Meine Co-Geschäftsführerin Josephin Haardt und ich können es nicht fassen, als wir Anfang Februar die E-Mail von der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) öffnen: ein unbegründeter Ablehnungsbescheid unseres Projekts „Kunst für Demokratie“ im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“.
Insgesamt waren fast 300.000 Euro für das Projekt fest eingeplant. Es umfasst Workshops für Engagierte im ländlichen Raum und digitale politische Bildung, um demokratiefördernden Initiativen mehr Sichtbarkeit zu verleihen. 120.000 Euro hatten wir zu diesem Zeitpunkt bereits ausgegeben, nachdem uns die BpB einen vorläufigen Maßnahmenbeginn bewilligt hatte. Bereits im März 2025 hatten wir mit der Projektarbeit begonnen, Workshops gegeben, an Netzwerktreffen teilgenommen und Gehälter gezahlt.
So ein finanzielles Loch steckt man nicht mal eben weg als kleine Organisation. Uns war sofort klar: Wenn wir jetzt nicht massiv Geld einsammeln, dann sind wir pleite.
Und dann waren da noch ganz andere Fragen, die sich uns aufdrängten: Warum jetzt dieser unbegründete Ablehnungsbescheid? Warum greift das CSU-geführte Innenministerium plötzlich in die Arbeit der Bundeszentrale ein? Die Vermutung liegt nahe, dass ein Zusammenhang besteht mit dem, was im Oktober 2025 nach der rassistischen Stadtbild-Aussage von Friedrich Merz geschah.
Merz sagt: „Fragen Sie mal Ihre Töchter…“ – das konnte ich nicht so stehen lassen
Merz hatte damals noch einen draufgelegt: „Fragen Sie mal Ihre Töchter …“, die würden seine Aussage bestätigen. Das war natürlich eine Steilvorlage für mich. Als Gründerin von Radikale Töchter, aber insbesondere als Frau, konnte ich das so nicht stehen lassen und antwortete, indem ich eine Petition startete. Als klares Statement der Töchter, dass so eine rassistische Aussage eines Bundeskanzlers nicht würdig ist. Aber auch, um dafür einzustehen, was die Töchter wirklich wollen: umfassenden Gewaltschutz.
Der größte Feind der Frau lauert ihr nämlich nicht auf der Straße auf, er schläft in der Regel neben ihr im Bett. Wenn der Bundeskanzler sich also wirklich für die Belange der Frauen interessiere, solle er Gewaltschutz zur Chefsache erklären.
Dass die Petition so durch die Decke gehen würde, hätte ich niemals gedacht. Innerhalb von weniger als drei Tagen waren wir bei mehr als 250.000 Unterschriften, die Medien berichteten und vor der CDU-Parteizentrale wurde demonstriert.
„Nius“ griff die Petition auf und trat eine rechte Hetzkampagne los
Auch das rechte Nachrichtenportal Nius griff mich und meine Petition auf. Der Vorwurf: Das CSU-geführte Innenministerium finanziere durch die Bundeszentrale für politische Bildung seine eigenen Kritiker*innen. Dass ich die Petition als Privatperson gestartet hatte, entging Nius wohl zufällig … Es war der Auftakt einer rechten Hetzkampagne gegen meine Organisation und mich im Internet.
Radikale Töchter arbeiteten zu diesem Zeitpunkt bereits seit acht Monaten im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ der BpB. Erste Workshops hatten stattgefunden und wir hatten andere Träger*innen des Bundesprogramms beraten. Gehälter wurden ausgezahlt, wir waren mittendrin in dem Projekt. Doch die finale Förderzusage stand aufgrund der Neuwahlen und des noch nicht beschlossenen Haushalts aus.
Dazu muss man wissen: Seit 2019 arbeiten wir vertrauensvoll mit der Bundeszentrale zusammen. Es kam häufiger vor, dass es eine vorläufige Förderzusage gab und der finale Mittelbescheid erst später kam.
