Er versprach, mit US-Kriegen im Ausland sei Schluss unter ihm als Präsident: Nun konfrontiert Donald Trump seine MAGA-Basis erneut mit Angriffen auf den Iran. Wie Marjorie Taylor Greene, Laura Loomer und andere America-First-Fans reagieren


Marjorie Taylor Green, hier bei einer Kundgebung im November 2025 für die Freigabe der Epstein-Akten vor dem US-Kapitol, hat Donald Trumps Angriff auf den Iran scharf verurteilt.

Foto: Jack Gruber/Imago/Imagn Images


Donald Trump war mit einem Versprechen nach Fayetteville in der Nähe der Militärbasis Fort Bragg in North Carolina gekommen. „Wir werden aufhören, ausländische Regime zu stürzen, über die wir nichts wissen und in die wir uns nicht einmischen sollten“, sagte der damalige designierte US-Präsident im Dezember 2016.

Trump hat seine isolationistische Botschaft in den vergangenen zehn Jahren ungerührt beibehalten und seiner „America first“-Anhängerschaft immer wieder versichert, dass es keine Wiederholung der endlosen Kriege in Afghanistan und im Irak geben werde.

Doch die Entscheidung des Präsidenten, nun mit massiver Militärgewalt gegen den Iran vorzugehen und dessen obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei zu töten, stellt seine Kernanhängerschaft auf die Probe und sorgt für Kritik einiger prominenter Vertreter der Make-America-great-again-Bewegung.

„Immer eine Lüge und immer Amerika an letzter Stelle“, schreibt Marjorie Taylor Greene

Zu den ersten Kritikern gehörte Marjorie Taylor Greene, ehemals eine der treuesten Anhängerinnen Trumps. Sie hatte sich im vergangenen Jahr von ihm abwandt und zog sich aus dem US-Kongress zurück, weil sich der Präsident ihrer Meinung nach nicht ausreichend auf innenpolitische Themen konzentrierte.

Greene schrieb in einem langen Beitrag auf der Plattform X: „Wir sagten: ‚Keine Kriege im Ausland mehr, keine Regimewechsel mehr!‘ Wir riefen es auf einer Kundgebung nach der anderen, in einer Rede nach der anderen. Trump, Vance, im Grunde genommen die gesamte Regierung hat damit Wahlkampf gemacht und versprochen, Amerika an die erste Stelle zu setzen und Amerika wieder groß zu machen.“

Marjorie Taylor Greene weiter: „Es gibt 93 Millionen Menschen im Iran, lassen Sie sie sich selbst befreien. Aber der Iran steht kurz davor, Atomwaffen zu besitzen. Ja, klar. Diese Leier hören wir schon seit Jahrzehnten, und Trump hat uns allen erzählt, dass seine Bombardierungen im vergangenen Sommer alles komplett ausgelöscht hätten. Es ist immer eine Lüge und es ist immer Amerika an letzter Stelle. Aber diesmal fühlt es sich wie der schlimmste Verrat an, weil es von genau dem Mann und der Regierung kommt, von denen wir alle glaubten, dass sie anders seien und Nein sagen würden.“

„Widerwärtig und böse“ nennt Tucker Carlson den Angriff auf den Iran

Reagan Box, die zu dem Dutzend Kandidaten gehört, die bei den Republikanern Greenes Nachfolge in Georgia antreten wollen, sagte, sie sei Trump-Anhängerin, unterstütze aber die Angriffe auf den Iran nicht. Obwohl sie die iranische Führung als „abscheulich“ finde, so Box gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, gelte: „Jedes Mal, wenn wir versucht haben, einen Regimewechsel herbeizuführen, insbesondere im Nahen Osten, haben wir das Land nur destabilisiert.“

Die Unzufriedenheit fand auch in den rechten Medien Widerhall. Der einflussreiche Moderator Tucker Carlson bezeichnete den Angriff auf den Iran laut Jonathan Karl, einem Korrespondenten von ABC News, als „widerwärtig und böse“.

Blake Neff, Produzent des beliebten Podcasts des rechten Aktivisten Charlie Kirk, merkte an, dass Kirk sich gegen einen Regimewechsel im Iran ausgesprochen hatte. „Trump/Vance traten mit einem Friedensprogramm an, und das war populär“, schrieb er auf X. „Im Moment schreiben mir einige meiner rechtsgerichteten Freunde Nachrichten wie: ‚Scheiß drauf.‘ ‚Das ist extrem deprimierend.‘ ‚Ich werde nie wieder bei einer US-Wahl wählen.‘“ Neff weiter: „Wenn dieser Krieg ein schneller, leichter und entscheidender Sieg ist, werden die meisten von ihnen darüber hinwegkommen. Aber wenn der Krieg anders verläuft, wird es viel Ärger geben. Dem amerikanischen Volk wurde nicht überzeugend erklärt, warum dies notwendig war. Aber Erfolg kann schlechte Erklärungen übertrumpfen. Deshalb müssen wir für den Erfolg beten.“

