Von Kai Rebmann
Der Aschermittwoch markiert das Ende der „tollen Tage“ – und damit traditionell auch den Beginn der Fastenzeit, die für gläubige Christen bis Ostern andauert. In diesem Jahr fiel dieser Tag mit dem Beginn des Ramadans zusammen, dem Fastenmonat der Muslime und einem der wichtigsten Anlässe im Islam. Für Edeka war und ist das Grund genug, seinen Kunden „eine schöne und besinnliche Fastenzeit“ zu wünschen – jedoch ausdrücklich nur den muslimischen!
„Ramadan Mubarak“, heißt es in einem Facebook-Post, der vor wenigen Tagen online gestellt wurde und einen mit Trockenfrüchten gefüllten Halbmond, Teelichter und weitere im Orient verortbare Dekoelemente zeigt. Vom nahenden Osterfest oder dem Fastenbrauch der Christen fehlt in dem Gruß jede Spur – was sich erst beim Blick in die Kommentarspalten ändert.
Dort lassen zahlreiche Nutzer ihrer Verwunderung, die teils bis zu regelrechter Empörung reicht, freien Lauf. „Uns Christen wird keine schöne Fastenzeit gewünscht?“, wird wohl nur rhetorisch gefragt, um damit auf das Offensichtliche hinzuweisen. Einem anderen Nutzer „fehlen die Worte“ und der nächste sieht darin gar einen „Grund mehr, nicht mehr bei Edeka einzukaufen.“
Kurzum: Die PR-Kampagne, und nichts anderes verbirgt sich dahinter, dürfte gewaltig nach hinten losgegangen sein und zum lupenreinen Eigentor werden. Daran ändert auch nichts, dass andere Nutzer doch noch so etwas wie Verständnis für die einseitige Aktion aufzubringen versuchen und sich über vermeintliche „Doppelmoral“ und die „ekligen“ Kommentare ihrer Vorredner echauffieren.
Edeka meidet C-Wort wie der Teufel das Weihwasser
Edeka selbst scheint ebenfalls schnell gedämmert zu sein, dass der Gruß zur Fastenzeit vollkommen aus dem Ruder zu laufen droht – und setzte zum „Nachbessern“ an. Aber auch diese zweite Chance zum Bau einer goldenen Brücke wurde recht kläglich vergeben und könnte „politisch korrekter“ wohl kaum formuliert sein: „Wir stehen für Vielfalt in der Gesellschaft. Bei uns ist jeder Mensch willkommen – unabhängig von Nationalität, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Alter.“
Das für viele längst ominös gewordene C-Wort findet also auch in dieser nachgeschobenen Erklärung keinerlei Verwendung, Christen werden bei Edeka ganz offensichtlich auch weiterhin „nur mitgedacht“, im Gegensatz zu den muslimischen Mitbürgern aber nicht ausdrücklich erwähnt.
Oder sollte man besser „muslimischen Kunden“ sagen? Denn genau darum geht es Edeka und Co natürlich in erster Linie, wenn sie die Feiertage des Islam in ihren Kampagnen in den Vordergrund rücken oder etwa zu Ramadan ganze Fußgängerzonen hell erstrahlen lassen, während für Beleuchtung zu christlichen Festen angeblich kein Geld da ist. Weihnachten und Ostern sind seit jeher die wohl größten Umsatzbringer, aber eben ein Selbstläufer, und erscheinen daher allenfalls noch als Beiwerk.
Ist es nun wirklich ein so großes Problem, wenn Muslimen eine schöne Fastenzeit gewünscht wird? Natürlich nicht, jedenfalls nicht grundsätzlich. Problematisch wird es nur dann, wenn dies, so wie hier geschehen, einseitig und damit eben ausschließlich auf diese Religion bezogen passiert – und das Ganze dann noch den Anstrich von „Vielfalt“ und „Neutralität“ verliehen bekommen soll.
Das Christentum und die dazugehörigen Feiertage werden in Deutschland seit Jahren konsequent zurückgedrängt und sollen ganz offensichtlich aus dem Blickfeld der öffentlichen Wahrnehmung getilgt werden. Schon in wenigen Wochen wird es dazu abermaligen Anschauungsunterricht geben. Denn die Debatten um die Abschaffung von Karfreitag, mindestens aber des gesetzlichen Tanzverbots an diesem Feiertag, werden von linksgrünen Kreisen auch dieses Jahr wieder losgetreten werden – so sicher, wie das Amen in der Kirche!
Zigtausende frieren – und unsere Medien spülen alles weich. Weil’s linker Terror war, nicht rechter.
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Kai Rebmann ist Publizist und Verleger. Er leitet einen Verlag und betreibt einen eigenen Blog.
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