Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran
Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat in den letzten Wochen eine dramatische Eskalation erlebt. Seit Ende Februar 2026 führt die US-Regierung unter Präsident Donald Trump – in enger Kooperation mit Israel – eine massive Militäroperation gegen den Iran durch, die offiziell als „Operation Epic Fury“ bezeichnet wird. Ziel ist es, das iranische Atomprogramm zu zerstören, ballistische Raketen zu neutralisieren und das Regime zu schwächen.
Iran kontert mit intensiven Raketenangriffen auf Israel und US-Stützpunkte in der Region.
In einer aktuellen Diskussion analysieren der ehemalige CIA-Analyst Larry Johnson und der pensionierte Colonel Lawrence Wilkerson (ehemaliger Stabschef von Colin Powell) die Lage – insbesondere den Abschuss eines US-F-35-Kampfjets und die anhaltenden iranischen Raketenangriffe auf Israel.
Das Video der Sendung mit Moderator Danny Hiong beleuchtet die militärischen, strategischen und wirtschaftlichen Dimensionen dieses Konflikts aus kritischer Sicht.
Der Vorfall mit dem F-35: Ein Schlag gegen die US-Luftüberlegenheit?
Kurz nach einer Äußerung von Donald Trump, in der er behauptete, die USA könnten frei über iranischem Gebiet operieren und der iranischen Luftabwehr sei nichts mehr entgegenzusetzen, meldete ABC News (und bestätigte später US Central Command), dass ein F-35 Stealth-Kampfjet während eines Kampfeinsatzes über dem Iran getroffen wurde.
Der Pilot konnte eine Notlandung auf einem US-Stützpunkt in der Region durchführen und befindet sich in stabilem Zustand.
Iranische Quellen, darunter die Revolutionsgarden (IRGC), beanspruchen den Abschuss und veröffentlichten sogar Videoaufnahmen, die den Treffer zeigen sollen.
US-Seite spricht von einem „Treffer durch feindliches Feuer“ und untersucht den Vorfall.
Larry Johnson zeigt sich skeptisch gegenüber offiziellen US-Angaben: Er verweist auf frühere Fälle, in denen das Pentagon Vorfälle vertuscht habe – etwa bei KC-135-Tankern, die angeblich nur leicht beschädigt wurden, tatsächlich aber schwer getroffen waren.
Er hält es für möglich, dass der Jet nicht nur leicht beschädigt wurde, sondern möglicherweise abgestürzt ist oder Schrapnellverletzungen beim Piloten verursacht hat.
Ein Chinook-Hubschrauber soll in der saudi-arabischen Wüste nach dem Wrack gesucht haben.
Colonel Wilkerson zieht Parallelen zur Geschichte: Bereits in den 1990er Jahren hätten serbische Kräfte mit veralteter Technik (einem alten WWII-Radar) F-117-Stealth-Bomber entdeckt und abgeschossen.
Technologie sei kein Garant für Überlegenheit – Kreativität und Anpassungsfähigkeit des Gegners könnten sie schnell zunichtemachen.
Der Vorfall wirft Fragen auf: Wie konnte ein hochmoderner Stealth-Jet (Wert ca. 100 Millionen US-Dollar) nach wochenlangen Bombardements noch getroffen werden?
Berichte deuten auf ein iranisches, indigene System wie das Majid-Wärmesuch-Raketensystem hin.
Dies deutet darauf hin, dass Irans Luftabwehr trotz massiver Angriffe intakt bleibt und die USA gezwungen sind, tiefer in den iranischen Luftraum vorzudringen – was die Verwundbarkeit erhöht.
Irans Raketenoffensive: „Missile Hell“ über Israel
Während die USA und Israel Luftangriffe fliegen, kontert Iran mit täglichen Raketenwellen – inzwischen die 68. Welle seit Kriegsbeginn.