Ein ehemaliger Trump-Helfer sagt, der Iran-Krieg solle von den Epstein-Akten ablenken

Andere gaben sich weniger zwiegespalten. Millie Weaver, eine politische Kommentatorin, beschwerte sich auf X: „Ich erinnere mich nicht, für die „Befreiung des Iran“ gestimmt zu haben. Ich habe dafür gestimmt, Amerika wieder groß zu machen.“ Die Hodgetwins, ein konservatives Podcast-Duo, das Trump generell unterstützt hat, verurteilte die Angriffe in einem Beitrag an ihre 3,5 Millionen Follower als Widerspruch zu seinem Wahlkampf 2024. „Die Befreiung des iranischen Volkes ist nicht der Grund, warum ich für Trump gestimmt habe“, hieß es in dem Beitrag.

Breck Worsham, ein ehemaliger Trump-Anhänger und Wahlkampfhelfer, bekannt als „The Patriotic Blonde“, schrieb: „Es ist offiziell. Jimmy Carter ist nicht mehr der schlechteste Präsident in der Geschichte der USA. Mission erfüllt, @Potus. Ein weiterer Rekord gebrochen.“ Worsham teilte mehrere Beiträge, in denen er andeutete, dass der Krieg dazu dienen soll, die Aufmerksamkeit von den Jeffrey-Epstein-Akten abzulenken.

Meinungsumfragen zeigen immer wieder, dass die steigenden Lebenshaltungskosten das Hauptthema für Amerikaner sind. Dennoch standen in den ersten 13 Monaten seiner Amtszeit außenpolitische Themen im Vordergrund. Im Januar forderte Trump die Iraner auf, weiter zu protestieren, und versprach ihnen „Hilfe ist unterwegs“, nur um sie dann wochenlang sich selbst zu überlassen, bevor er ihnen riet, „die Macht zu übernehmen“, obwohl es keine kohärente Oppositionsbewegung gibt.

Was JD Vance in der „Washington Post“ über einen langen Nahost-Krieg gesagt hat

Die zweifelhafte Logik solcher Interventionen, die an den Irakkrieg erinnern und die Befürchtung wecken, dass sie zu einem Militäreinsatz der USA führen könnten, stellen ein großes Risiko im Jahr der Zwischenwahlen dar, das das Ziel der Republikaner, im November die Macht im Kongress zu behalten, gefährdet. Jack Posobiec, ein rechter Aktivist, kommentierte: „Letztes Jahr sagte uns Charlie Kirk, dass die jüngere Generation der Amerikaner sich viel mehr für Innenpolitik als für internationale Konflikte interessiert, und das dürfen wir in einem Zwischenwahljahr nicht vergessen.“

JD Vance hatte jedoch diese Woche gegenüber der Zeitung Washington Post erklärt, dass es „keine Chance“ gebe, dass die USA in einen jahrelangen Krieg im Nahen Osten hineingezogen werden könnten, dessen Ende nicht abzusehen sei.

Andere Maga-Persönlichkeiten stellten sich hinter den Präsidenten und unterstützten die Bombardierung Irans. Laura Loomer, eine enge Verbündete Trumps, schrieb auf X: „Der Iran greift die USA seit über 47 Jahren an. Und jetzt beendet der 47. Präsident der Vereinigten Staaten ihre Schreckensherrschaft.“ Das Republikanische Nationale Komitee veröffentlichte eine Erklärung, in der es die Iran-Operation unterstützte, während die Reaktionen im Kongress weitgehend entlang der Parteigrenzen verliefen, mit Ausnahmen wie dem libertär orientierten konservativen Republikaner Thomas Massie, der schrieb: „Ich bin gegen diesen Krieg. Das ist nicht ‚America First‘.“

Steve Bannon und Mike Davis im „War-Room“-Podcast

Mike Davis, Leiter des Article III Project, einer pro-Trump-Rechtsberatungsgruppe, sagte, die Angriffe seien gerechtfertigt, und verwies auf eine aktuelle Videobotschaft, in der Khamenei gewarnt habe, dass der Iran US-Kriegsschiffe versenken könnte. „Dieses Video ist die einzige Rechtfertigung, die der Präsident braucht, um das Haus des Obersten Führers zu zerstören und ihn zu beseitigen“, sagte Davis dem ehemaligen Trump-Strategen Steve Bannon in seinem Podcast War Room, der bei der Maga-Basis sehr beliebt ist.

