Hintergrund ist ein Urteil des Schweizer Bundesverwaltungsgerichts vom Februar 2026 (A-488/2024, A-514/2024, A-619/2024). Erst dadurch sah sich das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gezwungen, am 16. April 2026 erstmals Teile der COVID-Impfstoffverträge zu veröffentlichen.

Freiwillig geschah das nicht.

Nicht die Politik setzte Transparenz durch, sondern drei Privatpersonen: der Solothurner Rechtsanwalt und SVP-Nationalrat Rémy Wyssmann, die Zeitschrift Beobachter sowie ein weiterer Journalist. Sie mussten über Jahre klagen, damit Bürger überhaupt Einblick in Verträge erhalten, die mit Steuergeld finanziert wurden.

Das Ergebnis:

Moderna- und Novavax-Verträge wurden veröffentlicht. Pfizer bleibt weitgehend geschwärzt.

Das BAG argumentiert, das Urteil habe sich konkret nur auf Moderna und Novavax bezogen. Wer vollständige Einsicht in Pfizer-Unterlagen wolle, müsse erneut klagen.

Besonders brisant:

  • Seiten 35 bis 61 des Pfizer-Dokuments sind vollständig geschwärzt
  • Die PDFs wurden nur eingescannt veröffentlicht, nicht maschinenlesbar
  • Wichtige Passagen zu Preisen, Haftung und Vertragslaufzeiten fehlen

Was trotzdem erkennbar ist:

Preise:

Die konkreten Preise bleiben geschwärzt. Zusätzlich gab es offenbar Reservierungsgebühren.

Haftung:

Im Vertrag steht, dass der Staat den Hersteller entschädigt. Sichtbar ist die Passage:

„Die Regierung verpflichtet sich hiermit, Pfizer, BioNTech …“

Wie weit diese Haftung reicht, bleibt geschwärzt.

Lieferpflicht:

Offenbar keine klaren Strafzahlungen bei Nichtlieferung.

Gerichtsstand:

Zwar gilt materiell Schweizer Recht, Zuständigkeitsfragen sollen sich aber nach dem US Federal Arbitration Act richten.

Rückverfolgbarkeit:

Laut Vertrag wurden die Dosen nicht serialisiert. Man weiß also, welche Apotheke welche Charge bekam – nicht aber, wer welche Einzeldosis erhielt.

Schweigepflicht:

Öffentliche Aussagen offenbar nur mit schriftlicher Zustimmung des Herstellers. Die Dauer der Geheimhaltung bleibt geschwärzt.

Der Kern der Kritik:

Ein Staat schließt in einer Krisensituation Verträge, übernimmt mutmaßlich weitreichende Haftungsrisiken, akzeptiert Geheimhaltungsklauseln – und hält diese Verträge anschließend jahrelang vor der eigenen Bevölkerung verborgen.

Erst durch Klagen einzelner Bürger kommt nun ein Teil ans Licht.

Fazit:

Der X-Post von Tobias Ulbrich wirft eine zentrale Frage auf:

Wie transparent handeln Regierungen, wenn Milliardenverträge mit Pharmakonzernen abgeschlossen werden – und warum müssen Bürger Jahre vor Gericht ziehen, um Einblick zu erhalten?





Source link