Larry Johnson schätzt, dass Iran täglich 60–100 Raketen abfeuert, was in drei Wochen über 2.100 Projektile bedeutet.
Besonders Israel leidet: Sirenen geben oft nur Minuten Vorwarnzeit, was zu Panik führt.
Angriffe trafen kritische Infrastruktur wie die Ölraffinerie in Haifa (die Hälfte des israelischen Kraftstoffs produziert), Häfen, Flughäfen und Energieanlagen.
Cluster-Munition und Hyperschall-Raketen (wie die Khorramshahr-Variante) sorgen für massive Zerstörung.
Colonel Wilkerson beschreibt die Lage in Israel als zunehmend belastend: Dank umfangreicher Bunker ist die Zahl der Toten relativ niedrig (im Vergleich zu Teheran), doch die Bevölkerung ist erschöpft.
Menschen verbringen Tage in Schutzräumen, Moral sinkt, und es gibt Berichte von Zusammenbrüchen durch Schlafmangel.
Netanyahu wird vorgeworfen, das Land in diese Lage gebracht zu haben.
Iran trifft zudem US-Basen, Radaranlagen und Tanker – und hat kürzlich das South-Pars-Gasfeld und katarische Anlagen schwer beschädigt.
Militärische und strategische Fehleinschätzungen
Beide Gäste kritisieren die US-Strategie scharf.
Johnson: Die USA haben nichts aus der Geschichte gelernt – Bombardements allein beenden keinen Krieg (Beispiel: Japan 1945, wo der sowjetische Bodeneingriff entscheidend war, nicht die Atombomben).
SEAD-Missionen (Suppression of Enemy Air Defenses) scheiterten; Iran behält aktive Systeme.
Trump und Netanyahu hätten mit einem schnellen Regimewechsel gerechnet – stattdessen eskaliert der Krieg in die vierte Woche.
Wilkerson warnt vor Bodenoperationen: Die Entsendung von Marine-Expeditionseinheiten (ca. 4.400 Mann) sei Wahnsinn – verglichen mit D-Day (165.000 Soldaten gegen verteidigte Küsten).
Ideen wie die Besetzung der Insel Kharg („Krone des iranischen Öls“) seien Suizidmissionen: Amphibische Operationen seien in der modernen Raketen- und Drohnenkriegsführung obsolet.
Houthis drohen bereits mit Blockaden im Roten Meer.
Wirtschaftliche und globale Konsequenzen
Der Konflikt treibt Ölpreise in die Höhe – Benzin in den USA stieg um über einen Dollar pro Gallone.
Iran kontrolliert die Straße von Hormuz; Schäden an Katar-Energieanlagen brauchen Monate bis Jahre zur Reparatur.
US-Munitionsvorräte (Tomahawk, Interzeptoren) gehen zur Neige; Produktion hinkt hinterher.
China dominiert seltene Erden für Radarsysteme – Ersatz ist schwierig.
Wilkerson sieht den wahren Grund: Der Krieg ziele auf Chinas Belt-and-Road-Initiative ab (südlicher Korridor durch Iran).
Trump wolle China schwächen – doch das riskiere eine globale Energiekrise.
Ausblick: Kein schnelles Ende in Sicht
Trump schwankt zwischen Siegesmeldungen („Iran hat keine Raketen mehr“) und Drohungen (Bodenoperationen, keine Einstellung, bis Iran nie wieder aufbauen kann).
Iran zeigt keine Zeichen von Kapitulation – im Gegenteil: Angriffe nehmen zu.
Johnson: Die Verzweiflung ist spürbar; Netanyahu spricht nun von „erreichten Zielen“. Doch Iran wird nicht aufhören.
Der Konflikt offenbart Grenzen westlicher Militärmacht: Luft- und Seemacht stoßen an Limits, wenn ein entschlossener Gegner mit Raketen und Drohnen kontert.
Ob Deeskalation oder Eskalation – die nächsten Wochen entscheiden über eine regionale Katastrophe.