Die Bundesstelle für Sektenfragen steht immer wieder in der Kritik, denn um Sekten scheint es dort weniger zu gehen – vielmehr scheint man sich in der 1998 von ÖVP und SPÖ gegründeten Einrichtung um die Meinungen von Regierungskritikern zu kümmern. Die Freiheitlichen fordern deshalb im Parlament die Abschaffung der Stelle.

Sektenstelle gegen Regierungskritik

Als eine  „säkulare Inquisitionsbehörde gegen unliebsame Kritik an ÖVP und Grünen“ hatte etwa die freiheitliche Mandatarin Susanne Fürst die Bundesstelle einmal bezeichnet. Hintergrund war das Gebaren der vermeintlichen Sektenexperten während der Corona-Pandemie, als man dort schon 2021 versuchte, Kritiker des Pandemie-Regimes als „Leugner, Spinner, Rechtsextreme und Neonazis abzustempeln“, wie Fürst es damals formuliert hatte.

Auch mit einer fragwürdigen Studie fiel die Bundesstelle im Jahr 2024 auf: Hunderte „verschwörungstheoretische“ Telegram-Kanäle würden monatlich zu Spenden aufrufen, hieß es dort. Dafür wurden beliebte Kanäle, unter anderem auch jene von alternativen Medien wie AUF1, unter die Lupe genommen. Einzelne “rechtsextreme” und “verschwörungstheoretische Akteure und Akteurinnen” würden die Themen dieser Kanäle bestimmen und sich finanziell bereichern, behaupetete Studienautor Felix Lippe.

Kein Schutz vor Sektengefahren

Der Nationalrat hat deshalb am heutigen Mittwoch die erste Lesung des Antrags der FPÖ-Abgeordneten Christian Hafenecker und Maximilian Weinzierl durchgeführt. Dieses „Bundessektenstellen-Abschaffungsgesetz“ sieht vor, das Bundesgesetz über die Dokumentations- und Informationsstelle für Sektenfragen außer Kraft zu setzen. Eine Abstimmung fand noch nicht statt; der Antrag geht nun an den Ausschuss für Familie und Jugend. Der Initiativantrag wurde bereits am 16. Dezember 2025 eingebracht. Die FPÖ kritisierte die Stelle als politisierten Akteur, der ihren eigentlichen Schutz-Auftrag (vor Sektengefahren für Gesundheit, Familie und Jugend) verlassen habe.

Einsatz gegen vermeintliche Verschwörungstheorien statt echte Gefahren

Die Bundesstelle erweitere den Sektenbegriff eigenmächtig auf Verschwörungstheorien, regierungskritische Medien (z. B. Telegram-Kanäle) und politische Weltanschauungen, statt auf konkrete Gruppierungsgefahren. Berichte wie der Sektenbericht 2024 seien selbstreferenziell, ignorierten islamistische oder linke Risiken und diffamierten konservative Positionen als „sektentypisch“, so die Kritik der Freiheitlichen.



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