Zwei Tage nach dem schweren Zugunglück im Süden Spaniens mit mehr als 40 Toten ist es in der Nähe von Barcelona erneut zu einem tödlichen Unfall gekommen: Ein Nahverkehrszug rammte die auf den Gleisen liegenden Trümmer einer eingestürzten Mauer, dabei wurden ein Mensch getötet und dutzende weitere Fahrgäste verletzt.
Bei den Aufräumarbeiten nach der Zugkatastrophe im Süden des Landes wurde derweil am Mittwoch ein 43. Todesopfer geborgen.
„Eine Stützmauer stürzte auf die Gleise und verursachte einen Unfall mit einem Personenzug“, teilte der Zivilschutz der Region Katalonien am Dienstagabend mit. Der Unfall habe sich etwa 40 Kilometer westlich von Barcelona in der Gemeinde Gelida ereignet. Die Mauer war in Folge eines Sturms und heftiger Regenfälle eingestürzt, Mauerbrocken fielen auf die Gleise.

Während eines Sturms stürzte eine Stützmauer auf die Gleise und traf auch den Zug.
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Ein Toter, fünf Menschen in Lebensgefahr
Es seien ein Mensch gestorben und 37 weitere verletzt worden, teilte die katalanische Innenministerin Núria Parlon mit. Fünf Menschen schwebten nach ihrer Bergung in Lebensgefahr. Fast alle Verletzten saßen nach Angaben der Rettungskräfte im vordersten Waggon des Zuges.
Bei dem Todesopfer handelte es sich nach Angaben des Betreibers der katalanischen Nahverkehrszüge, Rodalies de Catalunya, um einen Mitarbeiter des Unternehmens. Die Polizei sprach bei dem Getöteten von einem 1998 geborenen Mann, der an Bord des Zuges „eine Ausbildung“ gemacht habe.

Die Nahverkehrszüge in Katalonien sind vor allem in den Hauptverkehrszeiten voll.
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Die Rettungskräfte untersuchten die Trümmer des Waggons bis tief in die Nacht, wie ein AFP-Reporter berichtete. Der Aufprall des Zuges auf die Mauerreste hatte den ersten Waggon in eine Masse zusammengepressten Metalls verwandelt. Der Zugverkehr in der Region blieb bis Mittwochvormittag unterbrochen.
Zweites Zugunglück binnen drei Tagen
Es war das zweite Zugunglück in Spanien innerhalb von nur drei Tagen: Am Sonntag war ein Hochgeschwindigkeitszug nahe dem Ort Adamuz im Süden des Landes entgleist und mit einem entgegenkommenden Zug zusammengestoßen, der ebenfalls entgleiste.

Von einigen Waggons der im Süden Spaniens verunglückten Hochgeschwindigkeitszüge blieben nur Trümmer übrig.
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Bei den Aufräumarbeiten nach der Katastrophe wurde nach Behördenangaben am Mittwoch ein weiteres Todesopfer entdeckt. Damit stieg die Zahl der Opfer auf 43. Zudem befanden sich am Mittwoch noch immer 37 Menschen im Krankenhaus – neun davon auf der Intensivstation.
Das Unglück hatte sich auf gerader Strecke ereignet, die Ursache war auch am Mittwoch weiter unklar. In Gedenken an die Opfer der Katastrophe wurde bei der Eröffnung der Internationalen Tourismusmesse in Madrid eine Schweigeminute abgehalten. Zudem galt weiter landesweite Nationaltrauer. (afp/red)