Von Kai Rebmann

Die Gasspeicher in Deutschland waren zu Jahresbeginn so niedrig befüllt wie noch nie zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der entsprechenden Datenerhebung im Jahr 2011. Je nach Quelle und exaktem Zeitpunkt der Messung lag der Wert zwischen 50 und 58 Prozent bei einer verfügbaren Gesamtkapazität von rund 250 Terawattstunden (TWh). Im langjährigen Schnitt liegt die Füllquote zu Jahresbeginn üblicherweise bei deutlich über 70 Prozent, in den vergangenen Jahren wurden auch schon 80 Prozent erreicht. Der Füllstand lag zuletzt – am 7. Januar – rund 21 Prozentpunkte niedriger als im langjährigen Mittel der Jahre 2017 bis 2021 und noch unterhalb der kritischen Füllstände zu Beginn des Ukraine-Kriegs.

Damit setzt sich ein Trend fort, der schon im gesamten Jahresverlauf 2025 zu beobachten war und sich jetzt durch den kalten Winter und den erhöhten Bedarf der Industrie weiter bestätigen zu scheint. Bereits im August lag der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland zeitweise bei nur 65 Prozent, worin selbst die Grünen damals ein klares „Warnsignal“ sahen.

Was im Sommer noch kein wirklich großes Problem ist, sieht im Winter natürlich ganz anders aus. Bundesnetzagentur und Versorger versuchen zwar zu beschwichtigen und verweisen auf angeblich zuverlässige Importquellen, etwa aus Norwegen und den Niederlanden, sowie fünf neuen LNG-Terminals. Doch die ersten Experten, unter anderem der Verband der Gasspeicherbetreiber (INES), zeigen sich dennoch alarmiert und warnen bereits vor kritischen Szenarien.

INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann sieht die technisch vorhandenen Möglichkeiten nicht ausgereizt und blickt entsprechend sorgenvoll auf das, was da in den nächsten Wochen und Monaten noch auf Deutschland zukommen könnte: „Die Speicherbefüllung für den Winter 2025/26 reicht für den Fall eines extrem kalten Winters trotz der neuen LNG-Importkapazitäten nicht aus.“