Zwischen Starkult, Kitsch und Voyeurismus: Theater in Hamburg und Berlin versuchen sich am Werk der Ausnahmephilosophin Hannah Arendt. Doch nur einer Inszenierung gelingt die Annäherung
Am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg wird das legendäre Interview von Günter Gaus mit Hannah Arendt (Julia Wieninger) reinszeniert
Foto: Maris Eufinger
Kein politisch-philosophisches Denken erwies sich in den vergangenen Jahren als so aktuell und klarsichtig wie das von Hannah Arendt. Ihr Werk, das unter anderem die systematische Macht und Gewalt totalitärer Herrschaft im 20. Jahrhundert wegweisend analysiert hat, liest sich wie ein Handbuch zum Verständnis auch der gegenwärtigen Verschiebungen zurück zu autokraten Herrschaftsformen, der Abkehr von „Tatsachenwahrheiten“ hin zum Postfaktischen und zum „Reich der bloßen Meinungen“.
Ihre unübertroffene Urteilsfähigkeit, ihr Sinn für die Widersprüche des Denkens und ihre Fähigkeit zur Differenzierung ließen sie zur intellektuellen Autorität werden, ja zur popkulturellen Ikone. Neben ihrer eifrigen Verwertung für Instagram-Botschaften in sozialen Medien erreichte vor allem das einstündige Interview, das der Journalist Günter Gaus 1964 mit ihr führte, einen vielzitierten Kultstatus und wurde, mit mehr als einer Million Aufrufe, zum Youtube-Hit.
50 Jahre nach ihrem Tod setzten nun gleich drei Theaterinszenierungen die berühmte Denkerin in Szene. Am Deutschen Theater in Berlin wurde die Graphic Novel Die drei Leben der Hannah Arendt mit fünf Hannah-Darstellerinnen auf die Kammerbühne gebracht.
Am Thalia Theater Hamburg – Star trifft auf Star – spielt keine Geringere als Corinna Harfouch die Titelrolle in dem Stück, das (in Anlehnung an einen ihrer Essays) den Titel Arendt. Denken in finsteren Zeiten trägt. Und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg ist das bereits erwähnte Gaus-Interview Zur Person: Hannah Arendt in einem bis ins letzte Detail nachgespielten Reenactment zu sehen. Doch wie nähert man sich ihrem umfassenden und sehr komplexen denkerischen Werk in einer Theateradaption?
Arendt schätzte das Theater
Arendt selbst hielt das Theater, wie sie in Vita activa oder Vom tätigen Leben festhielt, für die „politische Kunst par excellence“. Denn sie sah die Bühne, ebenso wie die politische Öffentlichkeit, als einen Raum der erhöhten Sichtbarkeit, in dem Menschen sich in ihrem Sprechen und Handeln enthüllten.
Diesen Offenbarungscharakter, den das eigene Handeln unweigerlich mit sich bringt, nannte Arendt „das Wagnis“, das jeder auf sich nehmen müsse, wenn er sich – „den Faden in ein Netz der Beziehungen schlagend“ – handelnd in die Welt einschaltet. Ein Wagnis wiederum, das nur „im schwer zu fassenden, grundsätzlichen Vertrauen auf das Menschliche aller Menschen“ eingegangen werden kann. Dieses grundsätzliche Vertrauen und die Unvorhersehbarkeit menschlichen Handelns ermöglichen immer einen Neuanfang, sagte Arendt, und darin liegt die große Anziehungskraft ihres Denkens, besonders in finsteren Zeiten.
Doch wie man die Gegenwart mit Arendt lesen könnte oder was sie denkerisch beschäftigt hat – zu alldem ist den Macher:innen der Inszenierungen nichts eingefallen, auch wenn der Abend in Berlin mit dem Ausschnitt aus dem Original-Interview endet, wo Arendt auf das Hoffnungsvolle menschlichen Handelns eingeht – ganz so, als wollte man dem Publikum am Schluss noch was Schönes mit auf den Weg geben.