Gerade Projekte in strukturschwachen Regionen werden ausgebremst
Wir konnten vorläufig mit der Arbeit beginnen, weil wir die Eigenmittel hatten, um die fehlenden Fördergelder vorzustrecken. Ein echtes Privileg, nicht viele Organisationen können sich das leisten. Andere konnten mit der vorläufigen Zusage nur sehr verzögert anfangen zu arbeiten, weil ihnen die Mittel fehlten. Die Zivilgesellschaft bremst das massiv aus und es verunsichert Organisationen, die teilweise seit Jahrzehnten wichtige Demokratiearbeit in strukturschwachen Regionen leisten.
Ob das ein Zufall ist?
Ich muss an einen weiteren Vorfall denken. Im November 2025 habe ich mein erstes Buch veröffentlicht: Machen Macht Mut – gegen die Gleichgültigkeit. Es geht um Selbstermächtigung, politische Beteiligung, die Kraft der Kunst und unsere Arbeit bei Radikale Töchter. Aber eben auch um kritisches, unbequemes Denken und Widersprechen.
Auf einer Lesung in Bonn werde ich auf meine Petition, den Nius-Artikel und einen Instagram-Post von Radikale Töchter zu der Stadtbild-Debatte angesprochen. Er verglich die Sprache des Bundeskanzlers mit der von Goebbels. Zugegeben: Der Vergleich war provokant und zugespitzt. Nichts Unübliches für Social Media.
Krass, wie das Agenda-Setting von rechts wirkt
Die Person jedenfalls stellt mich zur Rede: Ob ich denke, das sei okay? Sie ist sehr aufgebracht und stellt unsere gesamte politische Bildungsarbeit infrage. Ihre Argumentation erinnert mich dabei sehr an das, was Nius im Nachgang zur Petition schrieb. Krass, denke ich, wie das Agenda-Setting von Rechts wirkt. Menschen, die sich selbst nicht dem rechten Spektrum zuordnen würden, glauben diese Narrative.
Social-Media-Posts werden zum Maßstab unserer Arbeit. Unsere demokratiefördernde, parteiunabhängige Arbeit, die wir seit Jahren, vor allem im ländlichen Raum in Ostdeutschland machen, scheint wie ausradiert. Kritik an der Bundesregierung ist offensichtlich nicht erwünscht. Was ist das für ein Demokratieverständnis, frage ich mich und merke, wie sich der Wind dreht.
Als wir im Dezember 2025 immer noch keinen finalen Förderbescheid von der BpB bekommen haben, werden wir langsam nervös. Es heißt, unser Projekt sei erneut dem Bundesinnenministerium vorgelegt worden. Das wurde es tatsächlich schon mal. Die damalige SPD-Innenministerin Nancy Faeser hatte es im Januar 2024 geprüft und bewilligt. Daraufhin hatten wir überhaupt erst die vorläufige Förderzusage erhalten.
Und jetzt stehen wir da. März 2026: der Ablehnungsbescheid.
Wird gefördert, wer am angepasstesten ist?
Unterstützung bekommen wir durch das großartige Team von „Gegenrechtsschutz“, die uns juristisch vertreten. Mit dieser Sicherheit im Rücken haben wir den Fall öffentlich gemacht und gehen gemeinsam juristisch dagegen vor. Die letzten Tage waren für mich krass. Die Welle an Solidarität und Spenden, die uns erreicht hat, ist überwältigend. Wir fühlen uns sehr darin bestätigt, uns nicht einschüchtern zu lassen. Ich merke, wie mich meine Zeit beim Zentrum für Politische Schönheit bestens auf solche Situationen vorbereitet hat – mit mir haben sie sich die falsche ausgesucht, bei Gegenwind komme ich erst richtig in Fahrt.
Wir müssen ein Zeichen setzen. Wer gefördert wird, darf nicht danach entschieden werden, wer am angepasstesten ist. Politische Bildung muss in der Lage sein, kritische Stimmen auszubilden. Das ist ihr Kern. Geleistet wird sie von Menschen, die eine Haltung haben und gleichzeitig dazu anregen, eine eigene Haltung zu entwickeln. Das bedeutet Demokratie.
