In den Tourismusgebieten muss auch die einheimische Bevölkerung die hohen Preise für Liftkarten zahlen. Das schreibt eine EU-Richtlinie vor. Aber es gibt Ausnahmen. Jetzt möchte FPÖ-EU-Abgeordneter Gerald Hauser eine generelle Lösung für die Menschen, die mit ihren Abgaben zwar die Infrastruktur in ihrer Region mitfinanzieren, diese aber dann nur teuer nutzen können.
Wohnsitzbezogenes Modell
Das Dienstleistungsgesetz mit seiner Gleichstellungsbedingung wird als Argument gegen „Einheimischentarife“ angeführt, was nicht erforderlich sei, so Hauser. Während man in Österreich aus Angst vor möglichen Einwänden aus Brüssel einknicke, seien andere Länder, wie zum Beispiel Südtirol, pragmatischer. Dort gebe es den „Family Regio Pass“ als wohnsitzbezogenes Modell, und auch Toulouse in Frankreich zeige mit seinen städtischen Freizeit- und Kultureinrichtungen, wie man die lokale Bevölkerung entlasten könne.
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Massive Rechtsunsicherheit
In einer frühere Anfragebeantwortung an Hauser hat die EU-Kommission zu „Einheimischentarifen bei Skiliften“ zwar erklärt, dass wohnsitzbezogene Preisunterschiede unter bestimmten Voraussetzungen möglich seien, sich jedoch auf eine „Einzelfallprüfung“ berufen. Dies führe in der Praxis zu massiver Rechtsunsicherheit für Mitgliedstaaten, Institutionen und Betriebe, ist Hauser überzeugt. Wörtlich sagte er in einer Aussendung:
Wir müssen Einheimischentarife für die lokale Bevölkerung zukünftig generell ermöglichen! Dafür braucht es Rechtssicherheit für alle Anbieter – auf EU- wie auch auf nationaler Ebene.
FPÖ-Bürgermeister schlug EU ein “Schnippchen”
Wie berichtet, hat ein Parteifreund Hausers, der FPÖ-Bürgermeister von Bad Kleinkirchheim im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten, Matthias Krenn, der EU bereits ein „Schnippchen“ geschlagen. Weil Brüssel in einer Richtlinie eben vorsieht, dass Einheimische keine günstigeren Liftpreise beim Schifahren haben dürfen, gründete Krenn eine „Kircheimkarte“, die die Gemeinde mitfinanziert und die den Menschen vor Ort Vorteile bringt.