Aus Rache für den Tod eines Spitzenfunktionärs der Islamischen Republik hat der Iran in der Nacht heftig Israel angegriffen. Bei dem Angriff setzten die iranischen Streitkräfte mit Streumunition versehene Gefechtsköpfe ein. Auch die Golfstaaten standen im Visier.

Saudi-Arabien lädt für heute die Außenminister arabischer und islamischer Staaten zu Beratungen über den Irankrieg ein. Israels Präsident Isaac Herzog bezeichnet den Irankrieg als „historischen Wendepunkt“ für den gesamten Nahen Osten. Was gestern passierte: 17. März.

 

Die Entwicklungen im Nahen Osten vom 18. März im Liveticker:

 

Iranische Vergeltungsangriffe auf Gasanlagen in Katar und Saudi-Arabien

Nach dem US-israelischen Angriff auf eine iranische Anlage im größten Erdgasfeld der Welt sind in Katar und Saudi-Arabien Gasanlagen angegriffen worden – offenbar handelte es sich um Vergeltungsschläge Teherans. In Katar teilte das Innenministerium am Mittwochabend mit, dass an der Nordküste am wichtigsten Gaskomplex des Landes ein Feuer ausgebrochen sei. „Der Zivilschutz bekämpft einen Brand im Gebiet von Ras Laffan, der auf einen iranischen Angriff zurückzuführen ist.“

In Saudi-Arabien wurde derweil eine Drohne abgefangen, die sich einem Gasfeld im Osten des Landes näherte. „Eine Drohne, die sich einer Gasanlage in der östlichen Provinz näherte, wurde abgefangen und zerstört“, erklärte am Mittwochabend das Verteidigungsministerium in Riad. Es sei kein Schaden entstanden.

Modschtaba Chamenei droht mit Rache für Tötung von Laridschani

Der neue oberste iranische Führer Modschtaba Chamenei hat mit Rache für die Tötung des mächtigen Sicherheitschefs Ali Laridschani gedroht. Die „Mörder“ würden „den Preis“ für ihre Tat bezahlen, hieß es in einer schriftlichen Erklärung Chameneis, die am Mittwoch von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlicht wurde.

Es war erst die zweite schriftliche Erklärung von Modschtaba Chamenei, seit er am 8. März zum neuen obersten Führer des Iran gewählt worden war. Modschtaba Chamenei ist der Nachfolger seines Vaters Ayatollah Ali Chamenei, der  am ersten Tag des Iran-Krieges am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff getötet wurde.

Rutte: Nato-Staaten beraten über Vorgehen in Straße von Hormus

Die Nato berät nach Angaben von Generalsekretär Mark Rutte derzeit über den besten Weg zur Öffnung der Straße von Hormus, die vom Iran derzeit de facto für den Schiffsverkehr geschlossen gehalten wird. „Ich stehe in Kontakt mit vielen Verbündeten. Wir sind uns natürlich alle einig, dass die Straße wieder geöffnet werden muss“, sagte Rutte am Mittwoch beim Besuch einer Nato-Übung in Norwegen.

Die Nato-Mitglieder „arbeiten gemeinsam daran, einen Weg nach vorn zu finden“, betonte Rutte. Seine Äußerungen erfolgten einen Tag nach der heftigen Kritik von US-Präsident Donald Trump an Nato-Partnern wegen der Straße von Hormus. Der US-Präsident hatte die Verbündeten aufgefordert, Kriegsschiffe zu der wichtigen Schifffahrtsstraße zu schicken, was diese ablehnten.

Nato stationiert drittes Patriot-System in Türkei

Wenige Tage nach dem Abfangen einer dritten iranischen Rakete über der Türkei stationiert die Nato eine neue Flugabwehrbatterie vom Typ Patriot auf der Luftwaffenbasis im südtürkischen Incirlik. Ein Nato-Vertreter bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, dass das Bündnis ein drittes Patriot-System auf das Gebiet des Bündnispartners verlegt habe.

