Am Wochenende präsentieren wir Ihnen einen Überblick über die lesenswertesten Beiträge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages für Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werktägliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)

Bitte beachten Sie: Wir weisen in den Hinweisen des Tages ausschließlich auf kostenlose Artikel hin. Es kann im weiteren Verlauf trotzdem vorkommen, dass Sie auf Texte stoßen, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden. Der Grund dafür: Anbieter von Artikeln haben den kostenlosen Zugang nachträglich eingeschränkt oder/und in kostenpflichtige Angebote umgewandelt.

Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Kriege entstehen nicht aus Lust und Laune – Immer geht es um Interessen
  2. Deutschland-Ukraine: Warum diese Partnerschaft?
  3. Reservistenverband fordert Anhebung der Altersgrenze auf 70 Jahre
  4. Verliert Wladimir Putin in Russland an Unterstützung? Er ist immer noch deutlich beliebter als Bundeskanzler Friedrich Merz.
  5. Merz liegt dreifach falsch
  6. Handbuch sozialer Grausamkeit
  7. Argentinien: Warum einfache Zahlen klare Urteile zulassen
  8. Milliarden für nichts
  9. Wie viel Wasser das Rechenzentrum verbraucht? Ist ein Geheimnis.
  10. Haltungsjournalismus nutzt der AfD

Vorbemerkung: Ursprünglich hatten wir geplant, in unserer Wochenübersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beiträge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine dafür nötige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beiträge vorzuenthalten. Daher möchten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beiträge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Kriege entstehen nicht aus Lust und Laune – Immer geht es um Interessen
    Die Aussagen des US-Präsidenten nur als Blasphemie zu begreifen, wäre zur kurz gegriffen. Sie beinhalteten all das, wovor der Papst während der diesjährigen Osterfeierlichkeiten warnte: Vor einer sich ausbreitenden Gleichgültigkeit, einem Verlust von Mitmenschlichkeit, dem Willen zur Dominanz und zum Krieg, statt auf Frieden durch Dialog und Ausgleich zu setzen.
    Es gelte immer das, was der US-Präsident zuletzt sage, lautete eine Kommentierung einer späteren verbalen Drohgebärde Trumps, bei der es um die Auslöschung des Iran als Zivilisation ging. Schließlich habe er danach Emissäre nach Pakistan geschickt.
    So wird die Verfallszeit politischer Erklärungen extrem beschleunigt. Man könnte das auch, um einen Gedanken „der Kuttner“ (auf Facebook veröffentlicht) zu klauen, ganz anders bezeichnen: Auskotzen ohne nachzudenken.
    facebook.com/reel/1078978828357324
    Wer sich auf eine derartige Achterbahn einlässt, hat zwei Optionen: Entweder das gedankenlose Auskotzen zu allem wird zum eigenen Programm oder man versteht bald gar nichts mehr und vermutet, im Irrenhaus gelandet zu sein, womöglich in Shutter Island, wo nichts so ist, wie es scheint.
    Quelle: Petra Erler

    dazu auch: Die Nation ohne Rücksicht
    Ein „Worst-of“ der historischen Fehlleistungen der USA zeigt, warum wir dem Land auch unter Donald Trump nicht trauen können.
    Die illegalen Kriege der USA nach 1945 sind vielen Menschen mittlerweile ein Begriff. Hierzu hat besonders der Historiker Daniele Ganser mit seinem gleichnamigen Buch einiges beigetragen. Doch nicht erst, seit die Vereinigten Staaten sich im 20. Jahrhundert zum Imperium gemausert haben, findet sich die Spur der Rücksichtslosigkeit in ihrer Geschichte. Im Grunde ist die Tendenz zur militärischen Auseinandersetzung bereits seit ihrer Entstehung zu beobachten. Schon die Besiedelung des nordamerikanischen Kontinents trägt diese Handschrift, die sich bis in die Gegenwart zieht und aktuell im Iran zu beobachten ist. Uwe Froschauer wendet sich in diesem Artikel direkt an Donald Trump und prangert dessen offensichtliche Bereitschaft zur Eskalation an.
    Quelle: Manova

