Marcus Klöckner kommentiert hier erneut die Sendung von Caren Miosga, denn die gebotene journalistische Zumutung in der Sendung wiege so schwer, dass nochmal Kritik zu äußern sei. Dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk täusche vor, politisch unliebsame Interviewpartner „verstehen“ zu wollen. Das vorgebliche „Verstehen“ werde allerdings zur „ideologisch-taktischen Durchtriebenheit“ und „ideologisch-taktischen Finesse“. Wo „Verstehen“ simuliert werde, sei Missverstehen Programm. Daher die Schlussfolgerung: „Es reicht“. Wir haben dazu interessante Leserbriefe bekommen und danken dafür. Hier folgt nun eine Auswahl, für Sie zusammengestellt von Christian Reimann.
1. Leserbrief
Hallo,
zu diesem Thema noch ein stellenweise völlig absurder Artikel:
„Wir werden das nicht überleben“: ZPS warnt vor AfD und Präsenz bei Miosga im Öffentlich-Rechtlichen
https://www.fr.de/politik/kritik-wegen-chrupalla-afd-politiker-sind-bei-miosga-dauergaeste-94160642.html
Mit freundlichen Grüßen
Rainer Urian
2. Leserbrief
Liebe Redaktion,
Zum Hintergrund von Caren Miosga
“Caren Miosga (* 11. April 1969) ist eine deutsche Journalistin und Fernsehmoderatorin.
Sie studierte Geschichte und Slawistik in Hamburg.
Miosga spricht fließend Russisch, da sie während ihres Studiums als Reiseleiterin in Sankt Petersburg und Moskau gearbeitet hat.
Quelle Wikipedia
Also müsste sie fundiertes Hintergrundwissen haben.
Was die Kriegsrhetorik betrifft, wurde Hermann Göhring während der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse gefragt, wie die Bevölkerung auf den Krieg vorbereitet wurde.
Er sagte, indem ständig von Bedrohungen gesprochen wird und Friedensaktivisten diffamiert werden.
Grüße
Dieter Gabriel
3. Leserbrief
Fast noch schlimmer fand ich die Methode, dem unliebsamen Gesprächspartner ständig ins Wort zu fallen und ihn dann in der folgenden Gesprächsrunde nach der bewährten Methode drei gegen eins niederzumachen. Der Zuschauer soll von Anfang an wissen: Den/die mögen wir nicht! Man muß nur mal vergleichen wie aggressiv z.B. Frau Wagenknecht angegangen wird und wie handzahm der Kanzler behandelt wird. Solche Talkshows sollte man sich möglichst selten zumuten…
Ch.Z.
4. Leserbrief
Hallo,
“Die ARD-Frontfrau dürfte zu den bestbezahlten Journalisten des Landes gehören.“
Bitte bei den Fakten bleiben…: Miosga ist keine Journalistin, sie gehört zu den bestbezahlten Propagandisten.
Grüße
T. Rath
5. Leserbrief
Guten Tag,
mit einfach mieser Laune werde ich am 15.02.2026 meine quartalsmäßigen Rundfunkgebühren wieder überweisen.
Den Dauerauftrag hierfür habe ich dem ,, Beitragsservice ” entzogen.
Der ÖRR wird seinem vom Gesetzgeber auferlegten Auftrag schon seit langem nicht mehr gerecht.
Definitiv gibt es in relevanten Themen fast ausschließlich nur noch eine Richtung und das ist die scheinbar vorgegebene Meinung des ,, Narrativs “. Da Frau Mioska nach ihrem Werdegang nicht dumm zu sein scheint, wobei Dummheit nicht unbedingt etwas mit Intelligenz zu tun haben muss. Gefährliche Dumme sind oftmals sehr Intelligent. Dennoch hat sie hier wieder eine Fragestellung benutzt, die bestehende Vorurteile und Angstgefühle bei den Zusehern bestätigen oder schüren. Das ganze Hemmungslos, wohl durchdacht, wissentlich und willentlich. (…)
Nerven und Gesundheit schonend bleibt da nur der Knopf zum ausschalten.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe
6. Leserbrief
Verehrtes NDS-Team!