Befehligt werde die Patriot-Batterie vom zentralen Hauptquartier für die Nato-Luftstreitkräfte im rheinland-pfälzischen Ramstein. Die dritte Batterie ergänze zwei bereits nahe Incirlik befindliche Patriot-Systeme aus Spanien, erklärte das türkische Verteidigungsministerium.

Israel: Ben-Gurion-Flughafen von „Trümmerteilen“ getroffen

Israels größter Flughafen Ben Gurion ist nach Angaben der Armee von „Trümmerteilen“ einer iranischen Rakete getroffen worden. Das bestätigte am Mittwoch ein Armeevertreter gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, ohne das Datum des Angriffs offenzulegen. Israelische Medien berichteten, dass mehrere, auf dem Flughafen nahe Tel Aviv geparkte Privatflugzeuge beschädigt worden seien.

Es ist das erste Mal seit Beginn des Iran-Krieges, dass die israelische Armee Folgen eines iranischen Angriffs für den Flughafen bestätigt.

Iranische Gaslieferungen in den Irak laut Bagdad komplett eingestellt

Wenige Stunden nach dem Angriff stellte der Iran offenbar die Gaslieferungen in den benachbarten Irak ein. Aus dem Elektrizitätsministerium in Bagdad hieß es, die Einfuhren seien „aufgrund regionaler Entwicklungen vollständig gestoppt worden“.

Das nun nicht mehr aus dem Iran gelieferte Gasvolumen entspreche einer Strommenge von 3100 Megawatt, hieß es weiter vom Elektrizitätsministerium. Es werde daher „mit Sicherheit Auswirkungen auf das Stromnetz“ geben. Das Ministerium werde den Ausfall jedoch mit „anderem Treibstoff“ ausgleichen.

Der Irak ist trotz seines eigenen Reichtums an Erdöl und Erdgas bei der Stromerzeugung stark von der Einfuhr von Erdgas aus dem Iran abhängig.

Iran droht mit Angriffen auf Energieanlagen im Golf

Nach Angriffen auf Anlagen der iranischen Gasindustrie am größten Gasfeld der Welt droht der Iran im Krieg mit Israel und den USA, seinerseits Gasfelder und Raffinerien in Golfstaaten zu attackieren.

Die iranische Militärführung begründete dies damit, dass zivile und lebenswichtige Infrastruktur angegriffen worden sei, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Die Zeit begrenzter Gefechte sei vorbei. Das Kriegspendel bewege sich in Richtung eines „umfassenden Wirtschaftskriegs“.

Angriff nahe dem größten Gasfeld der Welt

Medien berichteten unter Berufung auf israelische Regierungskreise, dass die Luftwaffe des Landes die Angriffe auf die Gasindustrie am Persischen Golf geflogen habe. Betroffen seien petrochemische Anlagen bei der Industriestadt Asalujeh, berichteten die Nachrichtenagenturen Tasnim und Mehr.

Bei Asalujeh liegt mit „South Pars“ das größte Gasfeld der Welt, das der Iran und Katar getrennt voneinander ausbeuten. Die Region ist zentral für den iranischen Energiesektor und deckt etwa 70 Prozent der heimischen Gasversorgung.

Der Sprecher des katarischen Außenministeriums warf Israel einen „gefährlichen und unverantwortlichen Schritt“ inmitten der militärischen Eskalation vor.

Merz offen für deutsches Engagement in der Straße von Hormus nach Kriegsende

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich offen für eine deutsche Beteiligung an der Sicherung der Straße von Hormus nach dem Ende der aktuellen Kriegshandlungen gezeigt.

„Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann werden wir uns einer Debatte über freie Schifffahrt etwa in der Straße von Hormus nach Kriegsende nicht verschließen“, sagte Merz am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Bundestag. Abermals distanzierte sich der Kanzler aber von der Entscheidung der USA und Israels zu einem Angriff auf den Iran.

