Nach den schweren Niederlagen der FDP bei den Landtagswahlen in diesem Jahr hat der Bundesvorsitzende Christian Dürr seinen Rücktritt angeboten. In einer Sitzung des FDP-Vorstands habe Dürr am Montag erklärt, seinen Posten zur Verfügung zu stellen, verlautete von Teilnehmern gegenüber der Nachrichtenagentur AFP in Berlin.

Kubicki will keinen Parteivorsitz werden

Zuvor hatte FDP-Vize Wolfgang Kubicki sich hinter Dürr gestellt. Dieser sei „vor zehn Monaten für zwei Jahre mit großer Mehrheit gewählt worden“, sagte Kubicki dem „Stern“ am Montag. Eigene Ambitionen auf den Parteivorsitz hege er vorerst nicht.

„Ich schließe grundsätzlich nichts aus und halte mich für vieles geeignet – vom Bundespräsidenten bis zum Dax-CEO. Aber im Moment stellt sich die Frage nicht. Neuwahlen in der Partei müssten andere vorbereiten.“

Eine komplett neue Parteispitze soll im Mai gewählt werden

Beim Bundesparteitag im Mai soll demnach eine komplett neue Parteispitze gewählt werden: Einen entsprechenden Vorschlag unterbreitete Dürr demnach dem FDP-Vorstand, der dies mit großer Mehrheit angenommen habe.

Offen blieb zunächst, ob Dürr bei der Wahl erneut antritt. Er erwäge eine abermalige Kandidatur, um sich eine neue Legitimation für seinen Kurs zu besorgen, hieß es aus seinem Umfeld gegenüber AFP.

Dürr war erst im vergangenen Mai als Nachfolger des langjährigen Parteichefs Christian Lindner an die FDP-Spitze gewählt worden. Lindner hatte sich zurückgezogen, nachdem die FDP bei der Bundestagswahl im Februar an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war. Bei den Landtagswahlen in diesem Monat in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz war die FDP ebenfalls aus den Parlamenten geflogen. (afp/dts/red)



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