Starkult auf der Bühne
Ansonsten wird in Die drei Leben der Hannah Arendt ein rein biografischer Ansatz verfolgt: Immer ausgehend von der auch hier nachgestellten Interviewsituation mit Günter Gaus springt die Handlung mit den fünf unterschiedlichen Hannahs in die Darstellung und Erläuterung ihres Lebensweges. Von Kindheit und Jugend zu ihrem Studium bei Martin Heidegger und der Liebesaffäre mit ihm, ihrer Flucht nach Paris 1933, ihrer Internierung im Konzentrationslager Gurs und schließlich Exil und Erfolg in New York.
Die fünf Schauspielerinnen werfen sich in wechselnden, immer schicker werdenden Kostümen (wobei der Gipfel der Eleganz in Gurs erreicht wird), die Arendt als regelrechte Mode-Ikone porträtieren, hemmungslos in die Darstellung des Starkults: auf und ab stöckelnd, die Brille zurechtrückend, ständig rauchend und aus dem Werk zitierend. Die Szenen hetzen wie durch einen Wikipedia-Artikel von einer Lebensstation zur nächsten – auch wenn die immer wieder existenziell ausgerufenen Zitate teilweise den Eindruck erwecken, auf der Bühne wüsste niemand so recht, wovon überhaupt die Rede ist.
Unterbrochen wird das nachgespielte Gaus-Interview an den Stellen, wo man glaubt, noch etwas Bedeutsames hinzudichten zu können: Als Arendt im Gespräch nach antisemitischen Beleidigungen in ihrer Kindheit gefragt wird und sie betont, dass es nicht lohne, „das hier zu erzählen“, wird besserwisserisch gerufen: „Doch, das muss erzählt werden!“ In einem Was-Arendt-nie-preisgab-Format wird dann szenisch enthüllt, was sich damals zugetragen haben könnte: ein Kind, das ihr im Halbdunkel lästernd „Jude! Jude!“ hinterherruft. Hier wird die Einfallslosigkeit der versuchten Annäherung überdeutlich: Die jüdische Ausnahmedenkerin als kleines Kind, dem Antisemitismus widerfahren ist.
Haarsträubendes am Thalia
Der psychologische Ansatz, um Arendt als Figur verfügbar zu machen, erreicht in der Inszenierung von Tom Kühnel am Thalia Theater ein besonders abstoßendes Ausmaß. Der haarsträubende Abend basiert auf einem Theaterstück der dänischen Autorin Rhea Leman, die im Programmheft plaudert, sie habe sich nicht für Arendts Denken interessiert, sondern für ihre „Ängste und Gefühle“. So sehen wir also auf einer schrägen, in den Abgrund führenden Bühne Hannah Arendt in einem Hotelzimmer in Kopenhagen, wo sie ein halbes Jahr vor ihrem Tod 1975 einen Preis erhielt. Und dann beginnt ihre Zertrümmerung.
Die Inszenierung zeigt sie, ganz dem männlichen Fiebertraum entsprechend, als hilfloses Häufchen Frau, das von seinen quälenden Erinnerungen und Erfahrungen heimgesucht, überwältigt und schließlich erledigt wird. Das zusammenfantasierte angebliche Innenleben stürzt in Form von allerlei Videoprojektionen, Toneinspielern aus dem Gaus-Interview und weiteren Effekten wie tragischer Geigenmusik (schließlich war Arendt Jüdin) und totalitären Donnergeräuschen auf sie ein – ein peinliches Medienspektakel in überwältigender Manier, das Arendt immer orientierungsloser, verzweifelter, verrückter und einsamer werden lässt, wären da nicht die Beruhigungspillen, die sie nimmt, sowie ihr Gespenstergatte Heinrich Blücher, der immer mal wieder für Ruhe und Ordnung sorgt („Konzentrier dich!“).