Berlin zögert mit Einschätzung zur Stabilität des Mullah-Regimes

Nach der Tötung von Irans Sicherheitschef Ali Laridschani bei einem israelischen Luftangriff will die Bundesregierung noch keine konkrete Einschätzung zur Stabilität des Regimes abgeben.

Laridschani habe als Vorsitzender des obersten Nationalen Sicherheitsrats eine „zentrale Rolle“ im iranischen Regime gespielt, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Mittwoch der dts Nachrichtenagentur.

„Wir beobachten, welche Folge auch diese Tötung von Herrn Laridschani auf die Stabilität und auf die zukünftige Ausrichtung des iranischen Regimes haben wird.“ Zu weiteren Spekulationen könne er sich mangels eigener Erkenntnisse nicht äußern.

Mit Blick auf die völkerrechtliche Einordnung dieser Strategie verwies der Sprecher des Außenministeriums auf frühere Aussagen. Grundsätzlich gelte das humanitäre Völkerrecht. „Und danach dürfen Kombattanten Ziel bewaffneter Schädigungshandlungen, also Angriffe, sein oder werden. Und dazu gehören zum Beispiel Angehörige bewaffneter Kräfte einer Konfliktpartei.“

China Chemiekonzerne erklären höhere Gewalt – und liefern nicht wie vereinbart medizinisches Material

Die Eskalation am Persischen Golf droht die Versorgung europäischer Krankenhäuser mit medizinischem Verbrauchsmaterial zu gefährden. Wie der „Spiegel“ berichtet, haben chinesische Chemiekonzerne infolge der Blockade der Straße von Hormus bereits offiziell höhere Gewalt erklärt und können Lieferverträge nicht mehr zu vereinbarten Konditionen erfüllen.

Betroffen sind vor allem Einweghandschuhe, Schutzkittel und Drainagen – nach Einschätzung von Brancheninsidern rund 70 Prozent des gesamten klinischen Verbrauchsmaterials.

„Sechs von zehn Herstellern aus China nehmen momentan keine Bestellungen mehr an – weil das Rohmaterial wieder gehandelt wird wie zu Corona-Zeiten. Wer am meisten zahlt, kriegt es“, sagte Michael Koch, Produkt-Projektmanager beim Medizingroßhändler Medika Medizintechnik.

Preissteigerungen von mindestens 20 Prozent hält Koch für realistisch. Das Harzklinikum im sachsen-anhaltinischen Quedlinburg warnt bereits vor Aufschlägen von bis zu 30 Prozent, die die Krankenhäuser „hart treffen würden“.

Angriffe auf Erbil im Nordirak

In der Stadt Erbil in der autonomen Kurdenregion im Nordirak sind am Mittwoch mindestens vier Explosionen zu hören gewesen, es wurden Geschosse abgefangen. Die genauen Ziele waren zunächst unklar.

In Erbil befindet sich ein großer US-Konsulatskomplex. Auf dem Flughafen der Stadt sind Soldaten der von den USA geführten Anti-Dschihadisten-Koalition stationiert.

Am Abend des 17. März verurteilte die bedeutende pro-iranische Gruppe Kataeb Hisbollah die US-Präsenz im Irak. Sie forderte, dass jeder „ausländische Soldat“ das Land verlassen müsse. Washington stuft die Gruppierung als terroristische Organisation ein. Sie ist Teil einer Allianz namens Islamischer Widerstand im Irak.

Israel: Iranischer Geheimdienstminister Chatib getötet

Wie der israelische Verteidigungsminister Israel Katz mitteilte, wurde der iranische Geheimdienstminister Esmail Chatib bei einem Luftangriff in Teheran getötet.

Zudem seien im Laufe des Tages in allen Bereichen „bedeutende Überraschungen“ zu erwarten, so Katz. Die Intensität der Angriffe erreiche ein neues Ausmaß. Niemand im Iran sei sicher, und jeder stehe im Fadenkreuz

Er und Premierminister Benjamin Netanjahu hätten die Streitkräfte dazu ermächtigt, jede hochrangige iranische Persönlichkeit zu eliminieren, ohne dass eine zusätzliche Genehmigung erforderlich sei.

