Paul Craig Roberts
Es scheint, dass wir nun endlich die Epstein-Akten haben – oder zumindest einige Millionen Seiten davon. Es gibt Beschwerden darüber, dass sie geschwärzt wurden und dass Trump und Bondi dafür verantwortlich seien, um Trump zu schützen. Allerdings wäre ich überrascht, wenn es keine Gesetze gäbe, die Schwärzungen vorschreiben. So würden etwa Sicherheitsbehörden wie CIA und FBI den Schutz von Agenten in verdeckten oder geheimen Operationen verlangen, um deren Leben vor Vergeltung zu schützen, und man würde auch niemanden eines Verbrechens beschuldigen wollen, bevor formell Anklage erhoben wurde. Zweifellos gibt es weitere Gründe für Schwärzungen. Sicherlich ist ein Teil davon auch auf bürokratisches Verhalten zurückzuführen.
Meine Sorge gilt nicht den Schwärzungen. Meine Sorge ist, dass falsche Fährten gelegt werden, um von der Frage abzulenken, ob die Epstein-Affäre eine israelische Erpressungsoperation darstellt. Die jüngste falsche Fährte ist die Behauptung, Epstein sei ein russischer Spion gewesen, sowie die Darstellung, Epstein habe Sex mit Minderjährigen vermittelt – etwas, das diejenigen anspricht, die von der Verderbtheit der Eliten überzeugt sind, und zugleich dazu dient, eine Mossad-Erpressungsoperation zu verdecken, falls dies tatsächlich Epsteins wahres Geschäft war.
Hinzu kommen Geschichten von zerstückelten und verspeisten Babys, von George H. W. Bush, der junge Jungen und Mädchen vergewaltigt habe, sowie von einem Model, das von Prinz Andrew gefoltert und anschließend auf dessen Anordnung ermordet worden sei. An die Stelle einer Erpressungsoperation tritt Satanismus. Nichts könnte Israels Interessen besser dienen.
Falsche Narrative werden stets benutzt, um von der Aufdeckung der wahren Geschichte abzulenken. James Jesus Angleton erklärte mir einst, wie das funktioniert. Woher stammte Einsteins Vermögen? Wer hat es ihm gegeben? Wenn Epstein tatsächlich minderjährigen Sex vermarktete, warum konzentrierte er sich dann auf einflussreiche Amerikaner in Positionen, die die US-Politik gegenüber Israel beeinflussen konnten? Diese offensichtlichen Fragen haben kaum Beachtung gefunden.
Bill Clintons Lebensgeschichte macht deutlich, dass er Epstein nicht brauchte, um sexuelle Partner zu finden. Ebenso würde man kaum annehmen, dass ein britischer Prinz Epsteins Hilfe benötigt hätte. Von Bill Gates ist bekannt, dass er eine Geliebte hatte. Prominente brauchen keine Hilfe, um Frauen kennenzulernen. Man denke nur an die minderjährigen Groupies, die Rockbands verfolgen.
Nicht die Schwärzungen werden verhindern, dass wir jemals die wahre Epstein-Geschichte erfahren. Es ist Israels Macht, das Narrativ zu kontrollieren, die uns von der Wahrheit fernhalten wird.