Von Kai Rebmann

Jeder kennt ihn, den Seemann mit dem Rauschebart, der im TV seit Jahrzehnten für „seine“ knusprig panierten Fischstäbchen wirbt. Doch auch am Kultgericht ungezählter Kindergeburtstage ging der Wadel des Zeitgeists nicht ganz spurlos vorbei. Vor wenigen Jahren brachte „Iglo“ unter seinem Dach mit „Green Cuisine“ und „Veggie Love“ zwei eigenständige Marken an den Start, um dem damals vor allem medial forcierten Hype um vegetarische bis vegane Ernährung nachzuhängen.

Doch die Erwartungen – nicht zuletzt die finanziellen – bleiben offenbar stark hinter den Erwartungen zurück. Oder sollte man besser sagen: hinter den Hoffnungen? Jedenfalls zieht der TK-Gigant jetzt die Reißleine und folgt damit dem Beispiel zahlreicher weiterer Weltkonzerne und Marktführer, die sich eher früher als später eingestehen mussten, sich vor lauter Ideologie völlig verrannt und am Kundenwunsch vorbei operiert zu haben.

In einer Pressemitteilung spricht Iglo zunächst noch von einer Umstrukturierung „im Zuge der regulären Sortimentspflege“. Demnach sollen bisher noch unter „Green Cuisine“ gelabelte Produkte wie Falafel, vegane Fleischbällchen, vegane Fischstäbchen oder Zucchini-Käse-Taler zu einem nicht näher benannten Zeitpunkt in der näheren Zukunft auslaufen. Auch das Label „Veggie Love“ soll dann nach nur wenigen Jahren wieder aus den Supermärkten verschwinden.

Dass hinter dem Schritt aber offenbar deutlich mehr steckt, als nur die „reguläre Sortimentspflege“ verrät Iglos Deutschland-Chef in der „Lebensmittelzeitung“. Volker Büttel gibt sich dort geläutert und räumt ein: „Wir müssen unseren Kunden wieder mehr fleischbasierte Proteinquellen anbieten.“ Ziel müsse sein, in anderen Ländern erfolgreiche Ideen und Produkte auch nach Deutschland zu holen. Zudem wolle Iglo sich künftig mehr auf den Fertiggericht-Markt fokussieren und dort verstärkt wieder auf mehr Fleischangebote setzen.