am letzten Februartag hat der seit langem erwartete „Überraschungsangriff“ auf den Iran begonnen und anders als beim sogenannten 12-Tage-Krieg des letzten Jahres waren auch die USA von Anfang an mit von der Partie. US-Präsident Donald Trump setzt damit auf eine Karte: die militärische. Ob diese Rechnung am Ende aufgehen wird, werden die kommenden Tag und Wochen zeigen. Klar ist zumindest, dass auch der US-Präsident mit hohem Einsatz spielt.

Mit dem Tod von Ajatollah Chamenei, dem seines wichtigsten Beraters, dem Tod des Verteidigungsministers und der Ausschaltung des Chefs der Revolutionsgarden konnten Israel und die USA schon nach den ersten Stunden wichtige Erfolge vorweisen. Doch die Frage wird sein, ob dies ausreichen wird, um das Mullah-Regime zu stürzen, denn dieses ist anders als die Assad-Diktatur in Syrien, keine Familiendiktatur.

Im Iran hat man längst für den Fall der Fälle vorgebaut und für alle wichtigen Positionen Nachfolger festgelegt, die sofort die entstandenen Lücken schließen können. Ob sie dies mit der gleichen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Kompetenz tun werden wie ihre getöteten Vorgänger, darf bezweifelt werden. Eine fortgesetzte Ausschaltung wichtiger Personen und Funktionsträger hätte somit für Israel und die USA die angenehme Konsequenz, dass ihnen zumindest nach einiger Zeit Gegenspieler gegenüberstehen, die nicht mehr über das gleiche Format verfügen wie ihre Vorgänger.

Israel und die USA benötigen vor allem schnelle Erfolge

Diese Strategie wirkt also, aber sie wirkt auf jeden Fall nur sehr langsam. Donald Trump braucht allerdings nicht langsame Erfolge, sondern schnelle. Der Präsident benötigt zudem Erfolge, die auch seine Basis als Erfolge anzuerkennen bereit ist. Was die US-Regierung nicht gebrauchen kann, ist ein Konflikt, der sich über Wochen oder sogar Monate hinzieht, wichtige Ressourcen bindet und viele Amerikaner oder Israelis tötet.

Da die USA keine Landstreitkräfte um den Iran zusammengezogen haben, können sie ihre Ziele nur aus der Luft oder von See her erreichen. Für eine Invasion stehen nicht nur keine Truppen bereit, auch die Geographie des Irans ist für eine militärische Landoperation äußerst ungünstig, weil das Land die Verteidiger klar bevorteilt.

Für die Verteidiger spricht auch, dass sie die wichtige Straße von Hormus leicht sperren können. Mit kleinen Seedrohnen, Minen und anderen Kleinkampfmitteln können die Iraner in den kommenden Wochen sehr viel erreichen. Gelingt es ihnen, ihre Drohungen als so glaubwürdig erscheinen zu lassen, dass keine Reederei mehr bereit ist, ihre Tanker in die Straße von Hormus einlaufen zu lassen, können sie Donald Trump eine empfindliche Niederlage zufügen, auch ohne einen einzigen scharfen Schuss abfeuern zu müssen.

Wirtschaftlich betrachtet sitzt der Iran ein einem sehr mächtigen Hebel

Für die Rohölversorgung der Welt ist die Straße von Hormus von großer Bedeutung. Kann sie nicht mehr frei passiert werden, dürften die Ölpreise nicht nur sehr schnell ansteigen, sondern auch über einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau verharren. Hier liegt für Donald Trump die große Gefahr. Denn steigen als Folge des Angriffs auf den Iran die Ölpreise, werden dies auch die amerikanischen Konsumenten an der Tankstelle in Form von höheren Benzinpreises spüren.

Nicht nur zu tanken wird dann teurer. Die Inflation als Ganze könnte weltweit stark anziehen, weil das Öl jedes Produkt und jeden Transport deutlich verteuert. Ein sprunghaft steigender und anschließend auf hohem Niveau verharrender Ölpreis könnte die Wirtschaft abwürgen und Arbeitsplätze kosten. Ob amerikanische Arbeiter, die im Zuge des Kriegs in den nächsten Monaten ihren Job verlieren werden, dies Donald Trump im Herbst danken werden, indem sie seine Republikaner wählen, ist an dieser Stelle für den US-Präsidenten eine der entscheidenden Fragen.

Auch für China steht viel auf dem Spiel. Der Iran ist einer der wichtigsten Verbündeten und das Reich der Mitte bezieht einen großen Teil des von ihm benötigten Öls aus dem Nahen Osten. Eine gesperrte Straße von Hormus würde China deshalb ebenfalls empfindlich treffen und ein wirtschaftlich strauchelndes China hat das Potential, auch den Rest der Welt in einen ökonomischen Abgrund zu ziehen.

Am Golf spielen in diesen Tagen deshalb alle Spieler mit einem sehr hohen Einsatz.





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