Tag 2 der Eskalation im Nahen Osten: Die USA und Israel flogen gestern Luftangriffe auf den Iran, mehrere ranghohe Führer wurden getötet, darunter Ayatollah Ali Chamenei. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf US-Stützpunkte in mehreren Staaten der Region.
Der Iran greift mit Raketen und Drohnen auch zivile Ziele in Bahrain, VAE, Dubai, Katar, Kuwait und Jordanien an. Was gestern geschah, kann im TICKER vom 28. Februar nachgelesen werden. In Berlin tagte der Krisenstab, die EU trifft sich in Brüssel, der UN-Sicherheitsrat berief eine Dringlichkeitssitzung ein.

Alle Entwicklungen vom 1. März hier im Liveticker:

 

Trump droht Iran bei Vergeltungsschlägen mit „noch nie dagewesener Härte“

US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit einer „noch nie dagewesenen Härte“, sollte das Land Vergeltungsangriffe gegen die USA und Israel verüben.

„Der Iran hat gerade erklärt, dass er heute sehr hart zuschlagen wird, härter als je zuvor“, schrieb Trump auf dem Onlinedienst Truth Social.

„Das sollten sie aber lieber nicht tun. Denn wenn sie das tun, werden wir mit einer noch nie zuvor dagewesenen Härte zuschlagen“, fügte Trump hinzu.

Israels Verteidigungsminister: Akt der Gerechtigkeit

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat die Tötung des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ali Chamenei, als Akt der „Gerechtigkeit“ begrüßt. Chamenei sei „zusammen mit hochrangigen Mitgliedern der iranischen Terrorfestung“ eliminiert worden, so Katz am Sonntag in Onlinediensten.

„Gerechtigkeit ist geschehen, und die Achse des Bösen hat einen schweren Schlag erlitten“, sagte der Verteidigungsminister.

Aktuelle Angriffe: Bandar Abbas, Kuwait, Bahrain, Katar, VAE, Irak

Am Sonntagmorgen wurden erneut mehrere Städte in der Golfregion von Explosionen erschüttert.

Gleichzeitig wurden iranische Angriffe auf Bahrain, Dubai und die VAE gemeldet. Über den Gewässern Kuwaits wurde eine Drohne abgeschossen. Der Nachrichtensender „Al-Jazeera“ meldete mindestens elf Explosionen in der katarischen Hauptstadt Doha, es stieg dichter schwarzer Rauch auf.

Im Irak versuchten Personen auf das Gelände der Grünen Zone zu gelangen, hier befindet sich die amerikanische Botschaft.

In Bandar Abbas, wo sich der wichtigste iranische Seehafen befindet, sind starke Explosionen zu hören. Zudem gibt es Berichte über Explosionen aus der Stadt Kemum.

Iran kündigt neue Angriffsserie an

Der Iran hat eine neue Welle von Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Militärstützpunkte in der Region und auf Israel gestartet. Das meldet das iranische Staatsfernsehen.

Zu den Zielen zählten 27 US-Stützpunkte sowie das israelische Militärhauptquartier und Gebäude der Rüstungsindustrie in Tel Aviv.

Dubai Airport und Luxushotel Burdsch Al Arab durch iranische Raketen beschädigt

Der internationale Flughafen von Dubai und das Luxushotel Burdsch Al Arab wurden in der Nacht durch iranische Raketenangriffe beschädigt.

Laut dem Medienbüro in Dubai wurden vier Menschen verletzt. Ein Terminal meldete Schäden. Die meisten Terminals des Flughafens wurden geräumt, der Flugverkehr ist ausgesetzt.

Eine Drohne wurde abgefangen, was zu herabfallenden Trümmern führte, die ein kleines Feuer im Hotel Burj Al Arab verursachten. Die Situation wurde unter Kontrolle gebracht, und es wurden keine Verletzten gemeldet.

