Ein Gespräch mit Pepe Escobar

Pepe Escobar einen Mann der Welt zu nennen wäre eine grobe Untertreibung. Er hat die Welt mehr Male bereist als er wahrscheinlich zählen möchte und ist ein Experte in allen geopolitischen Schauplätzen. Aus diesem Grund war er der ideale Gast für diese Ausgabe der „Mutter aller Talkshows“.

In einem ausführlichen Interview mit dem Moderator George Galloway wird eine Vielzahl aktueller internationaler Krisen beleuchtet von der Situation in Iran über Venezuela und Kuba bis hin zu den Spannungen in Europa Russland und den USA. Escobar bekannt für seine scharfsinnigen Analysen teilt Einblicke aus seinen Kontakten in Teheran Moskau und Peking und zeichnet ein Bild einer Welt am Rande des Chaos.

Iran Farbrevolution Eskalation und militärische Vorbereitung

Das Gespräch beginnt mit der brisanten Lage in Iran wo eine gescheiterte Farbrevolution zu neuen Eskalationsdrohungen führt. Der Moderator fasst zusammen dass nach dem Misserfolg der Umsturzversuche nun gefälschte Aufnahmen aus Paris und Los Angeles als Beweise für Unruhen in Teheran herhalten müssen. Der abgesetzte Schah von Persien der möglicherweise nie in Iran war oder nur als Kind scheint keine Chance auf Rückkehr zu haben.

Escobar bestätigt dass Iran politisch geopolitisch und militärisch vollständig vorbereitet ist im Gegensatz zur Situation vor dem „12 Tage Krieg“. Er berichtet von massiven Demonstrationen in Städten wie Yazd und Isfahan die die Regierung unterstützen und kündigt eine landesweite Kundgebung für den nächsten Tag an.

Die Provokateure sind klar identifiziert Es handelt sich um das altbekannte Playbook der Farbrevolutionen das Escobar bereits 2019 in Hongkong miterlebt hat. Angriffe auf U Bahn Eingänge Busse und öffentliche Gebäude bewaffnete Aufständische darunter ISIS Zellen die von den „üblichen Verdächtigen“ aktiviert wurden sind Teil desselben Musters.

Gesellschaftliche Unterstützung und militärische Eskalationsszenarien

Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen wie Inflation Missmanagement und über 40 Jahre andauernden Sanktionen genießt die Regierung nach Escobars Angaben 95 bis 98 Prozent Unterstützung der Bevölkerung. Die Proteste die oft wirtschaftlich motiviert beginnen werden von externen Akteuren instrumentalisiert doch diesmal wird es nicht funktionieren.

Iran ist militärisch auf alles vorbereitet was vom „zionistischen internationalen Axis“ kommen könnte. Der Moderator erwähnt Trumps Andeutung von Raketenangriffen worauf Escobar erwidert dass Irans Reaktion unvermeidlich wäre Alle US Basen im Persischen Golf stünden im Visier. Die Golf Monarchien seien in Panik da Irans Raketen mit einer Reichweite von 2000 Kilometern alles in der Region treffen könnten.

Iran sei von US Basen umzingelt nicht umgekehrt wie es in den USA oft dargestellt wird. Zudem verfüge Iran über ungetestete Waffen die nun eingesetzt werden könnten. Die Integration zwischen IRGC Armee und oberster Führung sei seit dem 12 Tage Krieg organischer geworden.

Escobar warnt vor einem Angriff durch den „Neo Caligula“ eine Anspielung auf Trump der unweigerlich scheitern würde. Israel könne sich nicht heraushalten Große Demonstrationen in Tel Aviv fordern Netanjahus Rücktritt da Israel im Falle eines neuen Krieges das primäre Ziel wäre.

Escobar erinnert an den letzten Konflikt als israelische Generäle das Weiße Haus anflehten über Dritte wie Katar die Iraner zum Einstellen des Feuers zu bewegen nachdem Tel Aviv angegriffen wurde. Nun studierten iranische Politiker und Generäle sogar präventive Szenarien Bei Kenntnis eines bevorstehenden Angriffs könnten sie zuerst zuschlagen. Die Situation sei „beyond volatile“ jenseits aller Volatilität und Trumps Rhetorik gieße nur Öl ins Feuer.

