Die öffentliche Erzählung zur Entstehung der mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 folgt seit Jahren einem festen Muster: Pfizer und Moderna haben in beispielloser Geschwindigkeit neue Impfstoffe entwickelt, ermöglicht durch Innovationskraft, Notfallfinanzierung und die „Operation Warp Speed“. Doch nach Darstellung des Kardiologen und Internisten Dr. Peter McCullough greift dieses Narrativ zu kurz – und verschleiert einen entscheidenden Ursprung.

McCullough zufolge stammen die Grundlagen der mRNA-Technologie nicht aus der Pharmaindustrie, sondern aus militärischer Forschung der USA. Konkret verweist er auf ein Programm der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), der Forschungsabteilung des US-Verteidigungsministeriums.

Ein Programm aus dem Jahr 2012

Bereits im Jahr 2012 habe DARPA das sogenannte ADEPT Protect P3-Programm gestartet – eine „Pandemie-Präventions-Plattform“. Ziel dieses Programms sei es gewesen, genkodierte Impfstoffe auf Basis von RNA oder DNA zu entwickeln, mit denen sich eine Pandemie innerhalb von 60 Tagen stoppen lasse.

Für McCullough ist dieser Zeitrahmen entscheidend: Die oft beschworene „Warp-Geschwindigkeit“ sei keine spontane Reaktion auf SARS-CoV-2 gewesen, sondern das Ergebnis einer fast zehnjährigen Vorarbeit. Die Pandemie habe lediglich den Moment geliefert, in dem ein bereits existierendes System erstmals in der Breite eingesetzt wurde.

Moderna und das Militär

Auch die Rolle der Pharmaunternehmen ordnet McCullough neu ein. Moderna habe seinen ersten milliardenschweren Auftrag bereits 2013 erhalten, also lange vor COVID-19. Das Unternehmen sei nicht Ursprung der Technologie, sondern Auftragnehmer innerhalb militärisch geprägter Programme gewesen.

Parallel dazu habe das Militär an biologischen Bedrohungsszenarien gearbeitet – darunter Programme zu Pocken, Affenpocken, Milzbrand und anderen Erregern. SARS-CoV-2 sei in dieser Logik nicht Ausnahme, sondern Teil eines größeren sicherheitsstrategischen Rahmens gewesen, der Bedrohung und Gegenmaßnahme gleichzeitig denkt.

Notfallzulassung als militärisches Instrument

Besonders brisant ist McCulloughs Einordnung der Notfallzulassung (Emergency Use Authorization, EUA). Dieses Instrument sei ursprünglich nicht für die zivile Öffentlichkeit gedacht gewesen, sondern ein Mechanismus, um neue Technologien schnell im militärischen Kontext einzuführen.

Dass die EUA während der COVID-19-Pandemie erstmals flächendeckend auf die Zivilbevölkerung angewandt wurde, habe zu einer institutionellen Verschiebung geführt. McCullough deutet an, dass dies erkläre, warum sich Aufsichtsbehörden wie die FDA während der Pandemie ungewöhnlich zurückhaltend verhielten: Das Programm habe faktisch militärischen Ursprungs gehabt und sei auch so umgesetzt worden.

Eine andere Lesart der Pandemiepolitik

In dieser Interpretation erscheint die Impfkampagne nicht primär als medizinische Innovation aus der Industrie, sondern als Übertragung militärischer Logik auf die Gesellschaft. Einheitliche Umsetzung, fehlende Ausnahmen, zentralisierte Entscheidungen – für McCullough sind dies typische Merkmale militärischer Programme, die sich im zivilen Raum wiederfinden ließen.

Seine zentrale These lautet:
Die mRNA-Impfstoffe seien keine improvisierte Antwort auf ein Virus aus Wuhan, sondern der sichtbare Einsatz eines lange vorbereiteten militärischen Technologieprogramms – mit COVID-19 als Auslöser, nicht als Ursprung.

Offene Fragen bleiben

McCulloughs Aussagen widersprechen der offiziellen Darstellung von Politik, Behörden und Pharmaunternehmen in zentralen Punkten. Sie werfen Fragen nach Transparenz, ziviler Kontrolle und der Grenzziehung zwischen militärischer Forschung und öffentlicher Gesundheit auf.

Unabhängig davon, wie diese Thesen bewertet werden, machen sie eines deutlich: Die Geschichte der mRNA-Technologie ist komplexer, älter und politischer, als es die verkürzte Erzählung von „Warp Speed“ nahelegt.





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