USS-Flugzeugträger kehrt nach Kreta zurück

Die griechische Zeitung „Catimarini“ berichtete, dass der USS-Flugzeugträger Gerald R. Ford, das sich derzeit im Nahen Osten befindet, voraussichtlich nächste Woche zur NATO-Marinebasis auf Kreta zurückkehren wird. Dem Bericht zufolge wird das Schiff wieder auftanken.

Denkbar sei auch, dass ein großes Feuer untersucht werde, welches am 12. März an Bord des Schiffes ausbrach.

Eine der Spuren, die laut der griechischen Zeitung untersucht werden, ist, dass das Feuer absichtlich von einem der Besatzungsmitglieder verursacht wurde, um seine Mission im Rahmen des aktuellen Krieges zu beenden. Auf X kursiert dazu dieses Video, ob KI bei der Erstellung im Spiel war, ist derzeit ungeklärt:

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NATO stationiert neues Patriot-Abwehrsystem auf Luftwaffenbasis Incirlik

Wenige Tage nach dem Abschuss einer dritten iranischen Rakete über der Türkei stationiert die NATO laut dem türkischen Verteidigungsministerium eine neue Flugabwehrbatterie vom Typ Patriot auf der Luftwaffenbasis Incirlik im Süden der Türkei.

Befehligt wird das System vom zentralen Hauptquartier für die Luftstreitkräfte der Alliierten in Ramstein. Es ergänzt das dort vorhandene spanische Patriot-System“, teilte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums mit.

Das neue System PAC-3 in Incirlik ist leistungsstärker als das dort bereits stationierte PAC-2 und wurde zur Abwehr von taktischen ballistischen Raketen entwickelt.

PAC-2 kann in einem Radius von bis zu 70 Kilometern Fluggeräte und Marschflugkörper abfangen. PAC-3 kann US-Armeedaten zufolge in einem Radius von 20 bis 35 Kilometern ballistische Raketen abfangen.

Ankara teilte vergangene Woche mit, „zum Schutz unseres Luftraums“ werde ein Patriot-System in der östlichen Provinz Malatya stationiert. In der Provinz liegt der Militärstützpunkt Kürecik, auf dem neben US-Soldaten ein Frühwarn-Radarsystem der NATO stationiert ist, das iranische Raketenstarts erkennen kann.

Irak startet Ölexporte über die Türkei

Der Irak hat mit dem Export von Öl über eine Pipeline und den türkischen Hafen Ceyhan begonnen. Auf diesem Weg können pro Tag rund 250.000 Barrel verschifft werden, wie die staatliche Ölgesellschaft North Oil am Mittwoch mitteilte. Normalerweilse exportiert der Irak rund 3,5 Millionen Barrel pro Tag.

Der Öl-Export finanziert 90 Prozent des staatlichen Haushalts. Der Irak sucht daher dringend nach Möglichkeiten, die Blockade der Straße von Hormus zu umgehen. Exporte per Pipeline im Norden des Landes in Richtung Türkei wurden schon länger diskutiert. Die Leitung verläuft durch das irakische Kurdengebiet und die Gespräche mit den kurdischen Autonomiebehörden verliefen schleppend.

Die kurdischen Behörden hatten im Gegenzug Forderungen gestellt. Am Mittwochmorgen bestätigte das kurdische Rohstoffministerium den Beginn der Pipelineexporte nach Ceyhan.

Der irakische Ölminister Hayan Abdel Ghani erklärte, sein Land stehe auch mit dem Iran in Kontakt, um für einige seiner Öltanker die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen.

US-Botschaft in Bagdad erneut getroffen

Die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen erneut mit einer Drohne angegriffen worden. „Eine Drohne hat die Botschaft direkt getroffen“, teilte ein Sicherheitsvertreter mit, ohne Angaben zu etwaigen Schäden zu machen.