CENTCOM veröffentlicht Videomaterial

Das Zentralkommando (CENTCOM) der USA veröffentlichte eine Videomontage von Raketenangriffen gegen iranische Ziele. „Das iranische Regime wurde gewarnt“, schrieb CENTCOM auf X.

Das Video zeigt Raketen, die auf dem Landweg abgefeuert werden und mehrere Ziele treffen.

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Nach dem Tod von Ali Chamenei versammelten sich am Sonntag Menschen zu seinen Ehren in Teheran.

Die größtenteils schwarz gekleideten Teilnehmer der Kundgebung auf dem zentralen Enghelab-Platz skandierten „Tod den Vereinigten Staaten“ und „Tod Israel“, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Viele von ihnen schwenkten iranische Flaggen und hielten Fotos von Chamenei hoch.

Chamenei tot – Trio soll Iran führen

Ayatollah Ali Chamenei, der mehr als 30 Jahre lang die Geschicke des Iran bestimmte, wurde bei den Luftangriffen getötet. Das iranische Staatsfernsehen verkündete die Nachricht vom Tod am Sonntag um 5:00 Uhr Ortszeit (2:30 Uhr MEZ). Es wurde eine 40-tägige Staatstrauer angeordnet. Die Schulen wurden für eine Woche geschlossen.

US-Präsident Donald Trump erklärte, die Bevölkerung des Iran habe nun die „Chance“, sich ihr Land „zurückzuholen“.

Präsident Peseschkian soll zusammen mit Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei und einem Juristen des Wächterrats die Führung des Landes übernehmen. Das Trio soll das Land leiten, bis der sogenannte Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, einen Nachfolger benennt.

Revolutionsgarden kündigen Vergeltung an

Die Revolutionsgarden, deren Anführer Mohammed Pakpur bei den Angriffen auf Teheran getötet wurde, kündigten Vergeltung an. „Die heftigste Offensive in der Geschichte der Streitkräfte der Islamischen Republik Iran wird jeden Moment beginnen“, teilten sie am Sonntag mit.

Trump bezeichnete Chamenei als einen „der bösesten Menschen in der Geschichte“. In Teheran waren nach Bekanntwerden der Berichte über den Tod des 86-Jährigen am späten Samstagabend Freudenschreie und Hupkonzerte zu hören, wie Zeugen berichteten. Menschen standen an den Fenstern ihrer Wohnungen und applaudierten.

Auch der Vorsitzende des nationalen Verteidigungsrats, Ali Schamchani, ums Leben.

Militärflugzeuge der US-Luftwaffe am 25. Februar 2026 auf dem Rollfeld des Flughafens Ben Gurion in der Nähe von Tel Aviv.

Foto: Jack Guez/AFP via Getty Images

Rubio sagt Israel-Reise ab

Außenminister Marco Rubio wird am 2. März nicht mehr nach Israel reisen, während die Angriffe zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran andauern.

Rubio plante einen zweitägigen Besuch, um eine Reihe von Fragen mit israelischen Beamten zu diskutieren. Es waren Gespräche zum Iran, dem Libanon, und den Bemühungen zur Umsetzung des 20-Punkte-Friedenplans für Gaza vorgesehen, so die Website des Außenministeriums.

Die Außenminister der EU‑Mitgliedstaaten kommen am Sonntag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas soll dabei über „über den Iran und die sich rasch entwickelnden Ereignisse im Nahen Osten“ beraten werden.

Teheran: Bewohner sollen die Stadt verlassen

Die iranische Hauptstadt Teheran ist am frühen Sonntagmorgen erneut von lauten Explosionen erschüttert worden. Mindestens drei Detonationen seien zu hören gewesen, berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP. Zugleich waren dröhnende Geräusche zu hören, die denen von Flugzeugen ähnelten.

Die iranischen Behörden riefen die Bewohner Teherans auf, die Stadt zu verlassen.

Mit Material der Nachrichtenagenturen





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