Die Voraussetzung dafür ist Unabhängigkeit. Das bedeutet nicht nur, dass politische Bildungsarbeit von unabhängigen Behörden beurteilt werden muss, es braucht dafür auch externe Akteur*innen. Lehrer*innen, Schulsozialarbeit oder auch der Trainer im Sportverein allein können diese Aufgabe nicht leisten. Erst die Unabhängigkeit kann eine freie demokratische Willensbildung ermöglichen ohne Beeinflussung durch den Staat oder eine politische Partei.
Merz und Dobrindt würde ich gerne in unserem Workshop willkommen heißen
Wir treffen bei unserer Arbeit auf die Menschen, die das Vertrauen in Politik längst verloren haben und schaffen es, sie mit Aktionskunst für Politik zu begeistern. Ihnen Lust darauf zu machen, selber ins Handeln zu kommen. Klar zu machen, dass sich das lohnt. Wie gerne würde ich Alexander Dobrindt mal direkt in unserem Mut-Muskel-Workshop willkommen heißen, oder Friedrich Merz.
Radikal heißt für uns, das Grundgesetz zu verteidigen oder auch radikal empathisch auf Menschen zugehen, selbst wenn sie nicht unsere Haltung teilen. Umso mehr hoffe ich, dass es am Ende nicht unser Name ist, der abschreckt. Dass nicht ein Label über Förderung entscheidet, sondern ein ehrlicher Blick auf das, was wir tun. Alles andere wäre nicht nur oberflächlich – es wäre ein Armutszeugnis.
Es ist wichtig, dass wir die Sache jetzt auch juristisch verhandeln lassen. Denn hier geht es nicht nur um uns. Es geht um die Frage, ob politische Bildung in diesem Land unabhängig bleiben darf oder der Willkür eines Ministeriums unterstellt ist. Denn morgen kann es schon die AfD sein, die in diesen Ministerien sitzt und die Macht hat. Wenn wir aus der Geschichte eines gelernt haben sollten, dann doch dies: Eine lebendige Demokratie braucht eine souveräne, kritische Öffentlichkeit – gerade um Machtmissbrauch zu verhindern.
Cesy Leonard wurde 1982 in Stuttgart geboren. Sie studierte Schauspiel in Berlin und leitete von 2012 bis 2019 das Planungsteam beim Zentrum für Politische Schönheit. 2019 gründete sie in Berlin mit Katharina Haverich Radikale Töchter
menbeginn bewilligt hatte. Bereits im März 2025 hatten wir mit der Projektarbeit begonnen, Workshops gegeben, an Netzwerktreffen teilgenommen und Gehälter gezahlt. So ein finanzielles Loch steckt man nicht mal eben weg als kleine Organisation. Uns war sofort klar: Wenn wir jetzt nicht massiv Geld einsammeln, dann sind wir pleite. Und dann waren da noch ganz andere Fragen, die sich uns aufdrängten: Warum jetzt dieser unbegründete Ablehnungsbescheid? Warum greift das CSU-geführte Innenministerium plötzlich in die Arbeit der Bundeszentrale ein? Die Vermutung liegt nahe, dass ein Zusammenhang besteht mit dem, was im Oktober 2025 nach der rassistischen Stadtbild-Aussage von Friedrich Merz geschah.Merz sagt: „Fragen Sie mal Ihre Töchter…“ – das konnte ich nicht so stehen lassenMerz hatte damals noch einen draufgelegt: „Fragen Sie mal Ihre Töchter …“, die würden seine Aussage bestätigen. Das war natürlich eine Steilvorlage für mich. Als Gründerin von Radikale Töchter, aber insbesondere als Frau, konnte ich das so nicht stehen lassen und antwortete, indem ich eine Petition startete. Als klares Statement der Töchter, dass so eine rassistische Aussage eines Bundeskanzlers nicht würdig ist. Aber auch, um dafür einzustehen, was die Töchter wirklich wollen: umfassenden Gewaltschutz. Der größte Feind der Frau lauert ihr nämlich nicht auf der