  2. Deutschland-Ukraine: Warum diese Partnerschaft?
    Deutschland vereinbart eine strategische Partnerschaft mit der Ukraine. Warum eigentlich? […]
    Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung über eine strategische Partnerschaft pochte der ukrainische Präsident Selensky auf einer Pressekonferenz auf eine vollwertige Mitgliedschaft in der Europäischen Union und in der NATO. Sein Land brauche weder ein „EU-light“ noch eine „NATO-light“. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und sein ukrainischer Amtskollege Mychailo Fedorow unterzeichneten die Vereinbarungen über die aufgeführten Waffensysteme und zusätzlich einen Vertrag über die Finanzierung einer Lieferung von „mehreren Hundert Patriot-Raketen“.
    Quelle:
    Jürgen Hübschen auf Overton Magazin

    Anmerkung unserer Leserin S.B.: Fico, der Präsident der Slowakei, sagte kürzlich in einer Rede, Selenskyj beherrsche die EU. „Gefühlt“ kann ich ihm nur zustimmen. Was hier an Hilfe vereinbart wurde, lässt mich daran zweifeln, dass Deutschland überhaupt an einem Frieden interessiert ist.

    dazu: Den Feind markieren
    Verteidigungsminister Pistorius stellt »erste Militärstrategie« der Bundeswehr vor. Sie richtet sich vor allem gegen Russland […]
    Die sogenannte internationale Rechtsordnung sei so sehr in Frage gestellt wie »wahrscheinlich seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie«, behauptete Pistorius. »Die Welt ist unberechenbarer geworden und ‌ja, man muss auch sagen, gefährlicher«, sagte der Minister weiter, meinte damit aber offenbar nicht die »Partner« USA und Israel, die mit ihren Kriegen Westasien endgültig ins Chaos stürzen wollen. Nein, die angeblich »erste deutsche Militärstrategie« (so nachzulesen auf der Website des Ministeriums) richtet sich wie alle anderen Strategien des deutschen Imperialismus der vergangenen 130 Jahre in der Hauptsache gen Osten.
    Quelle: junge Welt

    dazu auch: Der Obergefreite im Kriegs-Modus: Pistorius will stärkste Armee Europas
    Der kleine Geist hat das größte Maul. Es ist aus dem Tierreich bekannt: das Imponiergehabe! Das kleine Männchen bläst sich auf, um den Feind zu beeindrucken und die Weibchen anzulocken. Der Brüllaffe zum Beispiel erreicht glatt 100 Dezibel und damit die Lautstärke einer Kettensäge. Pistorius versucht, seinen lächerlichen Dienstgrad (Obergefreiter) bei der Bundeswehr mit seinem besonders kriegerischen Gehabe zu kompensieren. Gern besucht er die Rüstungsschmiede Rheinmetall, das Unternehmen, das vom Kriegskurs der Bundeswehr lebt.
    Quelle: Rationalgalerie

    und: Medienversagen bei neuer deutscher Militärstrategie: „Zum Glück muss niemand befürchten, dass Deutschland einen Angriffskrieg plant“
    Quelle: NachDenkSeiten

  3. Reservistenverband fordert Anhebung der Altersgrenze auf 70 Jahre
    Die Bundeswehr soll bis 2035 auf mindestens 260.000 aktive Soldaten sowie 200.000 Reservisten anwachsen. Um diese Zahl zu erreichen, macht der Präsident des Verbandes einen Vorschlag.
    Der neue Präsident des Reservistenverbandes, Bastian Ernst, hat sich für eine Anhebung der Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre ausgesprochen. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) begründete er den Vorstoß mit der Notwendigkeit, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu stärken.
    Ernst verwies auf das steigende Renteneintrittsalter als Vergleich. „Die Leute bleiben länger fit. Wir sollten diese Ressourcen von Menschen mit Lebens- und Berufserfahrung nicht verschwenden“, sagte er dem RND. Angesichts des Nachwuchsproblems bei den jüngeren Jahrgängen müsse auch am oberen Ende der Alterspyramide nachgebessert werden.
    Quelle:
    Berliner Zeitung

    dazu: „Wir sollten die Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre erhöhen“ – ja, im Interesse der Rüstungsindustrie
    Quelle: NachDenkSeiten

    dazu auch: Ab ins Greiswehrersatzamt!
    Alte weiße Männer: Offenbar geht es nicht ohne sie. Das weiß auch der Reservistenverband. Deswegen will er Männer bis zum 70. Lebensjahr erfassen und heranziehen. Eine Glosse?
    Gestern noch vulnerable Gruppe – heute schon leistungsfähig bis in den letzten Altersfleck hinein: Bastian Ernst, neuer Präsident des Reservistenverbandes, fordert eine Anhebung der Altersgrenze für Reservisten. Bis zum 70. Lebensjahr sollten demnach rüstige Rüstungsrentner schon erfassten werden. Selbstverständlich um die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu heben. Schließlich blieben die alten Leute viel länger fit als früher. Das ist eine wundersame – und auch wundervolle – Entwicklung. Es ist nämlich noch nicht so lange her, da waren Menschen dieses Alters noch eine Risikogruppe – man fragte Kinder gezielt angstfördernd, ob sie denn wollten das Opa sterbe. Nun soll Opa für die Fremd- oder Heimatfront herangezogen werden können. Na, wollt ihr, dass Opa stirbt?
    Quelle: Roberto De Lapuente auf Overton Magazin

