In Kürze:

  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagiert auf den Austritt der USA.
  • Die Vorwürfe und Gründe der USA bezeichnet die WHO als „unwahr“.
  • Der Prozess der Trennung enthielt laut den Vereinigten Staaten einige Konflikte.

 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) drückte am Samstag, 24. Januar, ihr Bedauern über den Austritt der USA aus. Die Entscheidung der Vereinigten Staaten mache laut der WHO sowohl die USA selbst als auch „die Welt weniger sicher“.

Die jüngsten kritischen Aussagen der US-Regierung nahm die Organisation zur Kenntnis. Demnach habe die WHO die USA in der Vergangenheit „verwüstet und getrübt“ und ihre Unabhängigkeit gefährdet. Die Weltgesundheitsorganisation wies die Vorwürfe zurück: „Das Gegenteil ist der Fall. Wie mit jedem Mitgliedstaat, hat die WHO immer versucht, sich mit den Vereinigten Staaten in gutem Glauben zu engagieren, unter uneingeschränkter Achtung ihrer Souveränität.

WHO-Chef: Gründe sind „unwahr“

Konkret bezeichnete die WHO die von den USA genannten Gründe als falsch. „Leider sind die Gründe, die für die Entscheidung der USA, aus der WHO auszutreten, angeführt werden, unwahr“, erklärte der äthiopische WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Samstag auf dem Onlinedienst 𝕏.
US-Außenminister Marco Rubio und US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hatten am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung bekannt gegeben, dass das Land offiziell aus der WHO ausgetreten sei.

US-Außenminister Marco Rubio während seiner Rede auf der Sitzung des „Board of Peace“ im Rahmen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos am 22. Januar 2026.

Foto: Fabrice Coffrini / AFP via Getty Images

Sie warfen der Organisation zahlreiche Versäumnisse während der Corona-Pandemie vor. Gleichzeitig beschuldigten sie die WHO, wiederholt gegen die Interessen der USA gehandelt zu haben. Die WHO hat ihrerseits noch nicht bestätigt, dass der Austritt der USA wirksam geworden ist.

Laut der US-Erklärung wollen die Vereinigten Staaten mit ihrem Austritt „den Schaden durch diese Versäumnisse für das amerikanische Volk beheben“. Zudem habe die WHO weitere internationale Gesundheitskrisen falsch gehandhabt. „Wie viele internationale Organisationen gab die WHO ihre Kernmission auf und handelte wiederholt gegen die Interessen der Vereinigten Staaten“, so ein weiterer Vorwurf der US-Regierung.

Trennung im Streit

Der Austritt aus der WHO war eine der ersten Amtshandlungen von US-Präsident Donald Trump, als er am 20. Januar 2025 seine zweite Amtszeit begann.

Die WHO-Verfassung kennt grundsätzlich keine allgemeine Austrittsklausel. Für die USA gibt es jedoch eine Vereinbarung, nach der ein Austritt ein Jahr nach Einreichung der Kündigung – also am 22.  Januar  2026 – wirksam wird.

Derzeit stehen aber noch Zahlungen in Höhe von etwa 278 Millionen US-Dollar für die Haushaltsjahre 2024 und 2025 aus. Die Begleichung dieser offenen Zahlungen ist Teil der Sonderregelung, die den Austritt ermöglicht. US-Präsident Donald Trump erklärte jedoch, dass es kein Geld mehr gebe.

Die Vereinigten Staaten waren ein Gründungsmitglied der Gesundheitsorganisation und ihr größter Geldgeber.

Die WHO habe sich geweigert, die amerikanische Flagge vor ihrem Gebäude herauszugeben. Die Organisation habe dies damit brgründet, dass sie den US-Austritt nicht genehmigt habe. Dabei behaupte die WHO, dass die USA sie entschädigen müssten.

„Von unseren Anfängen als Hauptgründer, Hauptfinanzierer und Hauptförderer bis heute, unserem letzten Tag, gehen die Beleidigungen gegenüber Amerika weiter“, erklärten Rubio und Kennedy Jr.

Kennedy Jr.: Wegen WHO starben Menschen allein

In einem am Freitag bei 𝕏 veröffentlichten Video machte der US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. die WHO dafür verantwortlich, dass Menschen während der Corona-Pandemie „allein in Pflegeheimen starben“ und dass kleine Unternehmen „durch rücksichtslose Vorschriften“ wie etwa das Tragen von Masken oder Impfungen zerstört worden seien.

Tedros seinerseits kritisierte, die Erklärung des Ministers enthalte „falsche Informationen“. Die WHO habe die Verwendung von Masken, Impfstoffen und Abstandsregeln empfohlen, jedoch zu keinem Zeitpunkt „eine Maskenpflicht, Impfpflicht oder Lockdowns“ empfohlen.

Kennedy Jr. teilte ebenso mit, dass die USA keine außenstehende Einrichtung benötigten, um die Biosicherheit sowie die Seuchenbekämpfung und -vermeidung im eigenen Land zu gewährleisten.

Die WHO habe Regierungen dabei unterstützt, Entscheidungen zu treffen, doch letztlich hätten die Regierungen die Entscheidungen getroffen.

Der Rückzug der USA aus der WHO diene dem „Schutz der amerikanischen Souveränität und der Rückgabe der öffentlichen Gesundheit in die Hände des amerikanischen Volkes“, betonte Kennedy Jr.

(Mit Material von AFP)



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