Straße auf, er schläft in der Regel neben ihr im Bett. Wenn der Bundeskanzler sich also wirklich für die Belange der Frauen interessiere, solle er Gewaltschutz zur Chefsache erklären.Dass die Petition so durch die Decke gehen würde, hätte ich niemals gedacht. Innerhalb von weniger als drei Tagen waren wir bei mehr als 250.000 Unterschriften, die Medien berichteten und vor der CDU-Parteizentrale wurde demonstriert. „Nius“ griff die Petition auf und trat eine rechte Hetzkampagne losAuch das rechte Nachrichtenportal Nius griff mich und meine Petition auf. Der Vorwurf: Das CSU-geführte Innenministerium finanziere durch die Bundeszentrale für politische Bildung seine eigenen Kritiker*innen. Dass ich die Petition als Privatperson gestartet hatte, entging Nius wohl zufällig … Es war der Auftakt einer rechten Hetzkampagne gegen meine Organisation und mich im Internet.Radikale Töchter arbeiteten zu diesem Zeitpunkt bereits seit acht Monaten im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ der BpB. Erste Workshops hatten stattgefunden und wir hatten andere Träger*innen des Bundesprogramms beraten. Gehälter wurden ausgezahlt, wir waren mittendrin in dem Projekt. Doch die finale Förderzusage stand aufgrund der Neuwahlen und des noch nicht beschlossenen Haushalts aus. Dazu muss man wissen: Seit 2019 arbeiten wir vertrauensvoll mit der Bundeszentrale zusammen. Es kam häufiger vor, dass es eine vorläufige Förderzusage gab und der finale Mittelbescheid erst später kam. Gerade Projekte in strukturschwachen Regionen werden ausgebremstWir konnten vorläufig mit der Arbeit beginnen, weil wir die Eigenmittel hatten, um die fehlenden Fördergelder vorzustrecken. Ein echtes Privileg, nicht viele Organisationen können sich das leisten. Andere konnten mit der vorläufigen Zusage nur sehr verzögert anfangen zu arbeiten, weil ihnen die Mittel fehlten. Die Zivilgesellschaft bremst das massiv aus und es verunsichert Organisationen, die teilweise seit Jahrzehnten wichtige Demokratiearbeit in strukturschwachen Regionen leisten. Ob das ein Zufall ist?Ich muss an einen weiteren Vorfall denken. Im November 2025 habe ich mein erstes Buch veröffentlicht: Machen Macht Mut – gegen die Gleichgültigkeit. Es geht um Selbstermächtigung, politische Beteiligung, die Kraft der Kunst und unsere Arbeit bei Radikale Töchter. Aber eben auch um kritisches, unbequemes Denken und Widersprechen.Auf einer Lesung in Bonn werde ich auf meine Petition, den Nius-Artikel und einen Instagram-Post von Radikale Töchter zu der Stadtbild-Debatte angesprochen. Er verglich die Sprache des Bundeskanzlers mit der von Goebbels. Zugegeben: Der Vergleich war provokant und zugespitzt. Nichts Unübliches für Social Media.Krass, wie das Agenda-Setting von rechts wirktDie Person jedenfalls stellt mich zur Rede: Ob ich denke, das sei okay? Sie ist sehr aufgebracht und stellt unsere gesamte politische Bildungsarbeit infrage. Ihre Argumentation erinnert mich dabei sehr an das, was Nius im Nachgang zur Petition schrieb. Krass, denke ich, wie das Agenda-Setting von Rechts wirkt. Menschen, die sich selbst nicht dem rechten Spektrum zuordnen würden, glauben diese Narrative. Social-Media-Posts werden zum Maßstab unserer Arbeit. Unsere demokratiefördernde, parteiunabhängige Arbeit, die wir seit Jahren, vor allem im ländlichen Raum in Ostdeutschland machen, scheint wie ausradiert. Kritik an der Bundesregierung ist offensichtlich nicht