident will gefeiert werden, doch ist über diesen Feldzug nicht einmal die eigene Partei begeistert. MAGA weiß auch nicht so recht.
Was zu einem Sieg der USA alles dazu gehört
Die Realität im Persischen Golf ist hartnäckig. Foreign Affairs, das Magazin des Council on Foreign Relations, hat einen fast mitfühlenden Aufsatz veröffentlicht und Trump den Stand der Dinge erläutert: Amerikaner betrachteten es als „klaren Sieg“, wenn die Vereinigten Staaten den Feind eindeutig besiegt, die gegnerische Regierung abgesetzt und durch eine US-freundliche ersetzt hätten. In Teheran jedoch bleibt sie an der Macht, droht mit Gegenangriffen und blockiert die Straße von Hormus.
Trump ist es nicht gewöhnt, unter Druck zu stehen, wobei er bestreitet, dass es so ist. Sogar mit dem Papst hat er sich angelegt. Vorbei die Zeit, da er mit Attacken und neuen Krisen von alten ablenken konnte. Das hat selbst bei der Jeffrey-Epstein-Sache funktioniert; seine Kontakte zu dem Sexualstraftäter haben ihm kaum geschadet. Krieg ist komplizierter, auch wenn Attacken auf Medien immer gehen und sich schimpfen lässt, „anti-amerikanische Fake-Medien hoffen, dass Iran gewinnt … genauso wie diese unpatriotischen Leute jede Unze ihrer begrenzten Stärke einsetzen, um bei Wahlen gegen mich zu kämpfen“.
Trump gewinnt Zeit mit der verlängerten Waffenruhe und gibt sich als Entscheider, der den Iran unter Druck setzen will. Der müsse „einen einheitlichen Vorschlag vorlegen“. Zu Hause kommt das vermutlich besser an als Drohungen, eine Zivilisation auslöschen zu wollen.
es mit diesem Krieg weitergehen soll. Die USA und Israel haben ihn vom Zaun gebrochen, nun will und kann Präsident Trump auf keinen Fall zugestehen, dass die iranische Führung daraus funktionsfähig oder gar gestärkt hervorgeht.Er hat dazu getreu seinem Stil Widersprüchliches von sich gegeben, dem Gegner mit Vernichtung gedroht, sollte der nicht klein beigeben oder keinen „Deal“ schließen, und dann wieder versichert: „Ich denke, wir haben gewonnen. Militärisch gesehen sind sie am Ende.“Für Donald Trump ist ein Sieg, etwas das wie ein Sieg aussiehtTrumps Problem resultiert aus der Tatsache, dass aus seiner Sicht ein Sieg irgendwie nach Sieg aussehen muss, wie bei Venezuela, wo man Staatschef Nicolás Maduro in Handschellen und mit schwarzer Maske in die USA verschleppt hat. „Was wir in Venezuela getan haben, denke ich, war perfekt, das perfekte Szenario“, hatte Trump zu Beginn des Krieges der New York Times gesagt.Beinahe zwei Monate sind vergangen. Und als „Sieg“ lässt sich das Geschehen im Iran trotz einer den Himmel beherrschenden Luftwaffe, Tausender von Toten und enormer Zerstörung nach den Luftschlägen vom Juni 2025 schwer verkaufen.Der Kostenaufwand ist riesig und kein Ende in Sicht. In den USA steigen die Benzin- und Dieselpreise, Bauern sorgen sich um Düngerkosten und Absatzmärkte, Fluggesellschaften wollen Steuernachlässe. Trump kontrolliert das Narrativ seines Krieges nicht mehr, bei dem es für ihn diesmal nicht reichen könnte, seinen Leuten alternative Wahrheiten anzubieten. Der Präsident will gefeiert werden, doch ist über diesen Feldzug nicht einmal die eigene Partei begeistert. MAGA weiß auch nicht so recht.Was zu einem Sieg der USA alles dazu gehört Die Realität im Persischen Golf ist hartnäckig. Foreign Affairs, das Magazin des Council on Foreign Relations, hat einen fast mitfühlenden Aufsatz veröffentlicht und Trump den Stand der Dinge erläutert: Amerikaner betrachteten es als „klaren Sieg“, wenn die Vereinigten Staaten den Feind eindeutig besiegt, die gegnerische Regierung abgesetzt und durch eine US-freundliche ersetzt hätten. In Teheran jedoch bleibt sie an der Macht, droht mit Gegenangriffen und blockiert die Straße von Hormus.Trump ist es nicht gewöhnt, unter Druck zu stehen, wobei er bestreitet, dass es so ist. Sogar mit dem Papst hat er sich angelegt. Vorbei die Zeit, da er mit Attacken und neuen Krisen von alten ablenken konnte. Das hat selbst bei der Jeffrey-Epstein-Sache funktioniert; seine Kontakte zu dem Sexualstraftäter haben ihm kaum geschadet. Krieg ist komplizierter, auch wenn Attacken auf Medien immer gehen und sich schimpfen lässt, „anti-amerikanische Fake-Medien hoffen, dass Iran gewinnt … genauso wie diese unpatriotischen Leute jede Unze ihrer begrenzten Stärke einsetzen, um bei Wahlen gegen mich zu kämpfen“.Trump gewinnt Zeit mit der verlängerten Waffenruhe und gibt sich als Entscheider, der den Iran unter Druck setzen will. Der müsse „einen einheitlichen Vorschlag vorlegen“. Zu Hause kommt das vermutlich besser an als Drohungen, eine Zivilisation auslöschen zu wollen.