  4. Verliert Wladimir Putin in Russland an Unterstützung? Er ist immer noch deutlich beliebter als Bundeskanzler Friedrich Merz.
    Die politische Elite in den drei europäischen Großmacht-Staaten Deutschland, Frankreich und Vereinigtes Königreich müsste, wäre sie ehrlich, längst zurücktreten, so sehr hat sie die Bevölkerung in den letzten Monaten und Jahren mit ihrer verlogenen, auf reine Militarisierung ausgerichteten Politik enttäuscht. Aber man hofiert nach wie vor den USA und betreibt einen aktiven Russenhass, um dem eigenen Tun einen vermeintlichen Sinn zu geben. Und so wird in den westlichen Medien gejubelt, wenn in Russland die Zustimmung zu Putin um einige wenige Prozent zurückgegangen ist. Ein differenzierter Blick sieht anders aus.
    Quelle:
    Globalbridge
  5. Merz liegt dreifach falsch
    Friedrich Merz hat gesprochen. Er hat seine wirtschaftspolitischen Karten vollständig auf den Tisch gelegt. Und, siehe da, die Karten sind „no cards“, wie Donald Trump sagen würde. Doch das reicht nicht einmal als Beschreibung. Merz hat nicht nur keine Karten, er ist total konfus und kennt die Fakten nicht. Zu seiner Rentenaussage hat es einen großen Aufschrei gegeben. Die anderen Aussagen stehen der Rentenbotschaft aber in keiner Weise nach, im Gegenteil, sie zeigen erst, wie konfus und damit bedrohlich der deutsche Bundeskanzler wirklich ist.
    Quelle:
    Relevante Ökonomik

    dazu: Paketboten gesucht!
    MAKROSKOP hat sein eigenes Rentenpaket geschnürt. Seien Sie Paketbote in unser aller Sache und verbreiten Sie dieses Paket!
    Zurzeit reden alle über Benzin, das ist verständlich. Hinter verschlossenen Türen geht aber die Rentenkommission ihrer Arbeit nach. Spätestens im Herbst wird sie Ergebnisse vorlegen. Das betrifft uns mindestens genauso wie die Benzinpreise.
    Die öffentliche Debatte hat sich beim Thema „alternde Gesellschaft“ festgebissen. Horrorgemälde werden gemalt. Der Sozialstaat gehöre zusammengekürzt und die Aktienrente wird als Wundermittel gefeiert.
    Tatsächlich haben wir die Alterung unserer Gesellschaft über hundert Jahre gemeistert und gleichzeitig unseren Wohlstand gemehrt. Das gelingt auch in Zukunft, wenn wir uns des Schlüssels dieses Erfolges annehmen: Es ist die Produktivitätssteigerung. Sie ist Trumpf. Kapitalgedeckte Altersversorge ist ohne sie genauso aufgeschmissen wie unser gesetzliches Umlageverfahren.
    Unser Paket ist für jeden Mann und für jede Frau: Es enthält kurze und knappe Informationen und längere Ausführungen. Es suche sich jeder, was er braucht. Das Paket finden Sie hier.
    Quelle: Makroskop

    dazu auch: Rentendebatte: Mehr Mythen als Fakten
    Die Lebenserwartung steigt immer weiter. Jüngere zahlen die Zeche. Der Zuschuss aus dem Bundeshaushalt explodiert. Und die Lohnnebenkosten erst. Worum geht‘s? Klar: Die gesetzliche Rentenversicherung. Im Juni wird die Rentenkommission der Bundesregierung ihre Vorschläge präsentieren. Diese sollen sich einreihen in das Vorhaben einer Sozialstaatsreform. Doch bereits im Vorfeld werden Angstszenarien aus der Schublade geholt. Kanzler Merz sprach kürzlich nur noch von einer Basisabsicherung, um die gesetzliche Rente zu delegitimieren. Zeit für einen Faktencheck.
    Quelle: DGB Niedersachsen #schlaglicht