Niemand muss Feminismus-Expertin sein, um zu erkennen, dass hier eine verstörende, misogyne und voyeuristische Fantasie am Werk ist: Hannah Arendt auf allen vieren vor dem französischen (!) Faschismus krabbelnd („Bück dich!“). Arendt auf der Flucht vor Heidegger, der sie in einer wackeligen Videosequenz als Holzfäller Martin mit einer Axt verfolgt. Arendt im Bett mit Adolf Eichmann, dem Organisator der Shoah, der sich bei ihr dafür bedankt, dass sie ihn in ihrem Buch Eichmann in Jerusalem in Schutz genommen habe (hat sie selbstverständlich nicht). Hannah Arendt vor einem Tribunal, zitternd und ängstlich, wo sie sich dafür rechtfertigen muss, dass sie den jüdischen Gemeinden Mitschuld an der Shoah gegeben habe (hat sie ebenfalls nicht).
Abgrundtief anmaßend ist diese aus Gerüchten, enthemmten Imaginationen, Unterstellungen und alternativen Fakten zusammengetragene Sadismus-Revue. Am Thalia Theater wird Hannah Arendt als Mensch zu reinem Material, zur beliebigen Verfügbarkeit und Ausschlachtung freigegeben. Sie hätte dazu sicher was zu sagen gehabt.
Warum Hannah Arendt?
Umso intensiver und offenbarender wirkte dagegen das Reenactment des Arendt-Interviews am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Die Bühne stellt eins zu eins die Studiosituation des Fernsehinterviews nach, und auch Ausstattung, Kostüm und Maske sind authentisch bis ins letzte Detail.
Und dann vollbringt die Schauspielerin Julia Wieninger, die auch für das Konzept des Abends mitverantwortlich ist, ein Wunder: Sie lässt Hannah Arendt in präziser Verkörperung auf der Bühne wiederauferstehen. Als könnten wir tatsächlich die Zeit zurückdrehen, findet sich das Publikum im Studio von 1964 wieder. Jede Geste, jedes Räuspern, jede Regung, jeder Blick und Atemzug, aber vor allem jeder gefasste und artikulierte Gedanke ist dem Original entnommen.
Und dann geschieht etwas, was die anderen Inszenierungen verweigern, nämlich die ungeheuerliche Erfahrung, dem Denken Arendts wirklich zu begegnen, ihrer Genauigkeit und ihrem Differenzierungsvermögen – also all dem, was uns heute von dieser Stunde im Jahr 1964 dramatisch trennt. Und die Antwort auf die Frage „Warum Hannah Arendt?“ wurde hier endlich greifbar, in der atemanhaltenden Konzentration im Raum eines Theaters.
wertung für Instagram-Botschaften in sozialen Medien erreichte vor allem das einstündige Interview, das der Journalist Günter Gaus 1964 mit ihr führte, einen vielzitierten Kultstatus und wurde, mit mehr als einer Million Aufrufe, zum Youtube-Hit.50 Jahre nach ihrem Tod setzten nun gleich drei Theaterinszenierungen die berühmte Denkerin in Szene. Am Deutschen Theater in Berlin wurde die Graphic Novel Die drei Leben der Hannah Arendt mit fünf Hannah-Darstellerinnen auf die Kammerbühne gebracht.Am Thalia Theater Hamburg – Star trifft auf Star – spielt keine Geringere als Corinna Harfouch die Titelrolle in dem Stück, das (in Anlehnung an einen ihrer Essays) den Titel Arendt. Denken in finsteren Zeiten trägt. Und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg ist das bereits erwähnte Gaus-Interview Zur Person: Hannah Arendt in einem bis ins letzte Detail nachgespielten Reenactment zu sehen. Doch wie nähert man sich ihrem umfassenden und sehr komplexen denkerischen Werk in einer Theateradaption?Arendt schätzte das TheaterArendt selbst hielt das Theater, wie sie in Vita