Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, stehe an der Spitze der Weltgesundheitsorganisation ein personeller Wechsel bevor. Der derzeitige Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus werde nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit im Jahr 2027 nicht erneut kandidieren. Damit beginne bereits jetzt die Phase der internen Vorbereitung auf die Wahl eines Nachfolgers.

Nach Darstellung der NZZ kursiere in WHO-Kreisen eine Kandidatenliste, die der Redaktion vorliege. Auf dieser Liste würden zwei deutsche Namen als aussichtsreich geführt. Zum einen handle es sich um den ehemaligen deutschen Gesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD. Zum anderen werde Paul Zubeil genannt, der im deutschen Gesundheitsministerium als Experte für internationale Gesundheitspolitik tätig sei. Zubeil sei zudem Lebensgefährte des deutschen Drogenbeauftragten Hendrik Streeck von der CDU. Über diese möglichen Personalien habe zunächst der Deutschlandfunk berichtet.

Die NZZ schildert, dass die Gespräche über eine Nachfolge frühzeitig einsetzen, da die Position des WHO-Generaldirektors weltweit erhebliche politische und gesundheitspolitische Bedeutung besitze. Die Organisation stehe angesichts globaler Gesundheitskrisen, geopolitischer Spannungen und finanzieller Herausforderungen unter besonderer Beobachtung. Entsprechend intensiv liefen hinter den Kulissen bereits Abstimmungen und Sondierungen.

Dem Bericht zufolge würden deutschen Kandidaten grundsätzlich Chancen eingeräumt, da Deutschland innerhalb der WHO als einflussreiches Mitgliedsland gelte und in der internationalen Gesundheitspolitik seit Jahren eine aktive Rolle spiele. Lauterbach verfüge über Regierungserfahrung und internationale Kontakte aus seiner Zeit als Bundesgesundheitsminister. Zubeil wiederum bringe fachliche Expertise in multilateralen Verhandlungen und internationalen Gesundheitsfragen mit.

Offiziell habe sich bislang keiner der genannten Namen zu einer möglichen Kandidatur geäußert. Auch die WHO selbst kommentiere laufende Spekulationen traditionell nicht. Dennoch verdeutliche die frühzeitige Diskussion, wie stark die Weichenstellungen für die Zeit nach 2027 bereits vorbereitet würden.





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