  6. Handbuch sozialer Grausamkeit
    Wem es noch nicht klar ist: Der deutsche Sozialstaat soll im Zeichen von Hochrüstung und verschärfter Umverteilung zum Abschuss freigegeben werden. Ein am Donnerstag geleaktes »internes Arbeitspapier« von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden liefert dafür den bisher schlagendsten Beweis. Das 108seitige Dokument diskutiert in technokratischer Eiseskälte Dutzende Vorschläge, wie im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe sowie im Umgang mit behinderten Menschen Einschnitte in Milliardenhöhe zu realisieren wären. Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Joachim Rock, äußerte sich »entsetzt«. Was hier verhandelt werde, »ist ein Angriff auf Errungenschaften, die elementar für soziale Teilhabe sind und die über Jahrzehnte erkämpft wurden«.
    Quelle:
    Ralf Wurzbacher in junge Welt

    dazu: „Ein Kahlschlag bei Alltagshilfen“
    Als „Vorschlagsbuch“ wird ein internes Papier einer Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Gemeinden bezeichnet. Vorgeschlagen werden auf 108 Seiten eine Menge Maßnahmen, die Geld einsparen sollen – und zwar bei Leistungen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen.
    Das Papier war eigentlich nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Aber am Donnerstag entschied der Paritätische Gesamtverband, das ihm zugespielte Dokument zu veröffentlichen, gemeinsam mit einer fachlichen Einordnung. Der Verband zeigte sich angesichts der Kürzungspläne entsetzt. Die Öffentlichkeit solle sich ein eigenes Bild machen, erklärte Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes.
    Das Papier enthalte 70 Kürzungsvorschläge.
    Quelle: taz

    dazu auch: Geplante Kürzungen der Bundesregierung: Massive Kürzungsvorschläge bei Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderung
    Ein aktuelles Arbeitspapier von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden enthüllt drastische Kürzungspläne in der Kinder- und Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe.
    Ein bislang internes Arbeitspapier enthält Vorschläge für erhebliche Kürzungen im Sozialbereich, insbesondere in der Kinder- und Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe. Würden diese Kürzungen umgesetzt, wären Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen massiv betroffen.
    Das Arbeitspapier enthält Vorschläge der kommunalen Spitzenverbände sowie von Ministerien aus Bund und Ländern. Sie umfasst Kürzungen von mindestens 8,6 Milliarden Euro, wobei viele vorgeschlagene Maßnahmen in ihrem finanziellen Umfang noch nicht ermittelt sind.
    Quelle 1: Tacheles e.V.
    Quelle 2: Der Paritätische

    und: Amtsdeutsch für Sozialkahlschlag: „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“
    Quelle: NachDenkSeiten

  7. Argentinien: Warum einfache Zahlen klare Urteile zulassen
    Es ist kaum zu fassen, was alles zu Argentinien und seinem libertären Präsidenten verbreitet wird. Der Artikel, den Patrick Kaczmarczyk und ich vor einiger Zeit geschrieben haben, hat für besonders viel Resonanz gesorgt. Einige (wie Poschardt und Stelter, ab Minute 17) glaubten gar, dass sie sich mit der Sache nicht mehr auseinandersetzen müssen, wenn sie nur das Medium, wo dieser Artikel unter anderem erschienen war (nämlich bei Surplus; er ist aber auch auf dieser Seite und bei Makroskop publiziert worden) diskreditieren. Das ist unglaublich billig.
    Aber auch in den diversen Foren, die den Artikel und einen Folgeartikel von Patrick Kaczmarczyk in der ZEIT besprechen, findet man unglaublich viele Missverständnisse, die sich leicht ausräumen ließen, wenn alle einmal zuhören würden. Richtige Ideologen wollen sich nicht überzeugen lassen, aber es sicher gibt eine Reihe von Menschen, die ein wirkliches Interesse daran haben, zu verstehen, was in dem Land vor sich geht. Also mache ich noch einmal einen absolut sachlichen Versuch.
    Vier Argumente werden nach meiner Beobachtung immer wieder vorgebracht, wenn es um die „Erfolge“ von Präsident Milei geht:
    Quelle:
    Relevante Ökonomik
  8. Milliarden für nichts
    Die Sorge vor dem großen Ladesäulenmangel war jahrelang das zentrale Argument gegen das Elektroauto. Doch neue Daten zeigen ein anderes Bild: Der Ausbau der Ladeinfrastruktur hat den Hochlauf der E-Mobilität längst überholt. In Deutschland gibt es inzwischen rund 200.000 öffentliche Ladepunkte, ihr Bestand ist allein 2025 um mehr als 22 Prozent gewachsen. Die Zahl der E-Autos steigt zwar ebenfalls, aber langsamer, als viele Prognosen annahmen.
    Das Ergebnis ist ein Paradox: Während Milliarden in den Ausbau fließen, bleiben viele Ladepunkte ungenutzt. Im Schnitt waren die öffentlichen Ladesäulen 2025 nur zu etwa zwölf Prozent gleichzeitig belegt. Deutschland baut ein Netz, das weitgehend bereitsteht, aber oft nicht gebraucht wird.
    Quelle:
    t-online

