Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger hatte es sich nicht nehmen lassen, die ersten heimgeholten Österreicher aus der Krisenregion im Nahen Osten persönlich am Wiener Flughafen in Empfang zu nehmen. Doch der Auftritt in einer rot-weiß-roten Weste sorgte nicht nur für ordentlich Spott, sondern hat auch ein parlamentarisches Nachspiel. Jetzt erklärte sich die Ministerin.

Durfte Ministerin überhaupt auf Rollfeld?

Die FPÖ sprach von einer „Airshow“ und verwies auch auf die strengen Sicherheitsvorkehrungen des Flughafens, die eigentlich nur dem Personal der Fluglinien und des Flughafens selbst Zugang zum Rollfeld erlauben. Kosten und Organisation der Inszenierung wollen die Freiheitlichen deshalb mit einer parlamentarischen Anfrage aufklären.

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Keine Selbstkritik im Außenamt

Meinl-Reisinger rechtfertigte sich inzwischen für die skurrile PR-Aktion. Am gestrigen Mittwoch äußerte sie sich in der „ZIB2“ zu dem Vorwurf, dass Österreicher im Ausland im Stich gelassen worden wären. Sie wies jede Kritik zurück: Man habe „ganz viele positive Rückmeldungen bekommen“, zeigte sie sich stolz. Es handle sich bei dem Krisengebiet um eine Region mit sehr vielen Österreichern, man habe direkt einen Krisenstab eingerichtet.

Chaos bei Rückholung

1.200 Österreicher habe man begleitet, unterstützt und Ausreisemöglichkeiten geboten, mehr als 800 Personen seien ausgeflogen worden. Es sei schwierig, „Fluglinien zu bekommen, recht schnell zu bekommen, die dann auch fliegen“. Zuvor hatte es bereits einiges an Chaos gegeben, weil die eigentlich dafür vorgesehenen Bundesheer-Maschinen nicht einsatzfähig gewesen waren. Diese Kette habe „grundsätzlich gut funktioniert – die Organisation einerseits über den Landweg mit Bussen, andererseits dann mit Flügen“.

Dass man nicht alle Österreicher mit gecharterten Maschinen habe ausfliegen können, habe daran gelegen, dass man viele Schwierigkeiten gehabt habe, Landegenehmigungen und Landeslots zu bekommen. Zudem seien für den für 200 Menschen gecharterten Bus einfach 160 Personen nicht gekommen, beklagte sie.

Betroffene konnten Botschaften nicht erreichen

Auch in der Kommunikation hatte es Probleme im Außenamt gegeben: Unzählige Auslandsösterreicher hingen in der Warteschleife fest und konnten niemanden in Meinl-Reisingers Ressort erreichen. Meinl-Reisingers Rechtfertigung: Die Leitungen zu den Botschaften seien überlastet gewesen.

Die Aufklärung geht jedenfalls weiter: Die Neos-Chefin hat nun acht Wochen Zeit, die Anfrage der FPÖ zu beantworten und für Transparenz zu sorgen.



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