erwünscht. Was ist das für ein Demokratieverständnis, frage ich mich und merke, wie sich der Wind dreht. Als wir im Dezember 2025 immer noch keinen finalen Förderbescheid von der BpB bekommen haben, werden wir langsam nervös. Es heißt, unser Projekt sei erneut dem Bundesinnenministerium vorgelegt worden. Das wurde es tatsächlich schon mal. Die damalige SPD-Innenministerin Nancy Faeser hatte es im Januar 2024 geprüft und bewilligt. Daraufhin hatten wir überhaupt erst die vorläufige Förderzusage erhalten. Und jetzt stehen wir da. März 2026: der Ablehnungsbescheid.Wird gefördert, wer am angepasstesten ist?Unterstützung bekommen wir durch das großartige Team von „Gegenrechtsschutz“, die uns juristisch vertreten. Mit dieser Sicherheit im Rücken haben wir den Fall öffentlich gemacht und gehen gemeinsam juristisch dagegen vor. Die letzten Tage waren für mich krass. Die Welle an Solidarität und Spenden, die uns erreicht hat, ist überwältigend. Wir fühlen uns sehr darin bestätigt, uns nicht einschüchtern zu lassen. Ich merke, wie mich meine Zeit beim Zentrum für Politische Schönheit bestens auf solche Situationen vorbereitet hat – mit mir haben sie sich die falsche ausgesucht, bei Gegenwind komme ich erst richtig in Fahrt. Wir müssen ein Zeichen setzen. Wer gefördert wird, darf nicht danach entschieden werden, wer am angepasstesten ist. Politische Bildung muss in der Lage sein, kritische Stimmen auszubilden. Das ist ihr Kern. Geleistet wird sie von Menschen, die eine Haltung haben und gleichzeitig dazu anregen, eine eigene Haltung zu entwickeln. Das bedeutet Demokratie. Die Voraussetzung dafür ist Unabhängigkeit. Das bedeutet nicht nur, dass politische Bildungsarbeit von unabhängigen Behörden beurteilt werden muss, es braucht dafür auch externe Akteur*innen. Lehrer*innen, Schulsozialarbeit oder auch der Trainer im Sportverein allein können diese Aufgabe nicht leisten. Erst die Unabhängigkeit kann eine freie demokratische Willensbildung ermöglichen ohne Beeinflussung durch den Staat oder eine politische Partei. Merz und Dobrindt würde ich gerne in unserem Workshop willkommen heißenWir treffen bei unserer Arbeit auf die Menschen, die das Vertrauen in Politik längst verloren haben und schaffen es, sie mit Aktionskunst für Politik zu begeistern. Ihnen Lust darauf zu machen, selber ins Handeln zu kommen. Klar zu machen, dass sich das lohnt. Wie gerne würde ich Alexander Dobrindt mal direkt in unserem Mut-Muskel-Workshop willkommen heißen, oder Friedrich Merz.Radikal heißt für uns, das Grundgesetz zu verteidigen oder auch radikal empathisch auf Menschen zugehen, selbst wenn sie nicht unsere Haltung teilen. Umso mehr hoffe ich, dass es am Ende nicht unser Name ist, der abschreckt. Dass nicht ein Label über Förderung entscheidet, sondern ein ehrlicher Blick auf das, was wir tun. Alles andere wäre nicht nur oberflächlich – es wäre ein Armutszeugnis.Es ist wichtig, dass wir die Sache jetzt auch juristisch verhandeln lassen. Denn hier geht es nicht nur um uns. Es geht um die Frage, ob politische Bildung in diesem Land unabhängig bleiben darf oder der Willkür eines Ministeriums unterstellt ist. Denn morgen kann es schon die AfD sein, die in diesen Ministerien sitzt und die Macht hat. Wenn wir aus der Geschichte eines gelernt haben sollten, dann doch dies: Eine lebendige Demokratie braucht eine souveräne, kritische Öffentlichkeit – gerade um Machtmissbrauch zu verhindern.