Nach einem schweren Erdrutsch auf einem Campingplatz am Mount Maunganui in Neuseeland werden mehrere Menschen vermisst, darunter vermutlich auch Kinder. Der Erdrutsch zerstörte Teile des bekannten Campingareals. Zelte wurden von den Schlamm-Massen platt gedrückt, wie die Polizei mitteilte.
Eine einstellige Anzahl von Menschen werde noch vermisst, sagte der stellvertretende neuseeländische Polizeipräsident Tim Anderson am Unglücksort. Der Schlamm befinde sich noch in Bewegung, erklärte Anderson. Obwohl der Schlamm sich weiterhin in Bewegung befinde, seien Rettungsarbeiten im Gange.
Unter den Trümmern waren nach Angaben von Rettungskräften Stimmen zu hören. Menschen auf dem Campingplatz hätten sofort nach dem Erdrutsch versucht, sich durch die Trümmer zu graben, erklärte der Leiter der Feuerwehr und Rettungsdienste, William Pike.
Rettungskräfte hätten jedoch kurz darauf alle Menschen wegen der Gefahr weiterer Erdbewegungen von dem Unglücksort abziehen müssen. Seitdem seien keine Stimmen mehr zu hören gewesen.

Der Erdrutsch auf einem Campingplatz begrub unter anderem den Toilettenblock.
Foto: Supplied/Radio NZ/dpa
Genaue Zahl der Vermissten unklar
Polizeichef Tim Anderson konnte keine genaue Zahl der Vermissten nennen, sagte aber auf einer Pressekonferenz, es handle sich um „eine einstellige Zahl“. Wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche mussten die Retter extrem vorsichtig vorgehen. Es sei aber „möglich, dass wir noch jemanden lebend finden“, betonte Anderson.
Der Badeort Mount Maunganui liegt auf einer Halbinsel und ist für seine Natur, Strände und einen markanten erloschenen Vulkan bekannt – von den Neuseeländern schlicht „The Mount“ genannt. Das Gebiet liegt in der weltbekannten Region Bay of Plenty auf der Nordinsel. In Neuseeland sind derzeit Sommerferien, viele Menschen sind auf Reisen.
Notstand in mehreren Regionen nach Rekordregen
Nach einem weiteren Erdrutsch in der nahegelegenen Ortschaft Tauranga erklärte die Polizei zunächst, zwei Menschen hätten sich in Sicherheit bringen können, zwei weitere würden noch in einem verschütteten Wohnhaus vermisst. Später gab die Polizei bekannt, dass zwei Todesopfer entdeckt worden seien.
Auslöser der Unglücke war extremer Starkregen: In der Region fiel innerhalb von zwölf Stunden so viel Regen wie sonst in zweieinhalb Monaten – der höchste Tageswert seit Beginn der Aufzeichnungen. In mehreren Regionen wurde der Notstand ausgerufen.
Auch in anderen Teilen der Nordinsel kam es zu schweren Überschwemmungen. Nördlich von Auckland wird nach einem Mann gesucht, der mit seinem Auto beim Versuch, den Mahurangi River zu überqueren, von den Fluten mitgerissen wurde.
Die Einsatzteams waren unter anderem mit Drohnen, Hubschraubern und Rafting-Booten im Einsatz, wie der Sender Radio New Zealand berichtete. (dpa/ks)