Jeffrey Epstein war jahrzehntelang in der Weltgeschichte unterwegs und besaß sogar einen – wenn auch gefälschten – österreichischen Reisepass. Der freiheitliche Generalsekretär Christian Hafenecker will nun wissen, wie der verurteilte Sexualstraftäter in den Besitz des Passes gelangen konnte, und fragt dazu beim bisher schweigsamen Außenamt von Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger nach.

Bundespolizeidirektion beglaubigte Pass

Das besagte Reisedokument wurde 2019 bei Ermittlungen in den USA in einem Tresor in Epsteins New Yorker Villa gefunden. Es war auf den Namen „Marius Fortelni“ ausgestellt, trug jedoch Epsteins Foto und soll im Jahr 1982 von der damaligen Bundespolizeidirektion Wien beglaubigt worden sein.

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Österreichs Botschaft erkundigte sich in USA zu Epstein

Auslöser der aktuellen Anfrage sind unter anderem E-Mails aus den sogenannten „Epstein Files“. Daraus geht hervor, dass im Juli 2019 eine österreichische Botschaft – mutmaßlich jene in Washington – bei US-Behörden angefragt hatte, ob Informationen über den angeblichen österreichischen Pass Epsteins bereitgestellt werden könnten. Hafenecker will nun wissen, welche Vertretungsbehörde diese Anfrage gestellt hat, ob das Außenministerium sie veranlasst oder koordiniert hat und ob der damalige ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg darüber informiert war. Ebenso interessiert ihn, welche Antwort aus den USA eingelangt ist und ob das Innenministerium eingebunden wurde.

Name in Pass war real existierender Österreicher

Der im Pass angeführte Name „Marius Fortelni“ kann anscheinend einer real existierenden Person mit österreichischer Staatsbürgerschaft zugeordnet werden. US-Dokumente legen nahe, dass die Staatsanwaltschaft das FBI anwies, zu prüfen, wie es dazu kommen konnte, dass ein österreichischer Pass mit diesem Namen Epsteins Foto trug. Die Anfrage thematisiert daher auch, ob österreichische Stellen Kontakt mit der betroffenen Person aufgenommen haben und welche Erkenntnisse über einen möglichen Identitätsdiebstahl vorliegen.

Ex-US-Botschafter in Wien in „Epstein Files“

Darüber hinaus werden mögliche Verbindungen nach Österreich beleuchtet. In veröffentlichten Unterlagen rund um Epstein scheint der Name des US-Milliardärs Ronald Lauder vielfach auf. Lauder war in den 1980er-Jahren US-Botschafter in Wien und ist bis heute eng mit Österreich verbunden. Hafenecker fragt, ob Lauder in irgendeiner Form mit der Ausstellung des Reisepasses in Verbindung stand oder ob es diesbezüglich Kontakte mit dem Außenressort gegeben hat.

War Epstein tatsächlich Österreicher?

Neben diesen Punkten will der Abgeordnete auch klären, ob Epstein jemals die österreichische Staatsbürgerschaft besessen hat, wie oft er nach Österreich gereist ist und ob die Österreichische Staatsdruckerei Aufzeichnungen zu einem entsprechenden Pass führt. Ebenso wird nach einem möglichen Austausch mit US-Behörden gefragt und danach, ob österreichische Staatsbürger in Ermittlungsunterlagen rund um Epstein oder Ghislaine Maxwell genannt werden.



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