Der Tourismus in Österreich gilt als Inflationstreiber – deshalb hat sich die Verlierer-Ampel einen ganz besonderen Trick ausgedacht, um sich die Teuerung schönzurechnen. Im Ministerrat am heutigen Mittwoch hat die Bundesregierung unter dem Kapitel Tourismus eine Überprüfung der Inflationsberechnung angekündigt.

Weniger Tourismus, weniger Inflation

Konkret soll gemeinsam mit der Statistik Austria analysiert werden, ob die derzeitige Abgrenzung und Gewichtung tourismusrelevanter Positionen im Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) noch zeitgemäß ist. Heißt im Klartext: Der Tourismusanteil soll geringer gewichtet werden – wodurch die Inflationsrate sinkt.

Ausländische Gäste prägen Tourismus

Das Bild vom Inflationstreiber Tourismus, so der Ministerratsvortrag, greife zu kurz und berücksichtige weder die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch die Herausforderungen der Betriebe. Begründet wird die geplante Überprüfung mit der besonderen Struktur des österreichischen Tourismus. Ein erheblicher Teil der touristischen Wertschöpfung werde von Gästen aus dem Ausland erzielt und gelte volkswirtschaftlich als Dienstleistungs-Export. In vielen Destinationen entfallen laut Bericht bis zu drei Viertel der Nächtigungen, regional sogar mehr, auf internationale Gäste.

Die derzeitige Gewichtung tourismusnaher Ausgaben im HVPI basiere zwar – wie in allen EU-Ländern – auf der Konsumstruktur von Haushalten und Gästen, könne sich jedoch zwischen Ländern deutlich unterscheiden. Vor diesem Hintergrund soll geprüft werden, ob die aktuelle statistische Abbildung den österreichischen Gegebenheiten noch gerecht wird oder ob methodische Anpassungen oder Klarstellungen erforderlich sind.

Interpretation und Statistik statt Maßnahmen

Der Ministerratsvortrag selbst macht deutlich, dass es dabei nicht um unmittelbare Preismaßnahmen geht, sondern um die Interpretation und statistische Einordnung von Preisentwicklungen. Ob und in welchem Ausmaß es tatsächlich zu Anpassungen im Warenkorb kommt, soll erst das gemeinsame Prüfverfahren mit der Statistik Austria klären.



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