Ein anderer Sicherheitsvertreter sagte AFP, die Drohne sei „nahe dem Sicherheitszaun der Botschaft“ abgestürzt.

Erst wenige Stunden zuvor war die Botschaft mit einem Raketen- und Drohnenangriff anvisiert worden. Es gab Explosionen, ein Augenzeuge berichtete, dass er von seinem Balkon aus ein Feuer auf dem Gelände der Botschaft gesehen habe.

Ein anderer Augenzeuge sagte, dass die Flugabwehr der Botschaft mehrere Geschosse zerstört habe. Nach den Angaben aus Sicherheitskreisen wurde das Feuer auf dem Botschaftsgelände durch eine Drohne ausgelöst.

Laridschani soll heute beigesetzt werden

Der von der israelischen Armee getötete iranische Sicherheitschef Ali Laridschani soll heute um 11:30 Uhr beigesetzt werden. Das gilt auch für den getöteten Anführer der für die innere Sicherheit im Iran zuständigen Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani.

Teheran hatte gestern Abend ihren Tod bestätigt, die Armee kündigte Vergeltung für seine Tötung an.

Die Tötung Laridschanis bedeutet nach Ansicht von Experten den schwersten Schlag für die Führung in Teheran seit der Tötung des obersten Führers des Iran, Ali Chamenei.

Heftiger iranischer Raketenangriff aus Rache für Laridschani

Bei einem heftigen iranischen Raketenangriff aus Rache für den Tod eines iranischen Spitzenfunktionärs sind zwei Menschen in Israel getötet worden. Bei dem Angriff setzten die iranischen Streitkräfte Medienberichten zufolge mit Streumunition versehene Gefechtsköpfe ein.

Am Einschlagsort in der Stadt Ramat Gan nahe Tel Aviv seien ein Mann und eine Frau im Alter zwischen 70 und 80 Jahren getötet worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Am Ort des tödlichen Einschlags in Ramat Gan bot sich den Rettungskräften ein Bild der blanken Zerstörung.

Mit der Attacke sei die Tötung des Generalsekretärs des Nationalem Sicherheitsrats im Iran, Ali Laridschani, vergolten worden, berichtete die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur „Tasnim“.

In Bnei Berak östlich von Tel Aviv gab es einen Raketenangriff auf den Bahnhof Savidor. Der Zugverkehr an dem Bahnhof wurde vorübergehend eingestellt. Medienberichten zufolge musste die Feuerwehr wegen mehrerer Brände im Zentrum Israels ausrücken, nachdem dort Raketen eingeschlagen waren. Die meisten Geschosse konnte die Luftabwehr nach Militärangaben abfangen.

USA setzen Bunkerbrecher gegen iranische Stellungen ein

Die US-Streitkräfte warfen nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben auf besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus ab.

Mehrere der Bomben mit einem Gewicht von jeweils knapp 2,3 Tonnen seien erfolgreich eingesetzt worden, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten mit.

„Die iranischen Anti-Schiffs-Marschflugkörper an diesen Standorten stellten ein Risiko für die internationale Schifffahrt in der Meerenge dar.“

Jede der 2,3-Tonnen-Bomben kostet geschätzt umgerechnet 250.000 Euro. Es handelt sich um eine der schwersten Bomben im US-Arsenal.

Iran attackiert Golfstaaten mit Raketen und Drohnen

Die iranischen Streitkräfte setzten ihre Angriffe auf die Golfstaaten fort. Eine Rakete schlug in den Vereinigten Arabischen Emiraten in der Nähe des Luftwaffenstützpunktes Minhad ein. Der Flugplatz südöstlich von Dubai wird unter anderem von der australischen Luftwaffe genutzt.

Bei dem Angriff seien keine australischen Soldaten verletzt worden, sagte Premierminister Anthony Albanese. Durch einen von der Rakete verursachten Brand habe es geringfügigen Schaden an Unterkünften und einer medizinischen Einrichtung auf dem Stützpunkt gegeben.

