Angesichts der diplomatischen Gespräche in den USA über eine Beendigung des Ukraine-Krieges hat der Kreml am Sonntag die Erwartungen gedämpft. Der russische Gesandte Kirill Dmitrijew solle in Miami „Informationen erhalten, was von den Amerikanern und Europäern“ an dem von den USA im November vorgelegten Plan geändert worden sei und Moskau Bericht erstatten, sagte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow dem russischen Staatsfernsehen.

Dmitrijew, ein ehemaliger Mitarbeiter der US-Bank Goldman Sachs, habe keine neue Nachricht von Russlands Präsident Wladimir Putin nach Miami mitgebracht, sagte Peskow weiter. Dmitrijews Aufgabe in Miami sei es lediglich, „Informationen zu erhalten“.

Dmitrijew: „Die Diskussionen laufen konstruktiv“

In einem Video des russischen Staatsfernsehens war zu sehen, wie Dmitrijew in einer Autokolonne am Golfclub Shell Bay eintraf, der dem US-Sondergesandten Steve Witkoff gehört. Dmitrijew traf Witkoff und den Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, zum zweiten Mal an diesem Wochenende. „Die Diskussionen laufen konstruktiv“, sagte er.

Der ukrainische Unterhändler und Ex-Verteidigungsminister Rustem Umerow kündigte an, er werde den dritten Tag in Folge zusammen mit dem ukrainischen Generalstabschef Andrij Hnatow Gespräche mit den US-Gesandten in Miami führen. Umerow war am Freitag in Miami eingetroffen.

Direkte Gespräche zwischen Unterhändlern der Ukraine und Russlands – Kreml dementiert

Die Gesandten aus Moskau und aus Kiew sollten getrennt mit Witkoff und Kushner zusammentreffen. Der Kreml hatte Angaben aus Kiew dementiert, wonach es in Miami direkte Gespräche zwischen Unterhändlern der Ukraine und Russlands geben könnte. Nach Angaben der Ukraine waren auch europäische Gesandte in der Stadt.

Die USA hatten vergangenen Monat einen 28-Punkte-Plan zur Beendigung des Ukraine-Krieges vorgelegt. Der als sehr Moskau-freundlich geltende Text wurde dann auf Drängen Kiews und seiner europäischen Verbündeten überarbeitet.

Keine Angabe über die aktuell vorliegende Fassung des Plans

Über die aktuell vorliegende Fassung des Plans ist wenig bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass die Ukraine weiterhin zu Gebietsabtretungen aufgefordert wird – im Gegenzug für Sicherheitsgarantien durch die USA.

Der Kreml dürfte die Änderungen nicht akzeptieren, die öffentlich bekannten Details hatte ein Berater Putins als „überhaupt nicht konstruktiv“ bezeichnet.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte unterdessen die Gespräche in Miami „konstruktiv“. Sie würden „in einem ziemlich schnellen Tempo vorankommen“.

Selenskyj bezeichnete die zurückliegende Woche als „historisch“ für die Ukraine. Er dankte der EU, die sich bei ihrem Gipfel in Brüssel in der Nacht zum Freitag auf eine weitere Unterstützung der Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro für die nächsten zwei Jahre geeinigt hatte. „Wir haben dafür sehr lange gekämpft“, fügte er hinzu. (afp/red)



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