Ein Gastbeitrag von Bodo Neumann

Die Auswirkungen auf die menschliche Psyche, wenn Arbeit und Geld weniger zentrale Rollen spielen, sind tiefgreifend und betreffen nicht nur das individuelle Wohlbefinden, sondern auch das kollektive Leben in der Gesellschaft. Ein Leben ohne die Notwendigkeit zu arbeiten könnte zu tiefen psychologischen und emotionalen Herausforderungen führen.

In einer Welt, die von Künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung geprägt wird, stehen wir vor der Frage, wie sich die Bedeutung von Arbeit im Leben der Menschen verändern wird. „Können wir eine Welt haben, in der Arbeit für viele Menschen nicht die zentrale Rolle haben muss, die sie heute hat, in der Menschen ihre Sinnquelle woanders finden? Oder in der es bei Arbeit um andere Dinge geht? Dass es mehr um Erfüllung geht als um wirtschaftliches Überleben?“ Diese Fragen stellt sich Dario Amodei, der zu den einflussreichsten Köpfen in der Entwicklung sicherer Künstlicher Intelligenz (KI) gehört und der sich intensiv mit den Chancen und Risiken dieser bahnbrechenden Technologie auseinandergesetzt hat.

Elon Musk hat in der Vergangenheit die Vision geäußert, dass Geld und Arbeit irgendwann irrelevant werden könnten, vor allem durch die Einführung eines universellen Grundeinkommens. Doch diese Vorstellung birgt ein psychologisches Dilemma: Arbeit bedeutet für viele mehr als nur Einkommensquelle und soziale Anerkennung. Sie ist ein entscheidender Faktor für den Lebenssinn, das Gefühl der Selbstverwirklichung und der psychischen Gesundheit. Wenn Arbeit und Geld entkoppelt werden, könnte dies tiefgreifende Auswirkungen auf das individuelle Wohlbefinden und die gesellschaftliche Kohäsion haben.