Sozialistische/kommunistische Regime sind totalitäre Regime.
Das findet seinen Ausdruck u.a. darin, dass sie meinen, dass alle gesellschaftlichen Kräfte, Gruppen und Bereiche auf ihren Entwurf einer „guten“ Gesellschaft bezogen und damit der Regierung untergeordnet werden müssen. Das gilt auch oder vielleicht besonders für die Wissenschaft, die als sogenannte angewandte Wissenschaft in den Dienst der Sicherung des wirtschaftlichen und politischen Überlebens des Regimes gestellt wird.
Technologische und wirtschaftliche Entwicklung ist die Lebensgrundlage jeder modernen Gesellschaft, aber für totalitäre Regime ist sie auch insofern der Garant des eigenen Überlebens als die Zumutungen an die Bevölkerung hinsichtlich der Einschränkung ihrer Freiheits- und Individualrechte – samt der Möglichkeit, sich eine materielle Existenz aus eigener Kraft zu erarbeiten und zu sichern – in totalitären Regimen besonders groß sind und die Bevölkerung deshalb materiell besehen einigermaßen bei Laune gehalten werden muss.
Dies gilt insbesondere dann, wenn das Regime ein sozialistisch/kommunistisches ist, das die „gute“ Gesellschaft vor allem durch Umverteilung materieller Güter herstellen will. Angewandte Wissenschaft dient in solchen Regimen immer auch dazu, die Zumutungen an die Bevölkerung durch Einschränkung von Freiheits- und Individualrechten und – im Zusammenhang damit – durch Umverteilung und Ersetzung des Gerechtigkeitsprinzips durch das Gleichheitsprinzip zu legitimieren oder Verfahrensweisen zu entwickeln, durch die die Meinungen (in) der Bevölkerung manipuliert werden sollen oder zumindest der freie Ausdruck von Meinungen entmutigt werden soll.
Totalitäre Regime, besonders solche sozialistischer/kommunistischer Prägung, sind also nicht oder kaum an Wissenschaft als solcher, als Verfahren zur Gewinnung von Wissen, interessiert, sondern vielmehr an angewandter Wissenschaft, an Wissenschaft als Instumentenkasten, in dem all die Werkzeuge versammelt sind, die das Regime benötigt (oder zu benötigen glaubt), um bestimmte Ziele, die es verfolgt zu erreichen. Anders ausgedrückt: Wissenschaft ist in solchen Regimen (wie jeder andere gesellschaftliche Bereich auch) eine Dienstmagd, die ihrem „Herren“ ermöglichen soll, seine Vision von der „guten“ Gesellschaft durchzusetzen. Sie hat keinen Wert an sich, sie ist – im Gegenteil – suspekt, denn Wissenschaft als Methodik zur Erlangung von belastbarem Wissen über Phänomene und Zusammenhänge stellt prinzipiell eine Gefahr für Ideologien (jeder Art) dar, die einer bestimmten Beschreibung oder einem bestimmten Entwurf der Welt verpflichtet sind, die/der durch Wissenschaft als falsch erwiesen werden kann.
Das Verhältnis totalitärer Regime zu Wissenschaft ist daher ein sehr prekäres: Einerseits soll sie als angewandte Wissenschaft Probleme lösen und Ziele des Regimes verwirklichen helfen, andererseits stellt sie prinzipiell eine Gefährdung der ideologischen oder politischen Positionen dar, auf denen die Problemwahrnehmung und die Zielsetzungen des Regimes basieren.
Es ist nicht schwierig zu erkennen, dass Wissenschaft in totalitären Regimen früher oder später degeneriert, zumindest teilweise regelrecht abstirbt, denn angewandte Wissenschaft muss, um als solche funktionieren zu können, immerhin auf einer in der Realität zutreffenden Bechreibung von Phänomenen und ihren Zusammenhängen untereinander beruhen, womit sie untrennbar von Wissenschaft als Methodik zur Erlangung von belastbarem Wissen ist. Da just dieses aber in totalitären Regimen nicht akzeptiert wird, sondern die Ideologie die gesetzte „Wahrheit“ ist, hinter die die Realität zurückzutreten hat, kann angewandte Wissenschaft in totalitären Regimen auch nicht funktionieren.