Die Unruhe ist zumindest vorerst eher ein Murren als eine Revolte. Michael Traugott, Politikwissenschaftler und emeritierter Professor an der University of Michigan, sagte gegenüber Reuters, dass die Kritik hauptsächlich von der „chattering class“ der Maga-Anhängerschaft und nicht von gewählten republikanischen Politikern komme. Es sei jedoch noch zu früh, um zu sagen, wie die Anhänger langfristig darüber denken werden. „Für die populäre Maga-Basis ist dies so ziemlich ein direkter Verstoß gegen ein wichtiges Wahlversprechen, sich aus ausländischen Engagements herauszuhalten“, sagte Traugott.

Afghanistan und im Irak geben werde.Doch die Entscheidung des Präsidenten, nun mit massiver Militärgewalt gegen den Iran vorzugehen und dessen obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei zu töten, stellt seine Kernanhängerschaft auf die Probe und sorgt für Kritik einiger prominenter Vertreter der Make-America-great-again-Bewegung.„Immer eine Lüge und immer Amerika an letzter Stelle“, schreibt Marjorie Taylor GreeneZu den ersten Kritikern gehörte Marjorie Taylor Greene, ehemals eine der treuesten Anhängerinnen Trumps. Sie hatte sich im vergangenen Jahr von ihm abwandt und zog sich aus dem US-Kongress zurück, weil sich der Präsident ihrer Meinung nach nicht ausreichend auf innenpolitische Themen konzentrierte.Greene schrieb in einem langen Beitrag auf der Plattform X: „Wir sagten: ‚Keine Kriege im Ausland mehr, keine Regimewechsel mehr!‘ Wir riefen es auf einer Kundgebung nach der anderen, in einer Rede nach der anderen. Trump, Vance, im Grunde genommen die gesamte Regierung hat damit Wahlkampf gemacht und versprochen, Amerika an die erste Stelle zu setzen und Amerika wieder groß zu machen.“Marjorie Taylor Greene weiter: „Es gibt 93 Millionen Menschen im Iran, lassen Sie sie sich selbst befreien. Aber der Iran steht kurz davor, Atomwaffen zu besitzen. Ja, klar. Diese Leier hören wir schon seit Jahrzehnten, und Trump hat uns allen erzählt, dass seine Bombardierungen im vergangenen Sommer alles komplett ausgelöscht hätten. Es ist immer eine Lüge und es ist immer Amerika an letzter Stelle. Aber diesmal fühlt es sich wie der schlimmste Verrat an, weil es von genau dem Mann und der Regierung kommt, von denen wir alle glaubten, dass sie anders seien und Nein sagen würden.“„Widerwärtig und böse“ nennt Tucker Carlson den Angriff auf den IranReagan Box, die zu dem Dutzend Kandidaten gehört, die bei den Republikanern Greenes Nachfolge in Georgia antreten wollen, sagte, sie sei Trump-Anhängerin, unterstütze aber die Angriffe auf den Iran nicht. Obwohl sie die iranische Führung als „abscheulich“ finde, so Box gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, gelte: „Jedes Mal, wenn wir versucht haben, einen Regimewechsel herbeizuführen, insbesondere im Nahen Osten, haben wir das Land nur destabilisiert.“Die Unzufriedenheit fand auch in den rechten Medien Widerhall. Der einflussreiche Moderator Tucker Carlson bezeichnete den Angriff auf den Iran laut Jonathan Karl, einem Korrespondenten von ABC News, als „widerwärtig und böse“.Blake Neff, Produzent des beliebten Podcasts des rechten Aktivisten Charlie Kirk, merkte an, dass Kirk sich gegen einen Regimewechsel im Iran ausgesprochen hatte. „Trump/Vance traten mit einem Friedensprogramm an, und das war populär“, schrieb er auf X. „Im Moment schreiben mir einige meiner rechtsgerichteten Freunde Nachrichten wie: ‚Scheiß drauf.‘ ‚Das ist extrem deprimierend.‘ ‚Ich werde nie wieder bei einer US-Wahl wählen.‘“ Neff weiter: „Wenn dieser Krieg ein schneller, leichter und entscheidender Sieg ist, werden die meisten von ihnen darüber hinwegkommen. Aber wenn der Krieg anders verläuft, wird es viel Ärger geben. Dem amerikanischen Volk wurde nicht überzeugend erklärt, warum dies notwendig war. Aber Erfolg kann schlechte Erklärungen übertrumpfen. Deshalb müssen wir für den Erfolg beten.“Ein ehemaliger Trump-Helfer sagt, der Iran-Krieg solle von den Epstein-Akten ablenkenAndere gaben sich weniger zwiegespalten. Millie Weaver, eine politische Kommentatorin, beschwerte sich auf X: „Ich erinnere mich nicht, für die „Befreiung des Iran“ gestimmt zu haben. Ich habe dafür gestimmt, Amerika wieder groß zu machen.