Zwar verfüge ich nicht über so viel Geld, dass ich die NDS finanziell unterstützen kann (selbst für den Rotfuchs reichte es dieses Jahr nicht), aber zu diesem Bericht Ihres Autoren, an dem ich nichts außer der Höflichkeit gegenüber seiner “Kollegin” kritisiere, seine diesbezügliche Beherrschung aber bewundere, füge ich meinen eigenen spontanen Widerspruch, unmittelbar nach der Sendung an die ARD gerichtet, hinzu:
“zur soeben zu Ende gegangenen Sendung Talkrunde Miosga: Ihre dilletantische, gehässige Talkmasterin lädt ja geradezu ein, die AfD als Alternative zur ARD zu erwägen, auf jeden Fall dazu, diese Partei zu wählen. Eine grauenhafte Sendung! Nun ist endgültig Schluss mit diesem Talk-Müll! MfG Rainer Stankiewitz”
Mit freundlchem Gruß! Rainer Stankiewitz
7. Leserbrief
Hallo Herr Klöckner,
die Formulierung „ein öffentlich-rechtliches Rundfunksystem, das von innen verfault ist“ über den im Hinblick auf die Rechtmäßigkeit mit äußerst kritikbehafteten Zwangsgebühren, welche dann über die überproportional hohe Anzahl an Funktionären in überproportionaler Höhe schamlos wie Konfetti ausgeschüttet werden, finanzierten Staatsfunk in Zusammenhang mit dem Interview dieser Dame, die noch dazu mit einer als ungerechtfertigt und unanständig hoch angesehenen Apanage beglückt wird, wird von einem sog. „Ungeimpften“, der zusammen mit ca. 20 Mio. anderen Bürgern des Landes von eben diesem Staatsfunk (diesmal ZDF) als „ein entbehrlicher Blindarm des Gesamtkomplexes“ ohne jede Konsequenz oder gar Bestrafung wegen Volksverhetzung faschistisch angepöbelt, beleidigt und verunglimfpt werden durfte, eher noch als ein Euphemismus wahrgenommen.
Bester Gruß
H. Wohler
8. Leserbrief
Lieber Herr Klöckner!
Es ist richtig, dass Sie sich dieser Fernsehsendung angenommen haben. Es war keine Diskussionsrunde, sondern ein regelrechtes Verhör mit Unterstützung des vom Mainstream gut erzogenen Publikums. Das war aber nicht immer so, denn vor einiger Zeit war Herr Chrupalla schon einmal in dieser Sendung, wo er etwas anders behandelt wurde. Da wurden ihm zunächst auf recht freundliche Art ein paar pesönliche Fragen gestellt und der Verlauf dieser Sendung verlief dann auch etwas moderater ab. Danach hat ja Frau Miosga viel Kritik von den sogenannten “Guten” erhalten verbunden mit dem Vorwurf, sie hätte härter gegen den AfD-Chef vorgehen sollen. Nun wird sie von ihrem Sender möglicherweise die Vorgaben bekommen haben, schärfer ihren Interviewgast zu behandeln. Es gehört nun mal leider inzwischen bei uns zum Prinzip der Öffentlich-Rechtlichen, die größte Oppositionspartei zu zerschlagen. Eigentlich sollten in einer funktionierenden Demokratie, die Medien gemeinsam mit der Opposition die Regierung kontrollieren. Ich halte Tino Chrupalla nicht für wirklich ausländerfeindlich, denn bisher hat er sich noch nicht so aggressiv gegenüber Fremden geäußert wie Alice Weidel und andere aus der AfD bzw. anderen Parteien wie z.B. der CSU. Als Vertreter des Mittelstandes und Gegner der Globalisierung hätte er sogar Platz in der anderen noch vorhandenen Oppositionspartei, dem BSW. Die ist leider derzeit nicht im Bundestag und die AfD setzt sich auch dafür ein, dass das BSW wieder in diese Einrichtung kommt. Während der Coronamaßnahmen bemühte sich Frau Wagenknecht gemeinsam mit der AfD um den Erhalt unserer Demokratie. Von der Linken war da wenig zu hören. So sieht es das Fernsehen als seine Aufgabe an, gegen beide Parteien vorzugehen. Die Opposition muss kaltgestellt und die Demokratie abgebaut werden. Das Verhör im Fernsehen war ein weiterer Schritt dazu.
Mit freundlichem Gruß
Harald Pfleger
9. Leserbrief
Lieber Marcus Klöckner, liebes Nachdenkseiten Team,
vorab wie immer, vielen Dank für Eure großartige Arbeit in diesen Zeiten und natürlich auch vielen Dank für diesen Artikel, dem ich im Großen und Ganzen durchaus zustimmen kann.
Allerdings frage ich mich, warum so gewiefte und erfahren Politiker wie Herr Chrupalla (es könnte aber auch Sahra Wagenknecht sein) auf so eine Frage von Frau Miosga „Haben Sie nicht den Eindruck, dass Putin uns droht?“, nicht mit einer Gegenfrage antwortet, à la…
„Liebe Frau Miosga, sie sind eine sehr erfahrene und hochdotierte Journalistin mit einem hochprofessionellem Team im Hintergrund und sie müssten doch wissen, dass die Bedrohungen durch Russland, Stichwort hybride Kriegsführung, Drohnenangriffe, etc, sowie die im Mainstream immer wieder zitierte Bedrohungslage durch Russland den Fakten nicht wirklich standhält. Nicht mal amerikanische Sicherheitsbehörden gehen momentan von einer akuten Bedrohung durch Russland aus. Die vielfache militärische Überlegenheit der Nato gegenüber den russischen Streitkräften ist eindeutig. Ganz davon abgesehen, was wäre die realistische Konsequenz, wenn Russland 2029 oder sonstwann tatsächlich ein Nato Land in Europa angreifen würde? Jeder einigermaßen klar denkende Mensch kann sich ausrechnen, dass dieses das Ende Europas, oder aber der ganzen Welt bedeuten würde. Also, was möchten sie mit ihrer Frage insinuieren?”
