Iranische Drohnenangriffe haben die Gasproduktion in Katar komplett gestoppt. Mit einem Schlag fallen 20 Prozent der weltweiten LNG-Exporte weg. Die Folge: Die europäischen Gaspreise schießen um über 50 Prozent in die Höhe!
Es ist keine Übertreibung: Was sich gestern in Katar abgespielt hat, ist ein absolutes Beben für die globalen Energiemärkte. Der staatliche Energiegigant QatarEnergy musste nach iranischen Drohnenangriffen auf die Industriezentren Ras Laffan und Mesaieed die gesamte Produktion von Flüssiggas (LNG) stoppen. Die Schockwellen dieses Ausfalls werden wir noch sehr lange spüren. Wir sprechen hier nicht von kleinen, unbedeutenden Anlagen. Das ist das Herz der weltweiten Gasversorgung, das hier gerade stillsteht.
Dieser Shutdown radiert mal eben ein Fünftel der weltweiten LNG-Exportkapazität aus. Das ist ein Versorgungs-Schock. Die Konsequenzen für uns alle sind massiv. Katar ist nicht irgendein Lieferant. Es ist die fundamentale Säule, auf der unsere Gasversorgung ruht, seitdem das russische Gas weggefallen ist. Allein 2025 verschiffte QatarEnergy fast 81 Millionen Tonnen LNG. Dieses Gas hat die Märkte in Europa und Asien am Leben gehalten.
Fast die gesamte Infrastruktur befindet sich in Ras Laffan – dem größten LNG-Exportkomplex der Welt. Seit Jahren dominiert Katar den globalen Markt in einem Ausmaß, bei dem weder die USA noch Australien mithalten können. Jetzt ist diese Säule eingestürzt. Die Reaktion der Märkte war brutal. Die europäischen Großhandelspreise für Gas schossen um mehr als 50 Prozent in die Höhe – der größte Preissprung an einem einzigen Tag seit dem Krisenjahr 2022!
Europa ist extrem verwundbar. Unsere Gasspeicher sind nach dem Winter nicht voll genug, um uns in Sicherheit zu wiegen. Jetzt beginnt ein gnadenloser, weltweiter Bieterwettstreit. Asiatische Staaten, denen der Preis oft egal ist, werden uns die wenigen verbleibenden Gas-Schiffe vor der Nase wegkaufen. Was das für Sie bedeutet? Diese explodierenden Preise werden voll auf unsere Stromkosten, die Industrieproduktion und die Inflation durchschlagen. Millionen Haushalte in Europa müssen sich auf einen brutalen Kosten-Schock in den kommenden Monaten einstellen.
Und es kommt noch schlimmer, wenn man sich das große Ganze ansieht: Israel hat sein riesiges Leviathan-Gasfeld aus Sicherheitsgründen geschlossen. Saudi-Arabien musste die gigantische Ras-Tanura-Raffinerie nach Drohnenangriffen stoppen. Alles spielt sich rund um die Straße von Hormus ab. 20 Prozent des weltweiten Öls und fast das gesamte LNG aus Katar fließen hier durch. Jetzt ist diese Lebensader praktisch tot. Schiffe stecken in den Häfen fest oder “parken” einfach auf See, weil iranische Warnungen und Angriffe die Durchfahrt zu einem Selbstmordkommando machen.
Wenn der Ausfall nur kurz wäre, könnten wir vielleicht mit einem blauen Auge davonkommen. Aber wird er kurz sein? Die Anlagen bleiben unter direkter Bedrohung. Wie lange die Reparaturen dauern? Völlig unklar. Die USA exportieren zwar auf Rekordniveau, aber dieses Gas ist durch langfristige Verträge gebunden. Australien ist zu weit weg von Europa. Auf dem freien Markt gibt es kaum noch Gas – und wenn, dann zu astronomischen Preisen. Nichts davon lässt sich über Nacht lösen.
Dieser Angriff brennt eine geopolitische Risiko-Prämie in die Gaspreise ein, die selbst den Ukraine-Schock in den Schatten stellen könnte. Ein einziger militärischer Schlag hat gereicht, um ein Fünftel der weltweiten Gasversorgung auszulöschen – und die Käuferländer stehen völlig machtlos da. Die kurzfristigen Folgen: Preis-Explosionen, ein brutaler Kampf um Ladungen und nackte wirtschaftliche Abstiegsangst in Europa.
