Geht es Ihnen auch so wie mir? Schütteln Sie auch immer wieder verwundert den Kopf, wie massiv dieses Land Richtung Sozialismus marschiert, oder, genauer gesagt: schon marschiert ist. Und ich höre jetzt schon den Einwand, es sei kein Sozialismus. Stimmt. Kein klassischer. Es ist eher eine Mischung aus Monopol-Kapitalismus und sozialistischen Elementen – in dem Sinne, dass sich der Staat für übermächtig hält, faktisch übergriffig ist und eine Gleichmacherei betreibt, die nur ins Elend führen kann.

Konkreter Auslöser für diesen Text ist ein Artikel im Spiegel über eine Deutsche mit orientalischem Namen, die sich um eine Wohnung bewarb, aber nicht einmal zu einer Besichtigung eingeladen wurde. Sie zog daraus den Schluss, das könne nur an ihrem nicht-deutschen Namen liegen. Sie schrieb andere Bewerbungen, mit deutschen Namen – und wurde jedes Mal prompt eingeladen. Der Makler rechtfertigt dies damit, dass die Sachlage da eine andere gewesen sei.

Der Fall landete vor dem Amtsgericht, das die Klage zurückwies. Die höhere Instanz, das Landgericht, gab der Frau recht – typisch für ein Justizsystem, in dem vor allem Richter, die stramm auf Linie sind, befördert werden und in den höheren Gerichten landen. Jetzt soll am Donnerstag der Bundesgerichtshof entscheiden – weil der Makler in Revision ging.

Der „Spiegel“ macht in seinem Bericht, der hinter einer Zahlschranke steht, keinen Hehl aus seinem missionarischen Eifer in der Sache. Den Journalismus-Kriegern aus Hamburg kann der Einfluss des Staates gar nicht weit genug gehen.

Es geht inzwischen sogar so weit, dass der „Spiegel“ zu dem Fall eine Online-Umfrage startete: „Kennen Sie persönlich Fälle, in denen Menschen wegen ihrer Herkunft auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt wurden?“

Werte Kulturkämpfer von der Elbe: Jeden Tag werden bei der Wohnungsvergabe tausende Menschen „benachteiligt“ – weil sie ein geringeres Einkommen haben als andere, weniger Sicherheiten, zu viele Haustiere oder schlicht dem Vermieter nicht sympathisch sind.