Zur Ausweitung des Kampfs gegen dschihadistische Gruppen haben die Militärmachthaber im Niger eine „Generalmobilmachung“ verkündet.

Die Junta beschloss außerdem, dass während der Mobilmachung Eigentum beschlagnahmt werden kann, wie aus einem Kabinettsbeschluss hervorgeht, den die Nachrichtenagentur AFP am Samstag einsehen konnte.

Jeder Bürger sei verpflichtet, einem Einberufungsbefehl Folge zu leisten und „unverzüglich Maßnahmen zur Verteidigung des Vaterlandes durchzuführen“.

Die Maßnahmen seien notwendig, um „die Integrität des Staatsgebiets zu wahren“ und „die Bevölkerung zu schützen“, hieß es in der Erklärung der Junta.

2025 gab es fast 2.000 Tote

Der Niger ist seit rund zehn Jahren mit Gewalt durch Dschihadistengruppen konfrontiert, die mit Al-Kaida und der Miliz Islamischer Dschihad in Verbindung stehen.

Alleine in diesem Jahr wurden dabei nach Angaben der NGO Acled fast 2.000 Menschen getötet. Im Südosten des Landes verüben auch die Islamistengruppen Boko Haram und Islamischer Staat in Westafrika (Iswap) tödliche Anschläge.

Anti-Dschihadisten-Truppe

Das Militär im Niger hatte im Juli 2023 den demokratisch gewählten Präsidenten Mohamed Bazoum gestürzt.

Wie andere Länder in der Region wandte es sich daraufhin verstärkt Russland zu und forderte westliche Truppen auf, das Land zu verlassen. Die französische Armee, die US-Armee und die Bundeswehr zogen sich daher aus dem Niger zurück.

Vor fünf Jahren hatte der Niger die Truppenstärke seiner Armee auf 50.000 Soldaten verdoppelt. Zusammen mit Mali und Burkina Faso, die ebenfalls von Militärjuntas regiert werden, gründete das Land zudem eine gemeinsame Anti-Dschihadisten-Truppe, der 5.000 Soldaten angehören. (afp/ks)



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