Wer als Kapitalanleger hohe Renditen erzielen will, sollte gen Osten blicken: Denn die Vermietung von Immobilien ist dort am lukrativsten. Dabei überrascht ein Landkreis in Sachsen besonders.
Chemnitz.
Die höchsten Renditen werfen vermietete Immobilien nicht in den Großstädten ab, sondern in ländlichen Regionen in Ostdeutschland. Das ist das überraschende Ergebnis einer Studie, für die das Leipziger Unternehmen Real Estate Pilot eine Karte mit Durchschnittsrenditen auf Kreisebene erstellt hat. Knapp vier Millionen Kauf- und Mietangeboten der Jahre 2024 und 2025 bildeten die Grundlage dafür. Die Rendite ergibt sich dabei aus den Mieteinahmen im Verhältnis zum ursprünglichen Kaufpreis der Immobilie. Die Angabe zeigt, wie schnell das Geld, dass für den Kauf einer Wohnung ausgegeben wurde, wieder „zurückverdient“ wird.
Das Vogtland ist ein Geheimtipp
Demnach tun Kapitalanleger gut daran, in Mittel- und Ostdeutschland zu investieren. So beträgt die Mietrendite im sächsischen Vogtlandkreis rund 8,7 Prozent. Das ist bundesweit nicht nur die höchste. Hier ist der Gewinn auch im Vergleich zum Vorjahr um rund sieben Prozent gestiegen. Es folgen weitere Regionen in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt mit Renditen von über 8 Prozent. Dazu zählen die Landkreise Mansfeld-Südharz, Altenburger Land und Greiz. Mit 7,84 Prozent schafft es der Erzgebirgskreis ebenfalls noch in die Top 10 der renditestärksten Kreise. Ebenfalls vorne mit dabei: Immobilien in den Landkreisen Elbe-Elster, Sömmerda, Wittenberg und Saale-Orla. Als Grund dafür werden die die verhältnismäßig niedrigen Kaufpreise bei stabiler Mietnachfrage genannt.
An der Ostseeküste sind die Renditen niedrig

Je dunkler, desto besser: Der Renditeatlas des Leipziger Unternehmens Real Estate Pilot zeigt, dass vermietete Immobilien im Osten Deutschlands im Verhältnis zu deren Kaufpreis die höchsten Gewinne abwerfen.
Bild: Real Estate Pilot

Je dunkler, desto besser: Der Renditeatlas des Leipziger Unternehmens Real Estate Pilot zeigt, dass vermietete Immobilien im Osten Deutschlands im Verhältnis zu deren Kaufpreis die höchsten Gewinne abwerfen. Bild: Real Estate Pilot
Zum Vergleich: Das Schlusslicht bildet der Landkreis Garmisch-Partenkirchen mit einer Rendite von 2,38 Prozent. Ebenfalls sehr niedrige Werte erzielen die Landkreise Miesbach (2,62 Prozent) und Nordfriesland (2,78 Prozent) sowie die Regionen an der Ostsee. In diesen Regionen wirken weiterhin hohe Kaufpreise bei gleichzeitig begrenztem Mietsteigerungspotenzial renditedämpfend.
Großstädte vergleichsweise renditeschwach
Ähnlich sieht es in den deutschen Großstädten aus: Obwohl die Mieten dort vergleichsweise sehr hoch sind, sind die erzielbaren Gewinne durch Vermietung oft niedrig. Die Ursache: Die ursprünglichen Kaufpreise sind im Verhältnis zu den Mieteinnahmen überdurchschnittlich hoch. Dadurch fällt die Rendite laut Studie in Hamburg (3,03 Prozent), München (3,08 Prozent), Frankfurt am Main (3,29 Prozent) und Berlin (3,33 Prozent) im Vergleich zu den ländlichen Regionen im Osten auch eher schmal aus.
Leipzig lukrativste ostdeutsche Metropole
Unter den Metropolen machen Immobilienbesitzer in Stuttgart mit rund 4,17 Prozent noch den höchsten Schnitt, gefolgt von Leipzig mit etwa 3,75 Prozent. Die Sachsen-Metropole verzeichnet jedoch mit plus 5,6 Prozent einen der höchsten Anstiege im Vergleich zum Vorjahr. Seit 2022 hat sich die durchschnittliche Rendite in Leipzig damit um fast einen Prozentpunkt erhöht. Leipzig bleibt damit die renditestärkste ostdeutsche Metropole und bestätigt ihre Rolle als vergleichsweise attraktiver Markt für Kapitalanleger.
Experten: Nicht alles Gold, was glänzt
Die Zahlen zeigen: Der deutsche Wohnungsmarkt bleibt gespalten. In den Metropolen ist Eigentum extrem teuer – bei vergleichsweise niedrig laufender Rendite. In günstigeren Städten locken höhere Erträge, allerdings häufig verbunden mit höheren Risiken wie Leerstand oder schwächerer Wertentwicklung. Experten raten daher grundsätzlich vor dem Kauf einer Immobilie zu einer gründlichen Marktanalyse. So sollte etwa bedacht werden, dass Zeiten, in denen die Wohnung nicht vermietbar ist, die Rendite erheblich schmälern. Die Lage sei auch im Osten für die Vermietbarkeit oft das entscheidende Kriterium, heißt es. (juerg)