Im Nahen Osten ist der Konflikt weiter eskaliert: Der Iran startete neue Raketenangriffe auf Israel, während es im Irak zu Angriffen rund um die US-Botschaft in Bagdad und Luftschlägen gegen pro-iranische Milizen kam.

Auch im Libanon verschärfte sich die Lage nach einem israelischen Angriff, bei dem ein Hisbollah-Mitglied getötet wurde.

Die Türkei betonte zugleich, nicht in den Krieg hineingezogen werden zu wollen, nachdem erneut eine iranische Rakete über ihrem Luftraum abgefangen wurde.

Alle Entwicklungen im Nahen Osten vom 14. März im Liveticker:

 

Koalition uneins über Marinemission in der Straße von Hormus

Die Fachpolitiker der Regierungskoalition sind sich uneinig über eine Beteiligung der Bundeswehr an einer internationalen Marinemission in der Straße von Hormus.

Der CDU-Verteidigungspolitiker Bastian Ernst zeigte sich offen für einen Einsatz im internationalen Kontext. „Die Huthi-Miliz im Jemen hatte ihre Angriffe auf die zivile Schifffahrt im Roten Meer beendet. Dadurch hat auch die EU-Mission Aspides zum Schutz dieser Schifffahrtsrouten an Bedeutung verloren“, sagte Ernst der „Welt“. „Das könnte sich nun wieder ändern, wenn die Huthis aus Solidarität mit dem Iran ihre Attacken auf den Schiffsverkehr wieder aufnehmen.“

Darauf müsse Deutschland vorbereitet sein „und mit unseren Partnern Planungen machen und Beiträge abstimmen“, so der für Marine zuständige Verteidigungspolitiker. „Dann könnte auch Deutschland sein Engagement in der Aspides-Mission zur Wahrung der Freiheit der Schifffahrt wieder hochfahren.“ Dafür habe der Bundestag ein Mandat mit einer Obergrenze von 350 Soldaten erteilt, so Ernst: „Das würde zur Entsendung einer Fregatte oder eines Seefernaufklärers ausreichen.“

Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Adis Ahmetovic, lehnte eine Beteiligung dagegen ab. „Für die SPD ist klar: Wir beteiligen uns nicht am Iran-Krieg“, sagte Ahmetovic der „Welt“. „Der Angriff ist völkerrechtlich nicht gedeckt, und die damit verbundenen Risiken für die regionale Stabilität sowie für die europäische Sicherheit stehen im Widerspruch zu den deutschen Interessen.“ Die Bundesregierung sollte keinen Zweifel daran aufkommen lassen, „dass in dieser Frage Prinzipien und Interessen deckungsgleich sind und dass wir gut daran tun, das Völkerrecht weiterhin als Fundament und Richtschnur deutschen außenpolitischen Handelns zu begreifen“, so Ahmetovic.

US-Botschaft in Bagdad bei Angriff getroffen – Angriffe auf pro-iranische Kämpfer

Die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad ist am Samstag bei einem Angriff getroffen worden. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP sah über dem Gebäudekomplex Rauch aufsteigen. Der Botschaftskomplex sei getroffen worden, bestätigten zwei Sicherheitsvertreter. Einer von ihnen sagte, eine Drohne habe die Botschaft getroffen, der andere sprach von einem Projektil. Mutmaßlich sei eine Rakete auf den Botschaftskomplex gefallen. Die US-Botschaft in Bagdad wurde damit zum zweiten Mal seit dem Beginn des Iran-Krieges vor zwei Wochen zum Ziel.

Die Attacke erfolgte kurz nach Angriffen in Bagdad, bei denen zwei Kämpfer einer einflussreichen pro-iranischen Gruppe getötet wurden. Bei einem der Angriffe wurde ein von der pro-iranischen Kataeb Hisbollah genutztes Haus getroffen, wie AFP aus irakischen Sicherheitskreisen erfuhr. Eine „Schlüsselfigur“ der vom Iran unterstützten paramilitärischen Gruppe wurde demnach getötet, zwei weitere Mitglieder der Gruppe wurden verletzt.

Zwei Stunden später wurde bei einem weiteren Angriff auf ein Auto ein Mitglied der Hasched al-Schaabi getötet. Hasched al-Schaabi ist ein vom Iran unterstütztes Netzwerk ehemaliger Paramilitärs, die jetzt der regulären irakischen Armee angehören. Ein Vertreter der Hasched al-Schaabi sagte AFP, bei dem Getöteten handele es sich um ein Mitglied der einflussreichen Miliz Kataeb Hisbollah.

Es war zunächst unklar, durch wen die Angriffe erfolgten. Die Gruppe Kataeb Hisbollah äußerte sich zunächst nicht.