Was statt Wissenschaft in totalitären Regimen entsteht, ist ein Netz von Wissenschaft pervertierenden Organisationen oder Einrichtungen: Während Wissenschaft feststellen will, was warum ist, setzen Wissenschaft pervertierende Organisationen oder Einrichtungen voraus, was nach Maßgabe des Regimes (also angeblich) ist und schlagen Lösungen oder Verfahrensweisen vor, die dem Regime ermöglichen sollen, dahinzukommen, was seiner Auffassung nach sein soll.
So werden dann allerlei vom Regime als solche angesehene Mißstände wie z.B. Diskriminierung von Schwulen, von Menschen mit anderer Hautfarbe etc. oder Einkommensungleichheit behauptet, die Wissenschaft pervertierende Organisationen oder Einrichtungen dann fraglos als Realität und als Mißstand akzeptieren und beklagen oder zu denen sie allerlei Maßnahmen vorschlagen, um dem „Mißstand“ abzuhelfen.
Dass dabei vorliegende Erkenntnisse, die die Wissenschaft erarbeitet hat, ignoriert werden, ist kein Versäumnis, sondern eine Erfordernis: So wissen wir seit nummehr gut einhundert Jahren, dass der soziale Mix in Nachbarschaften oder Wohngegenden nicht nur von den bei Weitem meisten Menschen nicht gewünscht wird und auch nicht funktioniert (er also eher Konflikte als gegenseitige Akzeptanz oder Annäherung zur Folge hat), aber Wissenschaft pervertierende Organisationen oder Einrichtungen ignorieren die vorhandenen Belege aus der Wissenschaft, um ihrem ideologisch motivierten „Herren“ ihre – notwendigerweise zum Scheitern verurteilten – „Lösungs“-Vorschläge anzubieten. Und die ideologisch motivierten „Herren“ haben ihrerseits kein Interesse daran, fortwährend scheiternde „Lösungs“-versuche als Hinweis darauf zu akzeptieren, dass sich die Realität in Opposition zur Ideologie befindet, sondern meinen entweder, die vorgeschlagene „Lösung“ sei halt nicht die richtige gewesen und die richtige harre noch ihrer Entdeckung, oder man bräuchte mehr von der getroffenen Maßnahme, etwa nach dem Motto: „Viel hilft viel“ – oder in unserem Zusammenhang treffender: „Mehr davon hilft irgendwann“.
So entsteht eine symbiotische Beziehung zwischen Regime und Wissenschaft pervertierenden Organisationen oder Einrichtungen, bei der Geld bzw. die Finanzierung von „Projekten“ und Personal gegen scheinbare Unterstützung des Regimes im Kampf gegen das, was das Regime als Mißstände ausgemacht hat und (damit) als Legitimation der Anliegen des Regimes getauscht wird, wie z.B. deutlich erkennbar ist im Zusammenhang mit der Erschaffung der „Klimawissenschaft“ in Reaktion auf die Ideologie vom menschengemachten Klimawandel bzw. von der Planetenrettung durch CO2-Reduktion und den entsprechenden politisches Zielen wie sie in den Net Zero-Plänen formuliert werden.
Das ist der Hintergrund, vor dem man die Beziehungen zwischen Regimen und dem herrschenden (Pseudo-/)Wissenschaftsbetrieb sehen muss, und das ist der Hintergrund vor dem beide Partner in der Beziehung zunehmend offen ihre jeweiligen Anliegen formulieren. Wissenschaft (als solche, wenn man so sagen will: echte Wissenschaft) bleibt dabei auf der Strecke.
