Mitten im Pilnacek-U-Ausschuss bringt der Sohn von SPÖ-Ex-Kanzler Christian Kern, Niko Kern, plötzlich noch mehr Brisanz in den Fall. Er glaubt nicht mehr an die Selbstmord-Theorie.
“Suizid/Unfall-Theorie kann man wohl begraben”
Auf dem Kurznachrichtendienst X veröffentliche Kern einen Ausschnitt eines Standard-Artikels über die Smartwatch Pilnaceks und schrieb darüber:
Wir halten fest: Pilnacek war irgendwo komplett abgeschieden im Wasser, in unmittelbarer Nähe von anderen Mobiltelefonen. Also solange Pilnacek sich nicht mit Freunden zum nächtlichen Plantschvergnügen verabredet hat, kann man die Suizid/Unfall Theorie wohl begraben.
ÖVP boykottiert U-Ausschuss
Der Ex-Kanzler-Sohn ist wohl nicht der Einzige in Österreich, der solche Überlegungen anstellt. Fragen tauchen vor allem auf, weil die ÖVP anscheinend alles unternimmt, um den Pilnacek-U-Ausschuss zu boykottieren.
Hafenecker droht mit Exekution durch Bundespräsidenten
Heute, Donnerstag, unmittelbar vor der nächsten Befragungsrunde im U-Ausschuss, beschwerte sich der blaue Fraktionsführer Christian Hafenecker über das ÖVP-Innenministerium, das immer noch säumig sei, den ersten Teil der Smartwatch-Auswertung zu liefern. Hafenecker erinnerte Minister Gerhard Karner an die Zeit von Gernot Blümel (ÖVP), der nach Weigerung, Akten zu liefern, vom Bundespräsidenten exekutiert worden sei. Er, Hafenecker, werde nicht davor zurückschrecken, diesen Weg auch bei Karner zu gehen.
Wurde auf Ärztin Druck ausgeübt?
„Hat ÖVP-Innenminister Karner etwas zu verbergen?“, fragte Hafenecker. Heute wird die einzige am Fundort der Leiche anwesende Ärztin von den Ausschuss-Mitgliedern befragt. Unter anderem soll geklärt werden, ob auf die Ärztin, die eine Obduktion verlangt hatte, Druck ausgeübt worden war.
Behörden-Versagen soll geklärt werden
Wie berichtet, ist der frühere Sektionschef im Justizministerium am 20. Oktober 2023 in einem Altarm der Donau in Rossatz-Arnsdorf (Bezirk Krems) tot aufgefunden worden. Seither wird an der Selbstmord-Theorie gezweifelt. Die Umstände, wie Pilnacek zu Tode gekommen war, sind aber nicht Gegenstand des U-Ausschusses, der allerdings klären möchte, ob es im Zuge der Ermittlungen zu Behörden-Versagen kam.