Von Kai Rebmann

Bis vor nicht allzu langer Zeit galt Gas aus Russland als Garant für warme Wohnzimmer zu relativ erschwinglichen Preisen. Doch diese Versorgungssicherheit ist allenfalls noch ein Gefühl, wenn auch ein trügerisches, und könnte mancherorts schon bald ganz der Vergangenheit angehören. Die Energiepreise kennen seit Jahren nur noch eine Richtung – steil nach oben. Spätestens mit Beginn der Ukraine-Kriegs und den damit einhergehenden Sanktionen gegen Russland hat sich dieser Trend verstetigt. Und immer öfter stellt sich die Frage: Wen treffen diese Maßnahmen wirklich härter – Putin oder die Verbraucher in Europa?

Schon in diesem Winter drohen historische Engpässe und Preisspitzen beim Gas, wie reitschuster.de erst vor wenigen Tagen berichtete. Doch damit noch nicht genug: Jetzt drohen Millionen Haushalten auch noch happige Nachzahlungen für das soeben zu Ende gegangene Jahr 2025. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von höherer Gewalt über ideologische Unvernunft bis hin zu erklärtem politischem Willen – in diesem konkreten Fall kommen alle diese Dinge zusammen, und die Zeche zahlen die Bürger.

Die Nachzahlungen für Verbraucher in Deutschland für das Heizjahr 2025 werden je nach Region und Heizart um mehr als 26 Prozent über dem Wert des Vorjahres liegen. Das geht aus einer Untersuchung des Energiedienstleisters Techem sowie des Vergleichsportals Verivox hervor. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden muss demnach als Gaskunde im Schnitt 13 Prozent mehr bezahlen als noch vor Jahresfrist. Bei der Fernwärme liegt die Preissteigerung mit 13,2 Prozent sogar noch geringfügig höher, Ölkunden (plus 4 Prozent) kommen dagegen noch mit einem blauen Auge davon.