Lateinamerika Venezuela Kuba und der globale Kontext

Der Fokus wechselt zu Lateinamerika wo Trumps Äußerungen zu Kuba als besonders bedrohlich wahrgenommen werden. Nach der kurzen Invasion Venezuelas die scheiterte da die Invasoren den bewaffneten Millionen Venezolanern nicht standhalten konnten droht nun eine totale Blockade Kubas.

Dies umfasst nicht nur die seit über einem halben Jahrhundert andauernde US Blockade sondern auch Verbote für Dritte Öl Nahrung Medikamente oder Geld an Kuba zu liefern. Escobar sieht hier eine Erklärung des totalen Krieges gegen Kuba.

Im größeren Bild fragt der Moderator ob die USA versuchen alle Probleme in ihrem beleidigend bezeichneten „Hinterhof“ auf einmal zu lösen und ob dies China und Russland ermutigen könnte dasselbe in ihren Sphären zu tun.

Escobar widerspricht einer direkten Verbindung Russische und chinesische Diplomatie folgen eigenen Prioritäten nicht reaktionär den USA. Russland plane langfristig China in Fünfjahresplänen.

Venezuela Russland China und geopolitische Fehlkalkulationen

Interessant sei ein Szenario das Escobar mit russischen und chinesischen Kontakten diskutiert hat Beide Mächte hätten von den US Plänen in Venezuela gewusst und nichts unternommen um sie zu verhindern um Trump einen „gigantischen geopolitischen Fehler“ machen zu lassen.

Nach dem Motto „You break it you own it“ müsse Trump nun mit den Konsequenzen leben. US Energiekonzerne wie ExxonMobil halten Venezuela für „uninvestable“ Selbst 183 Milliarden Dollar Investitionen würden 16 Jahre benötigen um die Produktion auf drei Millionen Barrel pro Tag zu bringen ein lächerlicher Wert.

Trump habe nichts erreicht Kein Regimewechsel nur ein kurzes „Mini Netflix“ ohne Fortsetzung. Maduro halte stand Vizepräsidentin Delcy Rodríguez sei eine harte Verhandlerin.

Nun drohe Trump mit Invasionen in Grönland Kuba Mexiko Kolumbien warum nicht Patagonien Escobar nennt es „tragikomisch in seiner Stupidität“.

Europa NATO und Russland

In Europa mobilisiere man sich gegen die USA was die NATO bedrohe. Escobar sieht die NATO bereits de facto kollabieren parallel zum Zerfall der EU möglicherweise zeitgleich.

Europäer betteln um US Friedenstruppen in der Ukraine bei einem Waffenstillstand fürchten aber gleichzeitig Trumps Pläne für Grönland. Dies sei das perfekte Bild der Brüsseler Hilflosigkeit Betteln und Panik zugleich.

Bezüglich Russland spürt der Moderator eine Verschlechterung des Vertrauens in Trump nach dem „Geist von Anchorage“ den Treffen in Alaska die auf Verhandlungen hindeuteten. Escobar stimmt zu Der Geist sei ein „toter Leichnam“.

Der Auslöser war der Angriff auf das Kommandozentrum der nuklearen Triade in Nowgorod auch eine Residenz Putins. Der russische Verteidigungsminister übergab dem US Militärattaché Beweise für US Beteiligung.

Russland habe reagiert mit „Mr Oreshnik“ einer Waffe in der Nähe von Lwiw in Polen eine Botschaft an Polen und die NATO. Panik in Europa da man solche Waffen nicht kennt oder kontern kann. Russlands Position Der Konflikt in der Ukraine wird auf dem Schlachtfeld entschieden mit „Freunden“ wie Poseidon Burewestnik und Oreshnik als Drohung.

Verfall europäischer Eliten und Schlussfolgerung

Der Moderator erwähnt den britischen Verteidigungsminister John Healey der öffentlich sagte er würde Putin entführen und vor Gericht stellen eine Fortsetzung einer Frage an Trump die dieser auswich. Escobar nennt es „Stupidität rund um die Uhr“ eine Mischung aus Bildungsverfall Neoliberalismus kulturellem Brainwashing und Arroganz.

Solche Äußerungen seien in Primarschulen lächerlich doch sie zeigten den Verfall der europäischen Eliten.

Zusammenfassend Die Welt sei voller „spinnender Teller“ mehr Krisen als je zuvor. Pepe Escobar der große Weltreisende und Kommentator bietet tiefe Einblicke in eine volatile Ära in der Diplomatie Militär und Wirtschaft ungebremst aufeinanderprallen.



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