activa oder Vom tätigen Leben festhielt, für die „politische Kunst par excellence“. Denn sie sah die Bühne, ebenso wie die politische Öffentlichkeit, als einen Raum der erhöhten Sichtbarkeit, in dem Menschen sich in ihrem Sprechen und Handeln enthüllten.Diesen Offenbarungscharakter, den das eigene Handeln unweigerlich mit sich bringt, nannte Arendt „das Wagnis“, das jeder auf sich nehmen müsse, wenn er sich – „den Faden in ein Netz der Beziehungen schlagend“ – handelnd in die Welt einschaltet. Ein Wagnis wiederum, das nur „im schwer zu fassenden, grundsätzlichen Vertrauen auf das Menschliche aller Menschen“ eingegangen werden kann. Dieses grundsätzliche Vertrauen und die Unvorhersehbarkeit menschlichen Handelns ermöglichen immer einen Neuanfang, sagte Arendt, und darin liegt die große Anziehungskraft ihres Denkens, besonders in finsteren Zeiten.Doch wie man die Gegenwart mit Arendt lesen könnte oder was sie denkerisch beschäftigt hat – zu alldem ist den Macher:innen der Inszenierungen nichts eingefallen, auch wenn der Abend in Berlin mit dem Ausschnitt aus dem Original-Interview endet, wo Arendt auf das Hoffnungsvolle menschlichen Handelns eingeht – ganz so, als wollte man dem Publikum am Schluss noch was Schönes mit auf den Weg geben.Starkult auf der BühneAnsonsten wird in Die drei Leben der Hannah Arendt ein rein biografischer Ansatz verfolgt: Immer ausgehend von der auch hier nachgestellten Interviewsituation mit Günter Gaus springt die Handlung mit den fünf unterschiedlichen Hannahs in die Darstellung und Erläuterung ihres Lebensweges. Von Kindheit und Jugend zu ihrem Studium bei Martin Heidegger und der Liebesaffäre mit ihm, ihrer Flucht nach Paris 1933, ihrer Internierung im Konzentrationslager Gurs und schließlich Exil und Erfolg in New York.Die fünf Schauspielerinnen werfen sich in wechselnden, immer schicker werdenden Kostümen (wobei der Gipfel der Eleganz in Gurs erreicht wird), die Arendt als regelrechte Mode-Ikone porträtieren, hemmungslos in die Darstellung des Starkults: auf und ab stöckelnd, die Brille zurechtrückend, ständig rauchend und aus dem Werk zitierend. Die Szenen hetzen wie durch einen Wikipedia-Artikel von einer Lebensstation zur nächsten – auch wenn die immer wieder existenziell ausgerufenen Zitate teilweise den Eindruck erwecken, auf der Bühne wüsste niemand so recht, wovon überhaupt die Rede ist.Unterbrochen wird das nachgespielte Gaus-Interview an den Stellen, wo man glaubt, noch etwas Bedeutsames hinzudichten zu können: Als Arendt im Gespräch nach antisemitischen Beleidigungen in ihrer Kindheit gefragt wird und sie betont, dass es nicht lohne, „das hier zu erzählen“, wird besserwisserisch gerufen: „Doch, das muss erzählt werden!“ In einem Was-Arendt-nie-preisgab-Format wird dann szenisch enthüllt, was sich damals zugetragen haben könnte: ein Kind, das ihr im Halbdunkel lästernd „Jude! Jude!