Bei einem israelischen Angriff im Süden des Libanon sind nach Angaben aus Militärkreisen am Samstag drei Journalisten getötet worden. Der Angriff habe das Fahrzeug der Journalisten in der Region Jezzine getroffen, hieß es aus den Militärkreisen. Die israelische Armee erklärte, sie habe einen Mann getötet, der einer Elite-Einheit der von Israel bekämpften proiranischen Hisbollah-Miliz angehört habe.
Den Militärkreisen zufolge arbeitete einer der getöteten Journalisten für den zur Hisbollah gehörenden Sender Al-Manar. Außerdem seien eine Journalistin des Hisbollah-nahen Senders Al-Mayadeen sowie deren Bruder, ein Kameramann, getötet worden. Die beiden Sender bestätigten den Tod ihrer Korrespondenten.
Die israelische Armee teilte hingegen mit, das von ihr getötete Hisbollah-Mitglied habe sich als Journalist getarnt. Tatsächlich habe der Mann „systematisch“ die Positionen von israelischen Soldaten im Südlibanon durchgegeben.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun sprach im Onlinedienst X von einem „offensichtlichen Verbrechen, das gegen alle Normen und alle Verträge verstößt, auf deren Grundlage Journalisten im Kriegsfall internationalen Schutz genießen“. Einmal mehr verstoße „die israelische Aggression“ gegen die Grundregeln des Völkerrechts und des Kriegsrechts, „indem sie Journalisten ins Visier nimmt, die in erster Linie Zivilisten sind, die ihren Beruf ausüben“.
(afp/red)