
Schnäppchenjäger aufgepasst: Günstige Möbel gibt es bei Ikea schon lange, doch jetzt will der Schweden-Riese einem Bericht zufolge auch ins Energiegeschäft einsteigen und Strom verkaufen. Hunderte Euro Ersparnis sollen pro Jahr bei einem Wechsel drin ein.
Chemnitz.
Der schwedische Möbel-Riese Ikea will einen dynamischer Tarif anbieten – mit ständig aktualisierten Preisen. Das berichtet die „Bild“ mit Verweis auf Informationen aus Unternehmenskreisen. Das Besondere daran: „Auch private Haushalte bekommen so direkten Zugang zu den aktuellen Strompreisen, die normalerweise Großabnehmern wie Fabriken vorbehalten sind“, so die „Bild“. „Statt fester Abschläge zahlen sie nur, was sie tatsächlich verbrauchen.“ Vermarktet werden soll der Strom demnach unter dem Namen „Svea Strom“.
Flex-Tarif mit minutengenauer Abrechnung
Berechnet wird demnach jeweils der Echtzeit-Marktpreis, der sich alle 15 Minuten ändern kann. Dadurch können Stromfresser gezielt dann benutzt werden, wenn der Strom günstig ist. Schon seit 2025 müssen Energieanbieter ihren Kunden auch dynamische Tarife anbieten. Kunden brauchen für einen derartigen Tarif in der Regel ein intelligenten Messsystem („Smart Meter“), das Verbräuche genau erfasst und eine minutengenaue Abrechnung ermöglicht. Den Einbau eines Smart Meters können Kunden verlangen. Mithilfe einer Smartphone-App und diesem Smart Meter kann der Strom dann minutengenau abgerechnet werden.
Vorbild ist Schweden
Ikea will laut „Bild“ jetzt genau dort ansetzen. „Dabei stehen die viertelstündlichen Preise bereits um 14 Uhr am Vortag fest, können vom Kunden in einer eigenen Smartphone-App abgerufen werden“, so das Boulevardblatt. Das schaffe Planungssicherheit, zitiert die „Bild“ Ikeas Energie-Chefin Jacqueline Polak. „Wer seinen Verbrauch in günstige Stunden verlegt, kann Stromkosten senken und zugleich aktiv die Energiewende unterstützen.“ Vorbild sei Ikeas Heimatland Schweden, dort würden schon mehr als die Hälfte der Stromkunden dynamische Tarife nutzen.
So groß ist das Sparpotenzial
Ikea verspricht dem Bericht zufolge großes Sparpotenzial bei einem Wechsel. So soll die Grundgebühr schon bei 5,95 Euro pro Monat starten. Ikea hilft demnach wie andere Stromanbieter auch beim Tarifwechsel, baut bei Bedarf das „Smart Meter“ kostenlos ein. Bereits ein Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 1600 Kilowattstunden könne zum Beispiel am Standort Köln durch einen Wechsel zu Svea Strom rund 167 Euro pro Jahr sparen, heißt es. Mit steigendem Jahresverbrauch und Optimierungspotenzial wachse auch die Ersparnis deutlich. Ein Vier-Personen-Haushalt mit E-Auto (7000 kWh/Jahr) könne durch die Optimierung mit App und „Smart Meter“ jährliche Einsparungen von bis zu 830 Euro realisieren.
Wechsel mit Risiken verbunden
Allerdings ist mit der Kopplung des eigenen Strompreises an den Börsenstrompreis auch ein gewisses Risiko verbunden. „Wenn der Verbrauch nicht in die Zeiten verlagert wird, zu denen der Strom günstig ist, kann der dynamische Tarif auch teurer werden als ein klassischer Tarif“, zitiert die „Bild“ den Schweden-Konzern. Gebucht werden kann der Ikea-Strom demnach ab dem 21. Januar, weitere Details will Ikea im Laufe des Tages bekanntgeben. (juerg)