Anlässlich eines Staatsbesuchs von Bundespräsident Steinmeier in Großbritannien sei er von einem Bataillon begrüßt worden. Die Köpfe der angetretenen Soldaten seien laut einem Foto von AFP mit Bärenfell-Mützen bedeckt gewesen. Außerdem seien die Soldaten mit gefährlich ausschauenden Gewehren mit scharfen aufgepflanzten Bajonetten ausgestattet gewesen. Das komme der Verherrlichung von Gewalt und antidemokratischer Zeiten gleich. In diesem Beitrag vertritt Albrecht Müller die Meinung, dass der Bundespräsident so etwas nicht über sich ergehen lassen solle. Wenn das nicht möglich sei, dann solle er auf den Staatsbesuch verzichten: „Lieber keiner als ein solcher“. Wir haben dazu interessanten Zuschriften bekommen. Danke dafür. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.
1. Leserbrief
Lieber Herr Müller,
schon in meiner Jugend sprachen wir eher spöttisch über Lisbeth und ihren Sohn Charly. Ihre Kritik trifft es allerdings um Klassen besser, was Form, Inhalt und die nötige Portion Spott betrifft.
Allerdings, passt das denn in die Zeit? Wo gerade in Brüssel das Kaiserreich Europa, namens EU, am auferstehen begriffen ist? Mein Vorschlag: EU gut, Uschi von der Leine gut, Kallas und der restliche Hofstaat auch gut. Aber bitte, die EU sollte auf das Stadtgebiet von Brüssel beschränkt werden. Dann könnte Europa aufatmen. Und die Herrschaft von Kaiser Friedrich dem Soundsovielten sollte auf Berlin beschränkt bleiben. Ganz Berlin? Nein, nur das Gebäude des Reichstags und der Rasen drumherum bis zum Zaun.
Viele Grüße,
Rolf Henze
2. Leserbrief
Moin,
ich formuliere es mal vorsichtig:
Was andere Länder treiben, muß mich nichts angehen. Anderer Länder Sitten habe ich zu respektieren, solange sie die Freiheiten & Sicherheiten meines eigenen Landes nicht einschränken. So will es zumindest das Völkerrecht. Und ich bin mir sicher, daß es in der diplomatischen Etikette, die spätestens seit 2022 von der bundesdeutschen Politik mit Füßen getreten wird (“100.000e Kilometer entfernt”, “360°-Wende”, “Rußland muß ruiniert werden”, “es ist mir egal, was meine Wähler denken”), ähnliche Protokolle gibt, die zumindest einen Status Quo wahren. “Der Westen” maßt sich seit gut 500 Jahren an, “Wilde” “domestizieren” zu wollen, was in fürchterlichem Kolonialismus geendet ist, weil er unter dem Vorwand, etwas Menschliches tun zu wollen, anderen Kulturen die seine nur aufgedrückt hat, um sie auszubeuten.
Wollen Sie im Umkehrschluß auch die Monarchien in den Niederlanden und Spanien abgeschafft sehen?
Mittlerweile sollte klar sein: die Regierungsform ist egal, alle sind unisono vom Neoliberalismus und weltweit umspannenden politisch-wirtschaftlichen Netzwerken so tief infiltriert, daß die Monarchien genau das Gleiche machen wie die sogenannten (repräsentativen) Demokratien.
Fangen wir einmal bei uns an und verändern die repräsentative Demokratie in eine echte Demokratie, in der ein jeder Bürger nicht nur ein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen hat, sondern explizit in der Lage ist, korrupte oder unfähige Politiker auch wieder abzusetzen, inklusive Einforderung von Konsequenzen für deren Handeln. Das ist es, woran unsere politischen Systeme tatsächlich kranken. Nach der Wiedervereinigung hätten wir, zumindest formal laut Grundgesetz, die Möglichkeit gehabt, etwas Neues zu schaffen.
Ob jemand Bärenfell trägt oder ein Bajonett mit sich führt (mein damaliger Religionslehrer [sic!] führte vor gut 40 Jahren genüßlich aus, wie sich die Gedärme im Unterleib dadurch drehen ließen, um den Tod sicherzustellen), ist daher maximal kosmetischer Natur. Wie formuliert es einst ein kluger Kopf sinngemäß:
Das moderne Individuum ist konsumorientiert und politisch konform bei gleichzeitiger dekorativer Diversität. Das erklärt, warum jemand mit Regenbohnenfahnen und “Queer”-“Identität” trotzdem von Anderen verlangt, Masken zu tragen und sich testen zu lassen (und damit unzulässig in seine Grundrechte eingreift).
Im Ländervergleich verschleiern also Bärenfell & Bajonett den politischen Konformismus, den beide Länder, Großbritannien und Deutschland, auszeichnet. Wenn wir anfangen, uns an der Form zu stören, dann hat das “divide et impera” schon die erste Runde gewonnen.
Mit freundlichen Grüßen,
Michael Schauberger
3. Leserbrief
Grüsse Sie, lieber und werter Herr Albrecht Müller.
Es freut mich jedesmal wenn Sie einen Artikel schreiben, kurz und knapp, aber dafür immer zutreffend.
Die Monarchien abschaffen, ja, das ist meine Vorstellung von Europa seit meinen “Sturm- und Drangjahren”, das heisst, seit Willy Brandt, den hatte ich mit auf den “Thron” gewählt und bin in die SPD eingetreten.