In Saudi-Arabien fing das Militär nahe dem Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan eine ballistische Rakete ab. Teile des Geschosses seien in der Umgebung des auch von den US-Streitkräften genutzten Stützpunktes niedergegangen, ohne Schäden zu verursachen.

Auch die kuwaitische Luftabwehr schoss nach eigenen Angaben mehrere Raketen und Drohnen ab.

Einschlag auf Gelände von iranischem KKW

Nach Angaben aus Teheran schlug ein Geschoss auf dem Gelände des Kernkraftwerks Buschehr ein. Das Kraftwerk selbst sei nicht beschädigt worden, teilten die iranischen Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde mit.

Es habe auch keine Verletzten gegeben. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief zu höchster Zurückhaltung in dem Konflikt auf, um einen nuklearen Unfall zu vermeiden.

Die Atomanlage Buschehr ist das einzige iranische Kernkraftwerk und liegt etwa 760 Kilometer südlich von Teheran am Persischen Golf. Der Reaktor russischer Bauart liefert seit 2011 Strom. Derzeit baut der staatliche russische Atomkonzern Rosatom einen zweiten Reaktorblock.

Israel fliegt neue Angriffe auf Ziele im Südlibanon

Die israelische Luftwaffe griff erneut Hisbollah-Infrastruktur im Süden des Libanons an. In Beirut stürzte im Stadtviertel Baschura ein Hochhaus aufgrund von Angriffen ein. Zuvor hatte Israels Militär vor Angriffen gewarnt. Das Viertel war bereits in der vergangenen Woche Ziel von Luftangriffen gewesen.

Staatlichen Medien zufolge traf ein Angriff eine Wohnung im Stadtzentrum, unweit der kürzlich vom israelischen Militär attackierten Filiale eines Finanzinstituts der Hisbollah-Miliz. Weitere Geschosse schlugen im ebenfalls zentral gelegenen Viertel Basta ein.

Die israelische Armee hatte die Bewohner eines zentralen Viertels der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Evakuierung aufgerufen. Der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee veröffentlichte eine Karte des Viertels Baschura mit einem Gebäude, dem Anwohner „zu ihrer eigenen Sicherheit“ auf eine Distanz von mindestens 300 Metern fernbleiben sollten.

Kurz zuvor hatte die israelische Armee libanesischen Medien zufolge ohne Vorwarnung zwei Angriffe im Zentrum von Beirut ausgeführt.

In der Nacht hatte die mit dem Iran verbündeten Hisbollah erneut Dutzende Raketen auf den Norden des Nachbarlands Israel abgefeuert.

Iran: Auswirkungen werden alle treffen

Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagt auf der Plattform X: „Die Welle globaler Auswirkungen hat gerade erst begonnen und wird alle treffen, unabhängig von Wohlstand, Glauben oder Herkunft“.

Immer mehr Stimmen, darunter europäische und US-Vertreter, würden den Krieg gegen den Iran als „ungerecht“ bezeichnen, erklärte Araghtschi.

Wadephul glaubt nicht mehr an Regimewechsel im Iran

Die Bundesregierung hält einen Regimewechsel im Iran knapp drei Wochen nach Beginn des Krieges mit Israel und den USA für „nicht realistisch“. Das sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) am Dienstagabend auf der Konferenz „Europe 2026“.

Wadephul verwies auf seine jüngsten Gespräche mit seinem US-Amtskollegen Marco Rubio, dem zufolge Ziel der Angriffe die Zerstörung der iranischen Atom- und Raketenprogramme sei, um die davon ausgehende Gefahr für Israel zu beseitigen – eine neue Führung in Teheran demnach nicht.

„Es wird im Iran keine militärische Lösung geben“, sagte der CDU-Politiker weiter: „Und einen kontrollierten Regimewechsel hinzubekommen, ist aus meiner Sicht eine hypothetische Idee.“

Mit Material der Nachrichtenagenturen





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