In Kürze:

  • G7-Finanzminister und Internationale Energieagentur beraten über Maßnahmen zur Stabilisierung der Energieversorgung.
  • Freigabe strategischer Ölreserven wurde diskutiert, aber noch nicht beschlossen.
  • Ölpreise stiegen zeitweise auf fast 120 US-Dollar – Sorge vor Lieferunterbrechungen wächst.
  • Krieg im Iran und Störungen in der Straße von Hormus belasten Märkte und treiben Energiepreise.

Am Montag, 9.3., haben die Finanzminister der G7 und die Internationale Energieagentur (IEA) über Maßnahmen zur Stabilisierung der Energieversorgung beraten. Hintergrund ist der deutliche Preissprung auf den weltweiten Märkten infolge der Militäroperation der USA und Israels im Iran.

Wie die BBC berichtet, haben die Teilnehmer auch die Möglichkeit einer Freigabe strategischer Ölreserven diskutiert. Eine Entscheidung darüber fällten sie jedoch nicht. Sie erklärten lediglich, man sei bereit, „notwendige Maßnahmen“ zur Stabilisierung des Energiemarktes zu ergreifen.

Kriegsschäden an Anlagen treiben Ölpreise noch weiter

Der IEA zufolge verfügen die G7 über staatliche Notfallreserven im Umfang von mehr als 1,2 Milliarden Barrel. Zudem gebe es rund 600 Millionen Barrel an Industrievorräten, auf die Staaten eine Zugriffsverpflichtung hätten. Auch am Montag war der Preis für Brent-Öl an asiatischen Börsen zeitweise um mehr als 25 Prozent auf knapp 120 US-Dollar pro Barrel gestiegen, bevor er auf rund 102 US-Dollar fiel.

An den weltweiten Aktienbörsen sorgte dies erneut für Kurseinbrüche. Hintergrund ist die Angst vor längeren Lieferunterbrechungen. Seit Anfang des Krieges im Iran ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus beinahe zum Erliegen gekommen. Rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels verlaufen üblicherweise durch diese Wasserstraße.

Zudem haben Angriffe Israels und der USA Öldepots getroffen. Drohnenangriffe des Iran auf mit den USA verbündete Golfstaaten nahmen ihrerseits Ölfelder und Energieanlagen ins Visier. Analysten wie Paul Gooden von NinetyOne Asset Management halten kurzfristig Ölpreise von 120 bis 150 US-Dollar pro Barrel für möglich.

Inflation und neue Rezession voraus?

Preise in dieser Höhe können letztlich zu einem Nachfragerückgang führen, weil Unternehmen und Verbraucher versuchen, Energieverbrauch zu vermeiden. Die Wirtschaftsdynamik könnte jedoch zum Erliegen kommen und eine Rezession drohen.

Auch der britische Gaspreis für Lieferungen im nächsten Monat stieg kurzfristig um fast 25 Prozent. Seit Beginn des bewaffneten Konflikts im Iran haben sich die Preise nahezu verdoppelt. Sie liegen allerdings noch unterhalb der Spitzenwerte von 2022, als der Ukrainekrieg die Preise in die Höhe schießen ließ.

Eine weitere Steigerung der Energiepreise könnte die Inflation erneut anheizen. Dies wiederum droht Zinssenkungen ausfallen zu lassen – wenn die Notenbanken nicht sogar wieder die Zinsen nach oben drehen. In Großbritannien rechnen Märkte dem BBC-Bericht zufolge insgeheim bereits mit der Möglichkeit eines Zinsanstiegs zum Jahresende.

Trump: Ölpreise werden nach Ende der Militäroperation fallen

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Truth Social, die höheren Ölpreise seien ein „kleiner Preis für Sicherheit und Frieden“. Die Militäroperation sei erforderlich, um die iranische nukleare Bedrohung zu beseitigen. Die USA kündigten in der Vorwoche an, Handelsschiffe durch die Straße von Hormus begleiten zu wollen. Bislang wagen Reeder jedoch nach wie vor nicht den Weg durch die Meerenge. Der Markt geht derzeit nicht von einem schnellen Ende des Krieges aus.



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