Dass es in in diesem EUROPA immer noch so mittelalterlich zugeht ist für mich ein Thema zum “Fremdschämen”. Wieviel Milionen Euros die ALLE für die Völker kosten, tagtäglich.
Und dabei tun gerade die Deutschen so überheblich als ob die nicht genug Themen hätten für die sie sich schämen müssten.
( Ganz klar ist zu erkennen, dass es noch sehr viele Deutsche gibt, die sich die “alten Zeiten” zurück wünschen ).
Für mich das erste Mal 1999, JUGOSLAWIEN, SCHRÖDER-FISCHER, da habe ich die SPD verlassen und war dermassen enttäuscht, dass ich sehr lange mit keiner politischen Partei mehr etwas zu tun haben wollte.
Als das BSW gegründet wurde hatte ich wieder ein wenig Hoffnung.
Ihr Kommentar über den Besuch von Herr Steinmeier in England hat mich richtig erschreckt, weil er ja gerade in Madrid war, auf Königsbesuch, was sollen diese Reisen auf Steuergelder ?!
Ich halte ihn für das deutsche Volk als schlechtes Staats”oberhaupt”. Aber vielleicht ist das eine abgekartete Politikerlaufbahn, wie überall.
Und nun die Hauptfrage warum ich Ihnen schreibe.
Gibt es in der SPD-Satzung eine Möglichkeit jemand aus der Partei auszuschliessen, wenn er, oder heute ja auch sie, nachweislich falsche oder schlechte Politik produziert, mit nachweislichem Schaden für den schlechten Ruf der Partei, z. B. Wählerstimmen-Verlust, also ein PARTEI-AUSSCHLUSS-VERFAHREN, um somit die Partei “sauber zu halten” ?
Ich weiss, das sind Träumereien, oder “einer hackt dem anderen kein Auge aus” !
Falls Sie noch wissen möchten woher wir uns “kennen” oder gesehen und miteinander gesprochen haben:
In den 70-er Jahren habe ich im alten Bundeskanzleramt in Bonn, die Kopierer repariert und gewartet. Und habe im April 2023 in Kapellen-Drusweiler an den “Pleisweiler Gespräch” teilgenommen, Peter Brandt war auch dabei.
Es war mir eine Freude so “nahe” bei den Menschen zu sein, die zu meinen gesellschafts-politischen Vorstellung passten, oder sie zu mir, bin Jahrgang 1948.
Für Ihren täglichen Einsatz zur politischen “REFORMATION” der Gesellschaft danke ich Ihnen von Herzen, lieber ehemaliger GENOSSE.
Bis zum nächsten Mal,
J. Juhre
4. Leserbrief
Hallo,
Ich hätte ne andere Idee :
Führt für Steinmeier die Monarchie hier ein!
Natürlich nur bei ihm vorm Haus…dann kann er den ganzen Tag vor Bärenfell Mützen hin und her laufen, und den Stuss machen, von dem er denkt das er ihn kann..
und sich wie ein König fühlen…das gefällt Steinmeier…
Wenn er dementsprechend beschäftigt ist, ist man zumindest vor seinem Stuss, den er verbal von sich lässt, verschont….und das ist ein schöner Gedanke.
Grüße
T. Rath
5. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Müller, liebes NDS-Team,
aua, aus, aua, da haben Sie ja ein ganz großes Güllefass mit einem Kronenbohrer durchbrochen!
Auf Deutscher Seite Ist ein Seeheimer Partei Deutschland Vertreter und Unterstützer gegen all die Opfer des Neoliberalismus? Viele Sozialdemokraten (Blair, Schröder) und US-Demokraten (Carter, Clinton) sind auf die neoliberale Weiche gewechselt.
Auf Britischer Seite ein Pädophiler Multimilliardenschwerer Widerling, dessen Familie seit 3 1/2 Jahrhunderten für Morde und Totschlag, Unterdrückung und Massenmord steht (China, Indien, Südafrika, Argentinien etc.). Aber zum Glück gibt es ja auch noch den Fan-Club der “Royals”, die König Charles absolut alles vergeben (so wie in Deutschland den Österreicher SKH Hohenzollern).
Würde und Selbstwert kennen beide nicht mehr. Dafür haben sie ihr Gefühl ersetzt durch Materialismus, Gier und Eigennützigkeit. Deren Lebenswirklichkeit wird geprägt und dominiert gegen 90% der Bevölkerungen (mindesten) und richtet sich gegen Familien, Verantwortung und Gemeinschaft. Und ja, Herr Steinmeier hat sich mehr in neoliberaler Richtung bewegt, d. h. auf das Recht des Stärkeren, auf Sozialdarwinismus, Kampf jeder gegen jeden anstelle von Werten wie gegenseitige Verantwortung und Freundschaft, Empathie und Verständigung gestellt.
M.E. gehören beide daher fest zueinander, der Politiker zu dem Ultrareichen, dessen Reichtum nicht einmal in der Forbes-Liste steht und dessen Geheimdienste immer noch Menschen ermorden und dafür die “Lizenz zum Töten” behält! Der “Herr der Ringe” heißt übrigens nicht Sauron, sondern . . .
Mit freundlichen Grüßen
N.N.
Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten
Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.
Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:
Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „Gebrauchsanleitung“.