“ Die Hodgetwins, ein konservatives Podcast-Duo, das Trump generell unterstützt hat, verurteilte die Angriffe in einem Beitrag an ihre 3,5 Millionen Follower als Widerspruch zu seinem Wahlkampf 2024. „Die Befreiung des iranischen Volkes ist nicht der Grund, warum ich für Trump gestimmt habe“, hieß es in dem Beitrag.Breck Worsham, ein ehemaliger Trump-Anhänger und Wahlkampfhelfer, bekannt als „The Patriotic Blonde“, schrieb: „Es ist offiziell. Jimmy Carter ist nicht mehr der schlechteste Präsident in der Geschichte der USA. Mission erfüllt, @Potus. Ein weiterer Rekord gebrochen.“ Worsham teilte mehrere Beiträge, in denen er andeutete, dass der Krieg dazu dienen soll, die Aufmerksamkeit von den Jeffrey-Epstein-Akten abzulenken.Meinungsumfragen zeigen immer wieder, dass die steigenden Lebenshaltungskosten das Hauptthema für Amerikaner sind. Dennoch standen in den ersten 13 Monaten seiner Amtszeit außenpolitische Themen im Vordergrund. Im Januar forderte Trump die Iraner auf, weiter zu protestieren, und versprach ihnen „Hilfe ist unterwegs“, nur um sie dann wochenlang sich selbst zu überlassen, bevor er ihnen riet, „die Macht zu übernehmen“, obwohl es keine kohärente Oppositionsbewegung gibt.Was JD Vance in der „Washington Post“ über einen langen Nahost-Krieg gesagt hatDie zweifelhafte Logik solcher Interventionen, die an den Irakkrieg erinnern und die Befürchtung wecken, dass sie zu einem Militäreinsatz der USA führen könnten, stellen ein großes Risiko im Jahr der Zwischenwahlen dar, das das Ziel der Republikaner, im November die Macht im Kongress zu behalten, gefährdet. Jack Posobiec, ein rechter Aktivist, kommentierte: „Letztes Jahr sagte uns Charlie Kirk, dass die jüngere Generation der Amerikaner sich viel mehr für Innenpolitik als für internationale Konflikte interessiert, und das dürfen wir in einem Zwischenwahljahr nicht vergessen.“JD Vance hatte jedoch diese Woche gegenüber der Zeitung Washington Post erklärt, dass es „keine Chance“ gebe, dass die USA in einen jahrelangen Krieg im Nahen Osten hineingezogen werden könnten, dessen Ende nicht abzusehen sei.Andere Maga-Persönlichkeiten stellten sich hinter den Präsidenten und unterstützten die Bombardierung Irans. Laura Loomer, eine enge Verbündete Trumps, schrieb auf X: „Der Iran greift die USA seit über 47 Jahren an. Und jetzt beendet der 47. Präsident der Vereinigten Staaten ihre Schreckensherrschaft.“ Das Republikanische Nationale Komitee veröffentlichte eine Erklärung, in der es die Iran-Operation unterstützte, während die Reaktionen im Kongress weitgehend entlang der Parteigrenzen verliefen, mit Ausnahmen wie dem libertär orientierten konservativen Republikaner Thomas Massie, der schrieb: „Ich bin gegen diesen Krieg. Das ist nicht ‚America First‘.“Steve Bannon und Mike Davis im „War-Room“-PodcastMike Davis, Leiter des Article III Project, einer pro-Trump-Rechtsberatungsgruppe, sagte, die Angriffe seien gerechtfertigt, und verwies auf eine aktuelle Videobotschaft, in der Khamenei gewarnt habe, dass der Iran US-Kriegsschiffe versenken könnte. „Dieses Video ist die einzige Rechtfertigung, die der Präsident braucht, um das Haus des Obersten Führers zu zerstören und ihn zu beseitigen“, sagte Davis dem ehemaligen Trump-Strategen Steve Bannon in seinem Podcast War Room, der bei der Maga-Basis sehr beliebt ist.Die Unruhe ist zumindest vorerst eher ein Murren als eine Revolte. Michael Traugott, Politikwissenschaftler und emeritierter Professor an der University of Michigan, sagte gegenüber Reuters, dass die Kritik hauptsächlich von der „chattering class“ der Maga-Anhängerschaft und nicht von gewählten republikanischen Politikern komme. Es sei jedoch noch zu früh, um zu sagen, wie die Anhänger langfristig darüber denken werden. „Für die populäre Maga-Basis ist dies so ziemlich ein direkter Verstoß gegen ein wichtiges Wahlversprechen, sich aus ausländischen Engagements herauszuhalten“, sagte Traugott.



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