Von Kai Rebmann

Die schon vor Jahren angeschobene Mobilitätswende in Deutschland ist krachend gescheitert. Gleich mehrere milliardenschwere Steuergeld-Booster sollten dem E-Auto zum Durchbruch verhelfen und den Weg ins CO2-freie Paradies ebnen. Inzwischen hätte bei den politisch Verantwortlichen pure Ernüchterung einkehren müssen, ein auch nur oberflächlicher Blick auf die bisherigen Zahlen würde hierzu vollkommen ausreichen.

Doch der Konjunktiv bleibt an dieser Stelle das Gebot der Stunde. Zwar vergeht aktuell kaum ein Tag, an dem nicht über die angebliche Kehrtwende beim Verbrenner-Aus und den vermeintlichen Verdienst der deutschen Politik an dieser Kursänderung der EU berichtet würde – die Wahrheit ist freilich eine ganz andere. Tatsächlich handelt es sich bestenfalls um einen Turnaround mit angezogener Handbremse, während die eigentliche Geisterfahrt mit Vollgas fortgesetzt wird.

Eine in der vergangenen Woche veröffentlichte Studie der US-Unternehmensberatung Kearney zeichnet ein düsteres Bild für die europäischen Autobauer, sollte die EU beim Verbrenner-Aus nicht zum Einlenken bereit sein und ab dem Jahr 2035 keine Diesel oder Benziner mehr zulassen. In China seien Mercedes, Volkswagen, Renault und Co bei batteriebetriebenen Fahrzeugen „nicht mehr wettbewerbsfähig“, in den USA drohten massive Belastungen durch die dortige Zollpolitik und in der EU stünden die heimischen Hersteller durch die Flottengrenzwerte unter einem „beispiellosen regulatorischen und finanziellen Druck“, so die Autoren der Studie.