Leserbrief von Thomas, 22.01.2026

Unruhen in Minneapolis: Vorbote eines Bürgerkrieges „bis zum letzten US-Amerikaner“?

Ich bin in der DDR aufgewachsen, war in der DSF (Deutsch-Sowjetische-Freundschaft), bin von Beruf Lehrer. Ich halte es mit Wladimir Putin: „Wer die Sowjetunion nicht vermisst, hat kein Herz, wer sie wiederhaben will, hat keinen Verstand.“

Ich finde es richtig, dass Russland im Gegensatz zur Ukraine keine Entkommunisierung durchführt und die Erinnerung an Lenin, Marx, Thälmann, Rosa Luxemburg u.a. Revolutionäre hoch hält. Russland hat deshalb hohes Ansehen in großen Teilen der Welt, weil es seit der Oktoberrevolution immer mit dem antikolonialen Kampf der Völker Afrikas, Asiens und Lateinamerikas verbunden war.

Auch die sozialen und gesellschaftlichen Errungenschaften der Sowjetunion sollten in Russland bewahrt werden, die Frauenrechte, die Rechte der Arbeiterklasse, die internationale Solidarität, das Eintreten gegen Faschismus, Militarismus, Rassismus und Imperialismus.

Die AfD ist eine faschistische Partei. Im Osten Deutschlands zeigt sie sich russlandfreundlich, weil die Menschen die Vorteile jahrzehntelanger Kooperation mit Russland nicht vergessen haben.

In Westdeutschland ist das anders. Auch in der westdeutschen AfD stehen russophobe Politiker in den Startlöchern. Familien mit militärischer Tradition oder im Sicherheitsapparat haben die Niederlage des faschistischen Deutschlands nicht vergessen. Für sie ist der 8. Mai kein Tag der Befreiung. Dieses Russlandbild knüpft nahtlos an das antikommunistische Weltbild des kalten Krieges an. Es ist das Weltbild, welches in den meisten Köpfen in der Politik der BRD noch vorhanden ist. Wenn die AfD einmal an der Macht ist, wird es mit der angeblichen Russlandfreundlichkeit vorbei sein. Als militaristische Partei braucht sie das Feindbild Russland, um die gigantischen Rüstungsvorhaben von 5% des BIP zu rechtfertigen. Langfristige und echte Freundschaft kann es mit Nazis nie geben. Deshalb Vorsicht bei der Kungelei mit der AfD.

Jelena Karajewa verteidigt in ihrem Artikel die rassistische und faschistische Innenpolitik Donald Trumps und diffamiert die Proteste dagegen als „Mob“ und verunglimpft und verhöhnt die Opfer als Junkies und Kriminelle. Ich gebe zu bedenken, dass die Staatsgewalt in den USA die Interessen einer kleinen Elite des MIK (militärisch-industriellen Komplexes) sowie des Finanzkapitalismus schützt.

Es sind die gleichen Eliten, die in der Ukraine Schwarzerdeböden aufkaufen und die Errungenschaften der Oktoberrevolution bekämpfen. Politiker wie Trump, Netanjahu oder Erdogan sind Faschisten, da sie Menschen nach Wertigkeit sortieren. Sie verbünden sich nur scheinbar zuweilen mit Russland, wenn es ihnen nutzt.

Trump hat nur deswegen halbwegs Respekt vor Putin, weil Russland (zum Glück) Atomwaffen besitzt. Die Politik des US-Imperialismus in irgendeiner Form, und sei es in der Innenpolitik, zu verteidigen, ist ein Verrat an den Prinzipien jeglicher Revolution. Was Trump in den USA mit Minderheiten, Migranten, Frauenrechten usw. macht, gleicht letztlich der Politik ukrainischer Faschisten gegen alles Russische in der Ukraine.

Mit Rechten, Nazis, Faschisten usw. zu kungeln, mag diese kurzzeitig beeindrucken, aber bringt keine dauerhaften Bündnisse und keine Zukunftsfähigkeit. Wenn Russland mit antikolonialen Ländern wie Brics und dem globalen Süden zusammenarbeitet, ist es auf der richtigen Seite.

Der Platz Russlands ist an der Seite Venezuelas und nicht an der Seite Trumps. Hier würde ich mir von Kommentatoren auf RT mehr klare Linie wünschen. Die Beliebigkeit gegenüber der US-Regierung im allgemeinen und gegenüber Trump im besonderen ist abzulehnen.

Der Gegner sind nicht Demonstranten auf amerikanischen Straßen, der Gegner sind die Eliten des amerikanischen und insgesamt westlichen Finanz- und Monopolkapitalismus. Das sollte auch klar benannt werden.



Source link