Ein Gastbeitrag von Klaus Kelle

Mit Brigitte Bardot ist nicht nur eine Schauspielerin gestorben, sondern das letzte große Symbol einer Ära, die die sexuelle Befreiung mit einläutete und gleichzeitig an ihren eigenen Widersprüchen zerbrach. Sie war die Frau, die das Schmollen zur Kunstform erhob und Frankreich mehr Devisen einbrachte als die Automobilindustrie. Doch hinter der Fassade der „Kindfrau“ verbarg sich eine Persönlichkeit, die zeitlebens gegen die Fesseln der Gesellschaft und für die Rechte derer kämpfte, die keine Stimme haben – oft bis zur Grenze des Erträglichen.

Es war das Jahr 1956, als Roger Vadim mit „…und immer lockt das Weib“ ein Beben auslöste. Bardot tanzte barfuß, wild und mit einer Natürlichkeit, die das konservative Nachkriegseuropa schockierte. Sie war kein konstruierter Hollywood-Star; sie war die personifizierte Rebellion.