Iranische Agentur: Keine Schäden an Ölinfrastruktur auf Insel Chargh nach US-Angriffen

Bei den US-Angriffen auf die iranische Insel Charg ist einer iranischen Nachrichtenagentur zufolge keine Ölinfrastruktur beschädigt worden. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete am Samstag unter Berufung auf Informanten auf der Insel, es seien 15 Explosionen zu hören gewesen, es gebe aber keine Schäden an Ölanlagen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, bei den US-Angriffen vom Freitag seien nur militärische Ziele zerstört worden.

Die Insel Charg liegt etwa 30 Kilometer von der Küste entfernt im Norden des Persischen Golfs. Über das dort befindliche Öl-Terminal wird fast der gesamte iranische Rohölexport abgewickelt.

Fars zufolge versuchte die US-Armee, auf Chargh „die Verteidigungsanlagen der Armee, die Joschan-Marinebasis, den Flughafen-Tower und den Hubschrauber-Hangar des iranischen Unternehmens Continental Shelf Oil zu beschädigen“.

Trump: US-Angriffe auf militärische Ziele auf iranischer Öl-Insel Charg

Die US-Armee hat nach den Worten von US-Präsident Donald Trump die iranische Öl-Insel Charg mit massiven Angriffen überzogen. Das Central Command habe „einen der heftigsten Luftangriffe in der Geschichte des Nahen Ostens ausgeführt“, erklärte Trump am Freitag in Onlinediensten. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando habe „jedes militärische Ziel auf dem Kronjuwel des Iran, der Insel Charg, vollständig ausradiert“. Das iranische Militär drohte daraufhin mit der Zerstörung von mit den USA verbundener Ölinfrastruktur.

Die Insel Charg liegt etwa 30 Kilometer von der Küste entfernt im Norden des Persischen Golfs. Über das dort befindliche Öl-Terminal wird fast der gesamte iranische Rohölexport abgewickelt. Trump erklärte, er habe sich „dafür entschieden, die Ölinfrastruktur auf der Insel nicht zu zerstören“. „Sollte jedoch der Iran oder irgendjemand anderes etwas unternehmen, um die freie und sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus zu stören, werde ich dies sofort überdenken.“

Iran-Krieg: USA ziehen Teil von Botschaftspersonal aus dem Oman ab

Die USA ziehen vor dem Hintergrund des Iran-Krieges einen Teil ihres Botschaftspersonals aus dem Oman ab. Nicht zwingend benötigte Mitarbeiter und ihre Angehörigen müssten das Sultanat wegen der kriegsbedingten Risiken verlassen, erklärte das US-Außenministerium am Freitag. Das Ministerium aktualisierte zudem seine Reisewarnung angesichts der „Sicherheitsrisiken“. Es verwies auf eine „anhaltende Gefahr durch Drohnen- und Raketenangriffe aus dem Iran“ sowie auf „erhebliche Beeinträchtigungen des Linienflugverkehrs“.

Mehrere Gebiete in Katar wegen iranischer Angriffe „vorübergehend“ evakuiert

Angesichts der anhaltenden iranischen Angriffe auf die Golfstaaten sind in Katar mehrere Gebiete evakuiert worden. Als „vorübergehende Vorsichtsmaßnahme“ würden „mehrere wichtige Gebiete evakuiert, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, bis die Gefahr vorüber ist“, erklärte Katars Innenministerium am Samstag. Im zentralen Stadtteil Muscheireb in der Hauptstadt Doha erhielten einige Anwohner telefonische Warnungen mit der Aufforderung, „das Gebiet unverzüglich zu verlassen und sich vorsorglich an den nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben“.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen gegen den Iran begonnen. Der Iran greift seitdem mit Raketen und Drohnen Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region an. Der UN-Sicherheitsrat forderte am  Mittwoch in einer Resolution das sofortige Ende der iranischen Angriffe auf die umliegenden Golfstaaten.

Türkei aus dem Iran-Krieg herauszuhalten ist „Priorität Nummer eins“

Die Türkei soll nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan unter keinen Umständen in den Iran-Krieg hineingezogen werden. Er werde sich von „Provokationen“ nicht mitreißen lassen, sagte Erdogan am Freitag, nachdem kurz zuvor Abwehrsysteme der Nato nach Angaben aus Ankara die mittlerweile dritte Rakete aus dem Iran über der Türkei abgeschossen hatten.

„Zu verhindern, dass unser Land in diese Feuersbrunst hineingezogen wird, ist unsere Priorität Nummer eins“, sagte Erdogan. „Wir handeln mit sehr großer Vorsicht angesichts von Komplotten, Fallen und Provokationen, die darauf abzielen, unser Land in den Krieg hineinzuziehen“, sagte der türkische Präsident. Er stellte eine „angemessene und maßvolle“ Reaktion in Aussicht.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Ankara war kurz zuvor eine „aus dem Iran abgefeuerte ballistische Rakete“, die in den türkischen Luftraum eingedrungen war, von den Luft- und Raketenabwehrsystemen der NATO im östlichen Mittelmeer „unschädlich gemacht“ worden.