    Anmerkung Christian Reimann: Wenn Wunschdenken zu Fehlinvestitionen führt. In Anlehnung an den Ausspruch eines Bundesministers könnte den Ladesäulen-Betreibern zynisch zugerufen werden: „Baut Tankstellen, die Spritpreise steigen enorm“.

  9. Wie viel Wasser das Rechenzentrum verbraucht? Ist ein Geheimnis.
    Europa will mehr Rechenzentren. Welche Folgen haben sie für die Umwelt? Die EU-Kommission weiß das. Aber es bleibt geheim – auch wegen Microsoft-Lobbyisten.
    Rechenzentren sind die Orte, an denen künstliche Intelligenz (KI) entsteht. Um in dem Wettrennen um die Technologie mitzuhalten, sollen in Europa immer mehr davon gebaut werden. Gleichzeitig brauchen die riesigen Hallen voller Computerchips enorm viel Platz und Energie.
    Wie viel genau? Und wie effizient gehen sie mit dieser Energie um? Es wäre für die öffentliche Debatte entscheidend, solche Details über europäische Rechenzentren zu erfahren. Die Informationen gibt es sogar. Aber sie bleiben unter Verschluss – weil Techkonzerne es so wollen. Das zeigt eine Recherche, die von dem europäischen Journalistenteam Investigate Europe koordiniert wurde und mit Partnern wie der ZEIT europaweit erscheint.
    Die Geheimhaltungspflicht, die in der Europäischen Union gilt, stammt demnach fast wortgleich von Microsoft und der Lobbyvereinigung DigitalEurope, der unter anderem Amazon, Google und Meta angehören. Sie möchten offenbar nicht, dass die Öffentlichkeit weiß, welche Auswirkungen ihre Rechenzentren auf die Umwelt haben.
    Quelle:
    Zeit Online
  10. Haltungsjournalismus nutzt der AfD
    Der vielleicht größte Schaden des Falls CORRECTIV liegt nicht einmal in der juristischen Niederlage selbst. Er liegt darin, dass wieder einmal genau jener Verdacht bestätigt wird, der den Journalismus seit Jahren zersetzt. Der Verdacht nämlich, dass zu viele Redaktionen nicht mehr zuerst wissen wollen, was ist, sondern vor allem zeigen möchten, auf welcher Seite sie stehen.
    Das Landgericht Berlin II hat CORRECTIV im März 2026 mehrere zentrale Aussagen zum Potsdamer Treffen untersagt. Im Kern ging es um die Behauptung, dort sei ein „Masterplan“ zur Ausweisung deutscher Staatsbürger besprochen worden. Nach Darstellung des Gerichts war diese Einordnung rechtswidrig. In der inzwischen bekannt gewordenen Begründung ist von „im Wesentlichen unwahr“ sowie von „unklar, ungenau und unvollständig“ die Rede. CORRECTIV ist in Berufung gegangen. Rechtskräftig ist das alles also noch nicht. Aber publizistisch ist der Schaden längst eingetreten.
    Denn das Problem ist größer als ein misslungener Text. Es geht um ein journalistisches Klima, in dem die Wirkung oft wichtiger geworden ist als die saubere Beweisführung. Die Recherche sollte offenkundig keinen Sachverhalt aufdecken. Sie sollte ein politisches Signal auslösen. Genau das tat sie auch. Das Land demonstrierte, Theater inszenierten den Stoff, die moralische Wucht war enorm. Nur stand diese Wucht am Ende auf einem Fundament, das erkennbar brüchiger war als die öffentliche Aufladung.
    Quelle:
    Ruhrbarone



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