Der Einzug von André Ventura in die Stichwahl bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl zeigt, dass auch in Portugal eine wachsende Zahl von Wählern einen klaren Kurswechsel wünscht.

Zweiter Wahlgang in drei Wochen

Ventura, Vorsitzender der FPÖ-ähnlichen Chega, erreichte gestern, Sonntag, in der ersten Runde den zweiten Platz und zieht damit in die entscheidende Wahl am 8. Februar ein.

An der Spitze landete der von den Sozialisten unterstützte António José Seguro mit rund einem Drittel der Stimmen. Ventura errang bei einer schwachen Wahlbeteiligung von lediglich rund 52 Prozent rund 23,5 Prozent der Stimmen. Da kein Kandidat die absolute Mehrheit erzielen konnte, kommt es erstmals seit Jahrzehnten wieder zu einer Stichwahl.

Bruch mit alten Mustern

Venturas Ergebnis ist bemerkenswert, weil es die traditionelle Dominanz der etablierten Parteien aufbricht. Während Kandidaten aus dem bürgerlichen und linken Spektrum deutlich zurückblieben, gelang es Chega (auf Deutsch: „Es reicht“), sich als stärkste Kraft rechts der Mitte zu etablieren.

Mit den Themen wie Einwanderung, innere Sicherheit und einem strengeren Vorgehen gegen Sozialmissbrauch hat er den Nerv der Zeit erfasst, auch in urbanen Zentren und in Regionen, die lange als sichere Bastionen des Status quo galten.

Rechts gewinnt

Erstmals steht damit ein Kandidat in der Stichwahl, der klar ausspricht, was große Teile der Bevölkerung bewegt. Dass Ventura diese Hürde genommen hat, wird von seinen Anhängern als demokratischer Erfolg verstanden, unabhängig vom Ausgang der zweiten Runde, während die Mainstream-Medien vor einem „Rechtsruck“ warnen, den aber immer mehr Europäer klar wünschen.

Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im vergangenen Mai, der dritten seit 2022, hatten die Portugiesen die Chega zur zweitstärksten Kraft hinter dem konservativen Bündnis Demokratische Allianz gewählt. Derzeit regiert eine bürgerliche Minderheitsregierung.

Blick auf die Stichwahl

Die Ausgangslage für den 8. Februar ist offen. Seguro gilt als Favorit, da sich das linke und eingeschüchterte konservative Lager hinter ihm sammelt. Gleichzeitig zeigt der erste Wahlgang, dass Venturas Botschaften auf Resonanz stoßen und die politische Debatte nachhaltig prägen werden.



Source link