In einem intensiven Gespräch auf dem Kanal „Daniel Davis Deep Dive“ vom 6. März 2026 analysieren der ehemalige UN-Waffeninspektor und US-Marine-Corps-Intelligence-Offizier Scott Ritter und Lt. Col. Daniel Davis (US-Armee a.D.) die aktuelle Eskalation im Krieg gegen Iran. Ritter, der als einer der prominentesten kritischen Militärexperten gilt, beschreibt den Konflikt als katastrophalen Fehlschlag der USA und Israels. Das Interview dreht sich um Lügen der US-Regierung, illegale Kriegsführung, Irans überlegene asymmetrische Gegenwehr und die drohenden globalen Konsequenzen. Es ist eine schonungslose Abrechnung mit der US-Politik unter Präsident Trump.
Die Lüge vor dem Krieg – Parallelen zu Irak 2003
Ritter beginnt mit einer persönlichen Reflexion: Er habe 2003 als Waffeninspektor im Irak die Lügen der Bush-Regierung über Massenvernichtungswaffen entlarvt – und scheiterte daran, den Krieg zu verhindern. Heute fühle es sich an, als lebe er denselben Albtraum erneut. Die USA hätten die Öffentlichkeit belogen, um einen „Krieg der Wahl“ zu beginnen, der nie hätte geführt werden dürfen.
Der Angriff auf Iran – ein Überraschungsangriff unter falscher Flagge des Waffenstillstands – sei ein Kriegsverbrechen („Perfidy“ nach den Genfer Konventionen). Der Supreme Leader Ali Khamenei (Ayatollah Khamenei) wurde ermordet, vergleichbar mit einem Angriff auf den Papst oder den russisch-orthodoxen Patriarchen.
Ritter betont: Khamenei hatte eine Fatwa gegen Atomwaffen erlassen, die sogar von Obama (im JCPOA 2015) und Trumps DNI Tulsi Gabbard anerkannt wurde. Durch seinen Tod und die existenzielle Bedrohung sei diese Fatwa nun obsolet – Iran habe nun religiöse Legitimation, Atomwaffen zu entwickeln.
Die 450 kg 60-prozentig angereichertes Uran könnten in Wochen zu waffenfähigem Material werden.
Der gescheiterte Regime-Change-Plan
Der US-Plan sei ein Blitzkrieg gewesen: Tag 1 Enthauptung durch die Ermordung Khameneis, Regime kollabiert, neuer prorussischer Führer installiert – alles innerhalb weniger Tage vor Börsenöffnung.
Stattdessen: Iran hat nicht kapituliert, sondern mit voller Wucht zurückgeschlagen. Die IRGC (Revolutionsgarden) feuert täglich präzise Raketen und Drohnen auf US-Basen in Kuwait, Bahrain, VAE, Jordanien und mehr.
Fünf THAAD-Radarsysteme (hochmoderne US-Luftabwehr) zerstört, ein 1,1-Milliarden-Dollar-Frühwarnradar in Al Udeid ausgeschaltet.
Ritter: „Iran zerlegt uns Stück für Stück – das ist der größte Schaden an US-Militärinfrastruktur seit dem Bürgerkrieg.“
Iran nutze russische und chinesische Intelligenz für punktgenaue Treffer. US-Luftüberlegenheit? Nur theoretisch – Iran hat keine Luftüberlegenheit zugelassen, sondern die US-Luftabwehr systematisch demontiert.
Standoff-Waffen (Fernraketen) gehen aus; bald müssen Piloten nah ranfliegen – hohes Risiko für Abschüsse.
Iran hat 20 Jahre Vorbereitung – USA bomben leere Gebäude
Ritter vergleicht mit Desert Storm (1991): USA zerstörte Gebäude, aber Iraker bauten neu.
Iran hat seit Cheneys Drohungen 2005 vorgesorgt: 12 autonome Militärbezirke, Hunderte unterirdische Bunker, Evakuierungspläne für sensible Ausrüstung.
Die bombardierten Anlagen (z. B. Midnight Hammer) waren oft leer – Iran produziert weiter.
Drohnen: Iran setzt nun FPV-Drohnen (First-Person-View) ein, die US- und kurdische Ziele 15–20 km tief im Hinterland treffen.
Bombardements töten Zivilisten (z. B. 170 Schülerinnen am Tag 1) – basierend auf 15 Jahre alten Zielkarten. Keine aktuelle Intelligence, keine Vetten – Massenmord ohne Rechtfertigung.
Illegale Kriegsführung und Verfassungsbruch
Kein Kongressbeschluss, kein UN-Mandat – reiner Angriffskrieg („supreme international crime“ nach Nürnberg).
Marco Rubio behauptet „Overcompliance“ mit War Powers Act – Ritter zerlegt das: Keine unmittelbare Bedrohung, Verhandlungen liefen (Oman), Iran verhandelte in gutem Glauben.
Trump fordert „bedingungslose Kapitulation“ – absurd ohne Bodentruppen. Keine Armee kann das erzwingen.
Ritter: USA haben keine Verbündeten mehr – sie verraten alle (Kurden, Golfstaaten, Israel).
Iran zerstört US-Schutzversprechen: Golf-Monarchien erkennen, dass USA nur Israel schützen.
Parallelen zu Irak, Libanon, Ukraine – und die religiöse Dimension
Ritter widerlegt Narrative: Iran habe 1979 die Botschaft besetzt – wegen CIA/SAVAK-Folter unter dem Schah (den USA 1953 installierten).
Beirut 1983: USA mischten sich in Bürgerkrieg ein.
Irak: Illegale Invasion, Widerstand legitim.
Heute: USA tun in Ukraine dasselbe – Tausende Russen töten via Waffenlieferungen.
Religiöser Krieg? Ritter: Israel und christliche Zionisten (Trump-Umfeld) verfolgen biblisches „Greater Israel“.
US-Offiziere sprechen von „End Times“ – Hubris pur („Gott braucht unsere Hilfe“).
Ukraine-Update: Russland gewinnt Attritionskrieg
Kurzer Abstecher: Ukraine kollabiert wirtschaftlich und politisch.
Russland gewinnt 10:1-Verhältnis bei Verlusten, baut Armee aus und dominiert den Drohnenkrieg (Rubicon-Einheiten).
Drohnen ändern alles – Westen versteht es nicht.
Russland profitiert vom Nahost-Ölchaos – neue Märkte entstehen.
Fazit: USA verliert – Iran widersteht
Ritter: Dieser Krieg ist verloren.
Kein Regime-Change, Munition geht aus, Basen werden zerstört, globale Wirtschaft (Öl >120 Dollar pro Barrel) gerät ins Wanken.
Iran hat asymmetrisch triumphiert – dank Vorbereitung, Allianzen (Russland und China) und Entschlossenheit.
USA riskiert einen Bodenkrieg (82nd Airborne?) – Selbstmord.
Der Preis: Verlust der Glaubwürdigkeit, Isolation und möglicherweise ein nuklearer Iran.
Dieses Interview ist eine brutale Abrechnung: Die USA haben einen illegalen, planlosen Krieg begonnen – und verlieren ihn auf ganzer Linie.
Ritter und Davis fordern: Wahrheit statt Propaganda.
Die nächsten Tage und Wochen entscheiden über den Nahen Osten – und über die globale Ordnung.