“ hinterherruft. Hier wird die Einfallslosigkeit der versuchten Annäherung überdeutlich: Die jüdische Ausnahmedenkerin als kleines Kind, dem Antisemitismus widerfahren ist.Haarsträubendes am ThaliaDer psychologische Ansatz, um Arendt als Figur verfügbar zu machen, erreicht in der Inszenierung von Tom Kühnel am Thalia Theater ein besonders abstoßendes Ausmaß. Der haarsträubende Abend basiert auf einem Theaterstück der dänischen Autorin Rhea Leman, die im Programmheft plaudert, sie habe sich nicht für Arendts Denken interessiert, sondern für ihre „Ängste und Gefühle“. So sehen wir also auf einer schrägen, in den Abgrund führenden Bühne Hannah Arendt in einem Hotelzimmer in Kopenhagen, wo sie ein halbes Jahr vor ihrem Tod 1975 einen Preis erhielt. Und dann beginnt ihre Zertrümmerung.Die Inszenierung zeigt sie, ganz dem männlichen Fiebertraum entsprechend, als hilfloses Häufchen Frau, das von seinen quälenden Erinnerungen und Erfahrungen heimgesucht, überwältigt und schließlich erledigt wird. Das zusammenfantasierte angebliche Innenleben stürzt in Form von allerlei Videoprojektionen, Toneinspielern aus dem Gaus-Interview und weiteren Effekten wie tragischer Geigenmusik (schließlich war Arendt Jüdin) und totalitären Donnergeräuschen auf sie ein – ein peinliches Medienspektakel in überwältigender Manier, das Arendt immer orientierungsloser, verzweifelter, verrückter und einsamer werden lässt, wären da nicht die Beruhigungspillen, die sie nimmt, sowie ihr Gespenstergatte Heinrich Blücher, der immer mal wieder für Ruhe und Ordnung sorgt („Konzentrier dich!“).Niemand muss Feminismus-Expertin sein, um zu erkennen, dass hier eine verstörende, misogyne und voyeuristische Fantasie am Werk ist: Hannah Arendt auf allen vieren vor dem französischen (!) Faschismus krabbelnd („Bück dich!“). Arendt auf der Flucht vor Heidegger, der sie in einer wackeligen Videosequenz als Holzfäller Martin mit einer Axt verfolgt. Arendt im Bett mit Adolf Eichmann, dem Organisator der Shoah, der sich bei ihr dafür bedankt, dass sie ihn in ihrem Buch Eichmann in Jerusalem in Schutz genommen habe (hat sie selbstverständlich nicht). Hannah Arendt vor einem Tribunal, zitternd und ängstlich, wo sie sich dafür rechtfertigen muss, dass sie den jüdischen Gemeinden Mitschuld an der Shoah gegeben habe (hat sie ebenfalls nicht).Abgrundtief anmaßend ist diese aus Gerüchten, enthemmten Imaginationen, Unterstellungen und alternativen Fakten zusammengetragene Sadismus-Revue. Am Thalia Theater wird Hannah Arendt als Mensch zu reinem Material, zur beliebigen Verfügbarkeit und Ausschlachtung freigegeben. Sie hätte dazu sicher was zu sagen gehabt.Warum Hannah Arendt?Umso intensiver und offenbarender wirkte dagegen das Reenactment des Arendt-Interviews am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Die Bühne stellt eins zu eins die Studiosituation des Fernsehinterviews nach, und auch Ausstattung, Kostüm und Maske sind authentisch bis ins letzte Detail.Und dann vollbringt die Schauspielerin Julia Wieninger, die auch für das Konzept des Abends mitverantwortlich ist, ein Wunder: Sie lässt Hannah Arendt in präziser Verkörperung auf der Bühne wiederauferstehen. Als könnten wir tatsächlich die Zeit zurückdrehen, findet sich das Publikum im Studio von 1964 wieder. Jede Geste, jedes Räuspern, jede Regung, jeder Blick und Atemzug, aber vor allem jeder gefasste und artikulierte Gedanke ist dem Original entnommen.Und dann geschieht etwas, was die anderen Inszenierungen verweigern, nämlich die ungeheuerliche Erfahrung, dem Denken Arendts wirklich zu begegnen, ihrer Genauigkeit und ihrem Differenzierungsvermögen – also all dem, was uns heute von dieser Stunde im Jahr 1964 dramatisch trennt. Und die Antwort auf die Frage „Warum Hannah Arendt?“ wurde hier endlich greifbar, in der atemanhaltenden Konzentration im Raum eines Theaters.