Ein 15-jähriger Türke stand am heutigen Dienstag abermals vor dem Wiener Landesgericht, nachdem er im Februar 2025 im Zusammenhang mit Anschlagsplänen um den Wiener Westbahnhof verurteilt worden war. Wieder ging es um schwerwiegende Vorwürfe mit terroristischem Hintergrund.
Haftstraße für gefährliche Drohung
Im November hatte ihn das Einsatzkommando Cobra erneut festgenommen – diesmal wegen des Verdachts eines „versuchten verbrecherischen Komplotts“. Zu Prozessbeginn wies der Türke, der auch die österreichische Staatsangehörigkeit besitzt, die Anschuldigungen jedenfalls zurück. Er bestritt, jemals ernsthaft versucht zu haben, Waffen zu beschaffen. Das Gericht folgte der Argumentation der Verteidigung. Eine strafrechtliche Verurteilung wegen terroristischer Delikte erfolgte nicht. Stattdessen wurde der junge Migrant aufgrund gefährlicher Drohung schuldig gesprochen und zu einer milden Strafe von zehn Monaten unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt.
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Türke wollte “ein bisschen Angst machen”
Nach Darstellung des Jugendlichen selbst habe er mit seinem Verhalten gezielt provozieren wollen. Sein erklärtes Ziel sei gewesen, den Staatsschutz zu verunsichern und diesem “ein bisschen Angst machen” zu wollen. Auch sein Auftreten im Gerichtssaal sorgte für Aufmerksamkeit. Kleidung und Gestik entsprachen Symboliken, die in extremistischen Kreisen Verwendung finden.
15-Jähriger wollte für Allah sterben
Während der 15-Jährige konkrete Anschlagspläne abstritt, gab er gleichzeitig zu, im Jahr 2025 “Pläne gegen Schwule” verfolgt zu haben. Darüber hinaus äußerte er seine Bereitschaft, “für meinen Gott sterben” zu wollen.
Vorzeitig entlassen, obwohl “extremes Risiko”
Bereits nach der vorangegangenen Verurteilung war der Jugendliche vorzeitig aus der Haft entlassen worden – und das gegen die Einschätzung des Fachpersonals. Eine zuständige Psychologin hatte ihn ausdrücklich als “extremes Risiko” eingestuft und darauf hingewiesen, dass er innerhalb der Haftanstalt versuche, andere ideologisch zu beeinflussen.
Kurz nach Freilassung ging es wieder los
Nur kurze Zeit nach seiner Freilassung fiel der Jugendliche erneut auf. Er nahm Videos auf, in denen Inhalte mit Bezug zu Märtyrertum und Gewalt verherrlicht wurden. Parallel dazu unternahm er Versuche, an Waffen zu gelangen, indem er entsprechende Geschäfte aufsuchte, jedoch ohne Erfolg.
Als der Angeklagte schließlich versucht hatte, über einen Verwandten ein Messer zu beschaffen, schritten die Behörden ein. Aufgrund der als akut eingeschätzten Gefahr wurde er festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.
IS-Anhänger will unter Scharia leben
In Einvernahmen äußerte sich der Jugendliche mehrfach offen zu seinen Überzeugungen. So erklärte er unter anderem, er wolle “in einem Land leben, wo die Scharia herrscht, zum Beispiel beim Islamischen Staat.” Zudem gab er an: “Wenn ich einen Reisepass hätte, ‘wäre ich schon längst dort.’”
Auch gegenüber bestimmten gesellschaftlichen Gruppen äußerte er sich klar ablehnend. Er sagte, er habe “einen Hass auf die LGBTIQ”, und erklärte, entsprechende Veranstaltungen würden ihn “wütend machen, weil sie sich über den Islam lustig machen”.
Jugendlicher bleibt Sicherheitsrisiko
Aus Sicht der zuständigen Behörden stellt der Jugendliche weiterhin ein erhebliches Risiko dar. Es bestehe ein sehr hohes Gefährdungspotenzial, dass er künftig “terroristische Gewalt” ausüben könnte.