Teheran – In einer umfangreichen Nowruz-Botschaft zum Beginn des iranischen Jahres 1405 hat der iranische Führer der Islamischen Revolution, Seyyed Mojtaba Hosseini Khamenei, die Bevölkerung auf anhaltende Konflikte eingeschworen, nationale Einheit beschworen und zugleich politische sowie geopolitische Botschaften an Gegner und Nachbarstaaten gesendet.

Die Rede fällt in eine symbolträchtige Zeit: Der Beginn des persischen Neujahrsfestes Nowruz fällt in diesem Jahr mit dem Ende des Fastenmonats Ramadan und dem islamischen Fest Eid al-Fitr zusammen. Khamenei sprach von einem Zusammentreffen eines „spirituellen und natürlichen Frühlings“ und gratulierte sowohl der iranischen Bevölkerung als auch Muslimen weltweit. Die vollständige Rede und Quelle:

Rückblick auf ein Jahr der Konflikte

Im Zentrum der Ansprache stand ein Rückblick auf das vergangene Jahr, das Khamenei als von drei großen Konflikten geprägt darstellte.

Er beschuldigte Israel und die Vereinigten Staaten, im Juni während laufender Verhandlungen einen Angriff gestartet zu haben, bei dem militärische Führungskräfte, Wissenschaftler und rund tausend Zivilisten getötet worden seien. Die Gegner hätten laut Khamenei erwartet, das iranische System binnen weniger Tage zu destabilisieren, seien jedoch am Widerstand der Bevölkerung gescheitert.

Ein weiterer Konflikt im Januar wurde von ihm als „Putschversuch“ beschrieben, bei dem äußere Kräfte versucht hätten, wirtschaftliche Schwierigkeiten im Land auszunutzen. Der aktuell andauernde dritte Konflikt habe mit der Tötung eines führenden politischen Akteurs begonnen und zu weiteren Opfern unter Militärangehörigen, Zivilisten und Kindern geführt.

Betonung von Einheit und „Widerstand“

Khamenei stellte die Reaktion der Bevölkerung als zentralen Faktor dar. Große öffentliche Kundgebungen und Mobilisierung hätten gezeigt, dass die Stärke des Iran „weit über militärische Fähigkeiten hinausgeht“.

Er lobte die Einheit der Gesellschaft über politische und kulturelle Grenzen hinweg und bezeichnete sie als „göttlichen Segen“, der bewahrt werden müsse.

Gleichzeitig warnte er vor „feindlichen Medienoperationen“, die darauf abzielten, die Gesellschaft zu spalten. Medien und Bürger sollten sich nicht auf interne Schwächen konzentrieren, sondern die nationale Geschlossenheit stärken.

Wirtschaft als strategisches Schlachtfeld

Für das neue Jahr rief Khamenei den Slogan „Widerstandswirtschaft im Schatten der nationalen Einheit und nationalen Sicherheit“ aus.

Er machte deutlich, dass wirtschaftliche Stabilität und Infrastrukturentwicklung zentrale Elemente im Umgang mit externem Druck seien. Geplante Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen und zur Stärkung der Wirtschaft sollen demnach zeitnah umgesetzt werden.

Außenpolitik und regionale Spannungen

In außenpolitischen Fragen betonte Khamenei die Bedeutung enger Beziehungen zu Nachbarstaaten, insbesondere zu Afghanistan und Pakistan. Gleichzeitig wies er Vorwürfe zurück, Iran oder verbündete Kräfte seien für jüngste Angriffe in Ländern wie der Türkei oder Oman verantwortlich. Stattdessen sprach er von „False-Flag-Operationen“ feindlicher Akteure.

Trauer und Kontinuität

Die Rede war auch von Trauer geprägt. Khamenei erinnerte an gefallene Militärangehörige und zivile Opfer und bezeichnete den aktuellen Nowruz als das erste Neujahr ohne zentrale Führungspersönlichkeiten, die im Konflikt getötet wurden.

Er rief dazu auf, traditionelle Familienbesuche beizubehalten, dabei jedoch den Angehörigen der Opfer besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Botschaft an Gegner und Verbündete

Zum Abschluss äußerte Khamenei die Hoffnung auf ein Jahr „voller Siege und Fortschritte“ für Iran und die muslimische Welt – und stellte zugleich klar, dass diese Entwicklung nicht im Interesse der „Feinde der Menschheit“ liege.

Die Nowruz-Botschaft verdeutlicht damit nicht nur innenpolitische Prioritäten, sondern auch die strategische Linie Teherans: Widerstand, Mobilisierung und wirtschaftliche Anpassung als Antwort auf anhaltenden äußeren Druck.



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