Sondern, dann kommen solche üblichen Worthülsen, wie: “Chrupalla antwortet auf Miosgas Frage: „Wir müssen (…) so schnell wie möglich mit Putin wieder in die Gespräche kommen. Ich hoffe, dass der Bundeskanzler endlich auch diesen Dialog wieder beginnt (…) damit diese Eskalation endlich beendet wird.“
Kann es sein, dass im Vorgespräch zu so einer Sendung bereits ausgemacht wird, dass auf solche Fragen nicht entsprechend geantwortet werden darf, ansonsten darf dieser „Gast“ nicht an dieser Sendung teilnehmen?
Oder, wie sonst kann man sich erklären, dass es zu keinem ansatzweise intellektuellem Austausch kommt, auch wenn Frau Miosga zwar aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer Fähigkeit dazu in der Lage wäre, es aber aus bekannten Gründen tunlichst vermeidet. Aber warum spielt Herr Chrupalla bei diesem Spiel mit?
Das fragt euer Leser
Jens Biester
10. Leserbrief
Sehr geehrte Redaktion der NachDenkSeiten, lieber Marcus Klöckner,
als langjähriger Leserbriefschreiber und Verfechter journalistischer Neutralität möchte ich auch hier gerne meine Einschätzung zum Artikel von Marcus Klöckner teilen. Herzlich Willkommen an dieser Stelle, lieber Herr Klöckner, bei den NDS!
In der Analyse der journalistischen Methodik stimme ich dem Autor in einem wesentlichen Punkt zu: Die von Frau Miosga gestellte Frage war kein Ausdruck von Erkenntnisinteresse, sondern eine klassische psychologische Falle. Als suggestiv und affektiv geführter Angriff zielte sie darauf ab, den Interviewpartner in eine Sackgasse zu manövrieren, um eine emotionale Reaktion zu provozieren, die man später zur Vorführung nutzen kann. Das ist ein Missbrauch der journalistischen Machtposition, der dem Neutralitätsgebot des ÖRR fundamental widerspricht.
Allerdings krankt der Artikel an genau der Doppelmoral, die er der Gegenseite vorwirft. Während Klöckner Frau Miosga zu Recht für ihre Voreingenommenheit kritisiert, betreibt er im selben Atemzug eigenes Framing, indem er vom „Märchen der Bedrohung“ schreibt. Damit verlässt auch er den Pfad der neutralen Analyse und begibt sich auf dasselbe rhetorische Schlachtfeld. Es ist (frei nach Einstein) der „Inbegriff des Wahnsinns“, wenn zwei Seiten mit identisch unsauberen Waffen – Suggestion auf der einen, Polemik auf der anderen Seite – gegeneinander antreten und eine Besserung der Debattenkultur erwarten.
Die grundsätzliche Frage ist doch nicht, ob Putin „uns droht“, sondern wie man seine Aussagen sachlich-logisch einordnen kann. Faktisch gibt es keine öffentlich zugängliche Aussage, in der Putin ohne auslösenden Grund droht; er reagiert rhetorisch auf eine klare Kausalkette. Dass man sich bedroht FÜHLEN kann, ist eine rein subjektive Gefühlslage. Diese jedoch als universelle Wahrheit hinzustellen – Miosga fühlt sich im Auftrag des ÖRR bedroht, Chrupalla im Auftrag der AfD nicht – ist sachlich falsch.
Politik darf nicht auf subjektiven Gefühlen basieren, sondern auf nachvollziehbaren Fakten. Wenn Miosga Fakten kennt, die eine Bedrohung belegen, die Öffentlichkeit aber nicht, muss sie diese Fakten benennen. Wenn nicht, bleibt nur die Besinnung auf das öffentlich Zugängliche. Die ganze Diskussion ist absurd, da hier versucht wird, subjektive Empfindungen in Kategorien von „Richtig“ oder „Falsch“ zu pressen. Weder ein Putin, noch ein Merz oder die NATO sind per se „richtig“; es gibt nur Perspektiven, die je nach Zugehörigkeit unterschiedlich bewertet werden.
Ein echter Journalismus müsste die Methodik über den eigenen Bias stellen: Fragen so formulieren, dass Positionen erklärt werden können, ohne sich sofort verteidigen zu müssen, und Narrative beider Seiten dekonstruieren, anstatt das eigene Weltbild als absolute Wahrheit vorauszusetzen. Solange beide Seiten nur ihr jeweiliges „Lager“ bedienen, bleibt der informative Mehrwert auf der Strecke.
Mit freundlichen Grüßen,
Danny Altmann