Bereits zuvor waren im NATO-Land Türkei seit Beginn des Iran-Kriegs zwei iranische Raketen abgefangen worden. Am Dienstag gab Ankara bekannt, dass ein Patriot-Raketenabwehrsystem in der östlichen Provinz Malatya stationiert werde. In der Provinz liegt der Militärstützpunkt Kürecik, auf dem neben US-Soldaten ein Radarsystem der NATO stationiert ist, das iranische Raketenstarts erkennen kann. Bereits nach dem Abschuss der ersten Rakete im türkischen Luftraum in der vergangenen Woche hatte die NATO ihre Abwehrbereitschaft verstärkt.

Seit Beginn des Krieges von Israel und den USA gegen den Iran am 28. Februar reagiert Teheran mit Angriffen auf Ziele in mehreren Golfstaaten und US-Stützpunkte in der Region.

Drohnenangriff auf US-Botschaft in Bagdad – Luftangriffe auf pro-iranische Kämpfer

In Iraks Hauptstadt Bagdad hat es einen Luftangriff auf die US-Botschaft gegeben. Eine Drohne habe die den Botschaftskomplex getroffen, sagte ein irakischer Sicherheitsvertreter am Samstag. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP sah über dem Gebäudekomplex Rauch aufsteigen. Die Attacke erfolgte kurz nach Angriffen auf pro-iranische Kämpfer in der irakischen Hauptstadt.

Bei einem der Angriffe wurde ein von der pro-iranischen Kataeb Hisbollah genutztes Haus getroffen, wie AFP aus irakischen Sicherheitskreisen erfuhr. Eine „Schlüsselfigur“ der vom Iran unterstützten paramilitärischen Gruppe wurde demnach bei dem Angriff getötet, zwei weitere Mitglieder der Gruppe wurden verletzt.

Kurz darauf waren in Bagdad weitere Explosionen zu hören. Bewohner des Stadtteils Sajuna im Osten Bagdads berichteten AFP von Erschütterungen in ihren Häusern aufgrund der heftigen Explosionen.

Wie später aus Sicherheitskreisen verlautete, wurde bei einem weiteren Angriff auf ein Auto ein Mitglied der Hasched al-Schaabi getötet. Hasched al-Schaabi ist ein vom Iran unterstütztes Netzwerk ehemaliger Paramilitärs, die jetzt der regulären irakischen Armee angehören. Ein Vertreter der Hasched al-Schaabi sagte AFP, bei dem Getöteten handele es sich um ein Mitglied der einflussreichen Miliz Kataeb Hisbollah.

Iraks Nachbarland Iran wird seit Ende Februar von Israel und den USA massiv aus der Luft angegriffen. Teheran reagiert mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region, auch im Irak. Umgekehrt wurden seit Beginn des Iran-Kriegs Stellungen der Hasched al-Schaabi ins Visier genommen.

Israelische Armee meldet Tod von Hisbollah-Mitglied bei Angriff auf Universität in Beirut

Bei einem Angriff auf eine Universität im Libanon vor zwei Tagen hat die israelische Armee nach eigenen Angaben ein Mitglied der pro-iranischen Hisbollah-Miliz getötet. Bei dem Angriff am Donnerstag habe die israelische Luftwaffe „den Terroristen Murtada Hussein Srur, Mitglied der Luftwaffeneinheit der Terrororganisation Hisbollah, im Bereich der Libanesischen Universität in Beirut angegriffen und getötet“, erklärte die israelische Armee am Freitag.

Srur arbeitete nach Angaben der Armee „als Dozent für Chemie an der Libanesischen Universität in Beirut“. Er war demnach „ein Experte auf dem Gebiet der Waffenproduktion“ bei der Hisbollah.

Am Donnerstag waren laut einem Bericht der libanesischen Nachrichtenagentur ANI bei einem israelischen Drohnenangriff zwei Lehrkräfte auf einem Campus der Libanesischen Universität am Standort im Süden Beiruts getötet worden. Der Campus liegt am Rand der südlichen Vororte Beiruts. Das Gebiet gilt als Hochburg der Hisbollah. Im Zuge des US-israelischen Krieges gegen den Iran ist auch der militärische Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel wieder eskaliert.

Iran startet neuen Raketenangriff auf Israel

Der Iran hat in der Nacht zum Samstag eine weitere Angriffswelle mit ballistischen Raketen auf Israel gestartet. Iranische Staatsmedien berichteten am Samstag (Ortszeit) kurz nach Mitternacht. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom wurde nach ersten Erkenntnissen bei den Raketenangriffen niemand verletzt. Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben Hinweise auf Trümmerteile, die im Süden Israels gelandet seien.

Die israelische Armee entdeckte nach eigenen Angaben mehrere aus dem Iran abgeschossene Raketen und aktivierte die Luftabwehr, in mehreren Gegenden des Landes ertönte Luftalarm. Knapp eine halbe Stunde später wurde der Alarm wieder aufgehoben, die Menschen konnten demnach die Schutzräume verlassen.

Mit Material der Nachrichtenagenturen



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