Man könnte vermuten, dass der Konflikt zwischen Wissenschaft und Wissenschaftspervertierung im naturwissenschaftlichen oder technologischen Bereich nicht besteht oder zumindest weniger ausgeprägt ist als im sozialwissenschaftlichen Bereich. Immerhin funktioniert eine Technologie oder sie funktioniert nicht. Das oben angesprochene Beispiel der Erfindung der „Klimawissenschaft“ im Zusammenhang mit Net Zero-Zielen diverser westlicher Regime sollte jedoch deutlich gemacht haben, dass dieser Gedanke den Punkt verfehlt. Die Frage, ob Windräder funktionieren, ist nämlich einigermaßen irreführend; die relevanten Fragen sind vielmehr, wie effizient sie als Technologie zur Energiegewinnung tatsächlich sind und wie groß oder bedeutsam ihre unbeabsichtigten (aber offenbar fraglos in Kauf genommenen) negativen Wirkungen (auf die umliegenden Böden, die Tierwelt u.v.a.m.) sind.
Und vor allem ist die Frage, welchen Zwecken – außer im Rahmen der Ideologie vom menschengemachten Klimawandel – diese Technologie überhaupt dienen kann. Wer sollte sie warum – und gerade angesichts negativer Effekte bei gleichzeitiger Existenz effizienterer Technologien, die keine vergleichbaren negativen Effekte haben – wollen, sofern er nicht der Ideologie des menschengemachten Klimawandels und der Planetenrettung durch die Reduktion von CO2-Ausstoß anhängt?
Auch hier gilt also, dass ein Regime ein Problem aus ideologischen Gründen behauptet, um dann für das behauptete Problem „Lösungen“ nachzufragen, deren reale Qualität von keinerlei Interesse für das Regime oder die Anbieter der „Lösungen“ ist – weder mangelnde Effizienz noch erhebliche negative Wirkungen werden eingestanden, die Technologie nicht ausgemustert – und seit nunmehr Jahrzehnten auch nicht verbessert.
Es geht eben nicht um Wissenschaft, d.h. um das Gewinnen von Wissen über bestimmte Zusammenhänge, und schon gar nicht darum, auf der Basis gewonnen Wissens vernünftig zu handeln. Worum es tatsächlich geht, ist der Tausch von (vom Steuerzahler aufgebrachten) Geldes gegen Durchsetzung oder Legitimation der Anliegen des Regimes. Wissenschaft hat in totalitären Regimen keinen Platz, auch nicht als angewandte Wissenschaft, die ja notwendigerweise auf Wissenschaft basiert.
An ihre Stelle tritt eine pervertierte Inszenierung von Wissenschaft. Als solche kann sie die Ziele totalitärer Regime nicht befördern, so dass es einen gewissen Unterhaltungswert (wenn nicht eine gewisse Tagik) hat zu beobachten, wie groß der Wert ist, den totalitäre Regime darauf legen, sich Wissenschaft einzuverleiben und sie in ihren Dienst zu stellen, ohne an irgendeinem Punkt zu bemerken, dass gerade dieser Versuch der In-Dienst-Stellung von Wissenschaft dieselbe verunmöglicht und beseitigt, so dass sich das ganze – teure – Unterfangen ad absurdum führt.
Währenddessen erbringt Wissenschaft wie sie in freien Gesellschaft praktiziert werden kann, tatsächlichen technologischen Fortschritt, denn technologischer Fortschritt resultiert oft aus Erkenntnissen, die in ganz anderen Zusammenhängen, oft zufällig, gemacht wurden, d.h. im Rahmen nicht angewandter Wissenschaft, sondern sogenannter „curiosity“-Forschung, d.h. Forschung aus Neugier, also Forschung, bei der es darum geht, herauszufinden, wie etwas ist, warum etwas so oder so ist oder so oder so funktioniert – ohne bereits auf einen Verwendungszusammenhang abzuzielen. Ein bekanntes Beispiel für eine Zufallsbeobachtung, die zu einer Revolution in der Medizin führte, bietet Alexander Fleming, der beobachtete, dass in Petrischalen Schimmel wuchs, der anscheinend Bakterien in den Schalen tötete, was zur Entdeckung von Antibiotika führte. Es ließen sich viele weitere Beispiele dafür angeben, wie Forschung aus Neugier zu Innovationen in vielen verschiedenen Bereichen der Gesellschaft geführt hat. Insofern totalitäre Regime auf der Basis von von ihnen vorgenommenen, ideologisch motivierten Problemdefinitionen vorzugeben trachten, was von wem (und ggf. wie) beforscht wird, ist ihre Stagnation vorprogrammiert.
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